[Gastbeiträge geben nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder. Dieser Gastbeitrag wurde uns von “Murmeltier” zur Verfügung gestellt. Vielen Dank]
Ihr machts euch wieder mal ein bissi einfach. Ich habe da einen ganz andern Ansatz.
Der Mann ist auch ein Kind, das den Mann spielt. Daran erinnert uns Pierre Bourdieu in seiner Abhandlung über Die männliche Herrschaft. Weil Männer »dazu erzogen werden, die gesellschaftlichen Spiele anzuerkennen, deren Einsatz irgendeine Form von Herrschaft ist, und weil sie sehr früh schon […] zu Herrschenden bestimmt […] werden, haben sie das zweischneidige Privileg, sich den Spielen um die Herrschaft hinzugeben«.(1)
Das lässt einen an den Fußball denken. Es ist kein Zufall, dass die Klassiker der Männlichkeitsforschung immer wieder auf die Bedeutung der im 19. Jahrhundert neuen körperlichen Praktiken des Sports für die Konstruktion moderner Männlichkeiten hingewiesen haben. George L. Mosse beschrieb, wie der Turnhalle oder dem Spielfeld in den jungen Nationalstaaten eine entscheidende Rolle bei der Formung des »männlichen Stereotyps« zukam und wie solche Geschlechter-Bilder fest mit der Schaffung des nationalen Subjekts verbunden waren. Der Bürger wurde in den Institutionen Schule oder Militär zum Staatsbürger und Mann erzogen (2). Auch Robert W. Connell mit seinem Konzept der »hegemonialen Männlichkeiten« verstand den Sport als einen der Hauptorte für die Definition von Männlichkeit in der entstehenden Massenkultur (3).
Der Fußball hat einen weiten Weg hinter sich: Von den elitären Public Schools zur popularkulturellen Praxis und, als Profisport, vom English Game zum globalen kommerziellen Spektakel der Gegenwart. Geblieben ist seine Verbindung zu Männlichkeit und ihren Krisen - zumindest in jenen Ländern, wo der Fußball zu den Kernsportarten der jeweiligen »nationalen Sporträume« zählt (4). Wo Fußball zum nationalen Sport wurde, war er männlich kodiert und sahen sich Frauen meist symbolischer und realer Unterrepräsentation ausgesetzt. Mit dieser simplen Feststellung könnte man es bewenden lassen. Oder man nimmt sie zum Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen eines nur auf den ersten Blick einfachen Verhältnisses.
Ausdrucksformen »hegemonialer Männlichkeiten« bzw. nationale Stereotype des Männlichen waren veränderlich und unterschiedlich - sowohl historisch als auch regional. Gleichzeitig zählt Fußball nicht überall zu den jeweiligen Nationalsportarten, was auch seinen geschlechtlichen Bias beeinflusst. Bestes Beispiel dafür ist der fußballerische Exceptionalism der USA. Auf manchen Kontinenten ist der Fußball seit mehr als 100 Jahren institutionell und kulturell verankert. Anderswo, etwa in Ostasien, gilt er als boomende Trendsportart, für die sich auch Frauen begeistern.
Ganz prinzipiell gestaltet sich das Verhältnis von »hegemonialen Männlichkeiten« und Fußball nicht so eindeutig, wie man denken könnte. So wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass gerade die meisten Fankulturen, die lange proletarisch geprägt waren und heute nicht zuletzt durch jugendliche, »protestierende Männlichkeiten« bestimmt werden, nicht unbedingt mit jenen hegemonialen Mustern und Normbildern von Männlichkeit übereinstimmen, die aktuell gesellschaftlich dominieren (5). Dies wären vielmehr Figuren aus der Finanzwelt oder dem (Wissens-)Management. Ähnliches ließe sich für die Ebene der sportlichen Praxis, vom Amateuracker bis zur Allianz Arena ergänzen. Doch dass damit die Verbindung von Männlichkeit und Fußball grundlegend erschüttert wäre, ist nicht gesagt. Die Bezugnahme auf die scheinbar authentischen, rauen und proletarischen Milieus des Fußballs oder auf die globalen Stars dieses Sports ermöglichen es stattdessen den unterschiedlichsten Männern, sich selber »männlich zu machen« (6).
Der Fußball und speziell das Stadion ist durchaus ein Ort mit eigenen Regeln, auch was das Geschlechterverhältnis betrifft. Hier werden Geschlechtergrenzen nach wie vor enger gezogen als in der umgebenden Gesellschaft. Dies belegt etwa die Tatsache, dass es unseres Wissens derzeit im europäischen Fußball keinen aktiven Profi gibt, der sich explizit als homosexuell geoutet hat.
Auch das Verhältnis von Staatlichkeit, Nation und »männlichem« Fußball war historisch nicht eindimensional. Trotz seiner frühen Bindung an verschiedene gesellschaftliche »Einschließungsmilieus« wurde der Fußball als populare Praxis und ZuschauerInnensport auch zu einer »freien« Zone, in der sich Männlichkeiten abseits oder sogar im Widerspruch zu »offiziellen Ideologie(n) des nationalen Staatsbürgers« konstituieren konnten (7). Der Fußball wurde nicht mehr vorrangig mit der Schule, sondern mit der Straße assoziiert. Gleichzeitig existieren auch Vorstellungen des »unpolitischen Sports«, die die Verbindungen von (nationalstaatlicher) Politik und fußballerischem Feld zwar nicht aufheben, sie aber schwerer sichtbar machen.
Ähnlich komplex erscheinen auch die Auswirkungen der zunehmenden Ökonomisierung und Professionalisierung von Organisation und Vermarktung des Fußballs für seine Rolle als »Arena der Männlichkeit«. Zwar bleiben auch die Vereinsetagen und Boardrooms jener Konzerne, die heute den medialisierten Fußballbetrieb lenken, ein Hort tatkräftiger Männlichkeit. Doch gerade was das Fußballpublikum an den Fernsehschirmen und in den Stadien betrifft, hat sich im letzten Jahrzehnt eine Diskussion über ein zunehmendes De-Gendering des Fußballs entwickelt. Frauen galten seit den 1990er Jahren als hoffnungsvoller Markt für die Erweiterung des KundInnenkreises. In kritischen Fandiskursen besitzt die Rede vom Kampf gegen die neuen »Konsumenten und Konsumentinnen« des Fußballs (denen etwa mangelnde Loyalität zum Verein und die ausschließliche Orientierung an sportlichem Erfolg unterstellt wird) dabei auch einen Geschlechteraspekt. Immer wieder wurde, gerade am britischen Beispiel, das in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle einnahm, auf jene Strategien der Fußballautoritäten verwiesen, friedlichere und besser kalkulierbare ZuschauerInnengruppen zum Fußball zu bringen, allen voran das sprichwörtliche »Familienpublikum« (Auch dieser Begriff zeugt nicht unbedingt von feministischen Grundsätzen bei der Definition solcher KundInnenstrategien). In den letzten Jahren fanden im Zuge der ökonomischen Transformation des Fußballs und seiner Strukturen eine Reihe von Kämpfen statt, die sich nicht zuletzt um die Frage drehten, wem dieser Sport gehöre: seinen Fans, den InvestorInnen, FunktionärInnen, den Spielern. Für viele Fans wurde die Suche nach neuen KundInnenschichten jedenfalls zu einem Inbegriff jener Praktiken, die heute vielerorts die Freiräume und autonomen Zonen der Stadien bedrohen und die Interessen jener, die in den Sport (zumindest dem eigenen Verständnis nach) die meiste Hingabe und Leidenschaft investieren, an den Rand drängen.
Betrachtet man nüchterne Zahlen des Stadion- und TV-Publikums, so relativiert sich allerdings das Bild von der Invasion der »Fußballkundinnen«. Nach wie vor bleibt das Fußballpublikum vorwiegend männlich.
Die »Professionalisierung« im Fußball auf Akteursebene kann auch als Inkorporation einer »Leitfiguration« globalisierter Männlichkeiten begriffen werden. So erscheinen die derzeitigen Kämpfe im europäischen Fußball auch als Streit unterschiedlicher Männlichkeitsmodelle: der »traditionsbewusste Fan« gegen den »Manager« und den »Tycoon« - und das auf Kosten von weiblichen Fußballfans und -sympathisantinnen, die von manchen kritischen Fans implizit zu unfreiwilligen Verbündeten der neuen Marktlogiken im Fußball erklärt werden.
Dabei würden sich aus feministischer wie demokratiepolitischer Sicht andere Allianzen anbieten: Was spricht gegen einen gemeinsamen Kampf männlicher und weiblicher LiebhaberInnen des Spiels für demokratischen und offenen Fußball, der den Fans Raum für ihre Ausdrucksmittel, ihre Leidenschaft, Solidarität und kritische Kompetenz gibt, der sich aber von jener männlichen libido dominandi, dem Verlangen zu herrschen (8), verabschiedet, die mit fußballerischen Begleiterscheinungen wie Gewalt, Rassismus, Chauvinismus, Homophobie - aber auch mit den Diskursen vom »Fußball als Ware« und damit den machtbewussten Lenkern des Fußballbusiness - verbunden ist.
Das männliche Geschlecht des Fußballs. Im Niemandsland zwischen Fußball- und Geschlechterforschung
Kritische Fußballforschung ist eine vergleichsweise junge wissenschaftliche Spezialisierung. Es ist noch nicht allzu lange her, dass die gesellschaftliche Banalität des Fußballs, das »offensichtlich nutzlose Spiel«(9), bei PhilosophInnen oder Kultur- und SozialwissenschafterInnen Aufmerksamkeit zu erregen vermochte (10). Vorerst aber war es Sport überhaupt, der als Projektionsfläche erkannt wurde, auf der sich alltägliche gesellschaftliche Verhältnisse, Konfliktkonstellationen und Wertstrukturen abbilden. Die soziale Realität des proletarisch konnotierten Fußballs dagegen war noch länger keines (wissenschaftlichen) Blicks würdig.
Ab Mitte der 1960er Jahre waren es moderne oder spätmoderne Klassiker der Soziologie (11), die ihr männlich gewachsenes und gehegtes Interesse an Sport in ein auch akademisch gebilligtes Forschungsanliegen übersetzten, Sport und Fußball als gesellschaftsanalytisch bemerkenswert auffassten und wissenschaftlicher Bearbeitung zuführten. Für Norbert Elias galt Fußball als gesellschaftliches Phänomen, das seine theoretische Sicht des Zivilisierungsprozesses, die historische Evidenz sukzessiver Rückdrängung physischer Gewalt zu bestätigen schien. Ihn interessierte insbesondere die Transformation wilder, fußballähnlicher Spiele im mittelalterlichen England in das zivilisierte, gewaltgezähmte Fußballspiel des 20. Jahrhunderts. Pierre Bourdieu wiederum identifizierte Sport als soziales Feld, auf dem man Veränderungen und Bedeutungen körperlicher wie kollektiver Praktiken nachzeichnen und verstehen lernen kann. Ferner deutete er Sport als Ergebnis des »wirklichen Spielens des Volkes«, das aber gegenwärtig »zum Volk zurück[kehrt] in Gestalt des fürs Volk geschaffenen Spektakels« (12).
Acht Jahrzehnte vor ihnen war bereits mit dem Sozialphilosophen und Ökonomen Thorstein Veblen ein Analytiker des Sportphänomens hervorgetreten, der die moderne Realität des Sports als Relikt archaischer Gesellschaften deutete und als geistlosen Ausdruck moderner Massengesellschaften oder überhaupt als »verdeckte Sinnlosigkeit« ächtete (13). Die sportbegeisterte bürgerliche Gesellschaft hatte Sport als Erziehungsmittel bürgerlicher Männlichkeit entdeckt: »Er soll nicht nur den Körper stählen, sondern angeblich auch einen männlichen Geist hervorbringen, und dies nicht nur beim Sportler selbst, sondern auch beim Zuschauer« (14).
Auch im deutschen Sprachraum wurden Sport und Fußball - besonders in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg - zu einem regen Debattierfeld, in dem nicht selten »national-pädagogische« auf demokratische Ambitionen sowie politisch-manipulative Absichten auf gesellschafts-kritische Sportskepsis trafen. Körperliche Betätigung wurde als Befreiungsmöglichkeit aus sozialen Fesseln erkannt (vgl. bürgerliche Frauenbewegung, ArbeiterInnensportbewegung), zugleich aber wurde sie auch zur geistlosen (Sport als intellektueller Entfaltung hinderlich) wie zwecklosen Tätigkeit (Körperleistung ohne Arbeitszweck) abgewertet. Schließlich wurde Sport, vor allem im anti-demokratischen und inhumanen Europa des 20. Jahrhunderts, durch totalitäre Bewegungen und Regime als Instrument der Manipulierung und Mobilisierung eingesetzt, was kritische Intellektuelle auch in der Ära des Postfaschismus noch gegen Sport einnehmen sollte.
Karl Jaspers erhoffte sich vom Massensport für die Nachkriegsjahre, dass er die »Triebe ab[lenkt]« und »eine Beruhigung der Massen [schafft]«. »Kampflust« und Sehnsucht nach »Heroismus« sollten pazifiziert werden, indem sie auf kompetitiven Sport umgelenkt werden (15). Ernst Bloch war durch die barbarische Geschichte seiner Epoche ernüchtert und versuchte sich mit Polemik von Täuschungen freizuhalten: »Nie wurde mehr Sport gewünscht, getrieben, geplant als heute, nie mehr von ihm erhofft. Er gilt als gesund, das Sportherz hat das Bierherz verdrängt. […]. In Kauf wird genommen, dass Sport in gebliebenen bürgerlichen Zuständen oft verdummt, also schon deshalb von oben gefördert wird«. (16) Theodor W. Adorno verwies unter Berufung auf Thorstein Veblen auf die Archaik regressiver Sportleidenschaft, die er freilich auf die Verhältnisse des totalitären 20. Jahrhunderts bezog: »Nichts aber ist moderner als diese Archaik: die sportlichen Veranstaltungen waren die Modelle der totalitären Massenversammlungen. Als tolerierte Exzesse verbinden sie das Moment der Grausamkeit und Aggression mit dem autoritären, dem disziplinierten Innehalten von Spielregeln: legal wie die neudeutschen und volksdemokratischen Pogrome«. (17)
Schließlich positionierten Adorno und andere VertreterInnen neomarxistischer Ideologiekritik (18) Sport im Kontext kapitalistischer Entfremdung und fetischisierten Warenscheins: »Der moderne Sport, […], sucht dem Leib einen Teil der Funktionen zurückzugeben, welche ihm die Maschine entzogen hat« (19). Er »ähnelt« schließlich »den Leib tendenziell selber der Maschine an. Darum gehört er ins Reich der Unfreiheit, wo immer man ihn auch organisiert« (20). Adorno fehlte das Vertrauen in eine humanisierende Wirkung des Sports.
In gewissem Sinne setzten Norbert Elias und Pierre Bourdieu an der Einsicht an, dass Sport im modernen Verständnis ein Produkt der Ära der Aufklärung sei. Bekanntlich haben Theodor W. Adorno und Max Horkheimer den historischen Vorgang der Aufklärung als dialektisches Phänomen gedeutet (21). Manchen scheint es, als ob auch moderner Sport sich auf dieser analytischen Folie aufspannen ließe:
»Einerseits finden wir im Sport den emanzipatorischen Humanismus, der sich im Ideal des ›Fair Play‹ und im Prinzip der Chancengleichheit widerspiegelt und andererseits setzt sich in der sportlichen Bewegungskultur das instrumentell-zweckrationale Denken durch, das sich im Begriff des ›Rekords‹ und im unerschütterlichen Glauben an einen unbegrenzten Leistungsfortschritt niederschlägt« (Schwier o.J.).
Eine solche Ambivalenz findet sich in fast allen ideologie- und gesellschaftskritischen Analysen, die das Phänomen modernen Sports nicht zur Gänze abwehren oder es gar als negative Projektion benutzen, sondern die auch eigene Parteilichkeit, nämlich ihre Freude am Sport, aufdecken.
Erst seit den späten 1970er Jahren hat auch Fußball durch die stärkere Zuwendung zu Popularkulturen und ihrer besonderen Bedeutung für alltägliche Bewusstseinsstrukturen - vor allem in Großbritannien - zunehmend wissenschaftliche Beachtung gefunden. Mit den Cultural Studies kamen kulturorientierte Ansätze in Verwendung, die Massen- und Fußballkulturen insbesondere aus macht- und hegemonietheoretischem Blickwinkel betrachteten. Zentrale Themen dieser Analysen waren Fankulturen, aber etwa auch Aspekte der Medialisierung von Sport.
Eine geschlechtersensible oder gar geschlechterkritische Perspektive ist aber auch im Malestream der Cultural Studies oft ausgeblieben. Nur ausnahmsweise und das auch recht verschämt wird von FußballforscherInnen der Cultural Studies hinter die Trennwände des Geschlechts geblickt, wobei die Thematisierung des eigenen Geschlechts Männern besonders schwer zu fallen scheint. Nach wie vor geben sich selbst kritische Fußballforscher meist eher geschlechtsblind und gehen der Bestellung ihres vertrauten Geschäfts nach, nämlich männlicher Fußballanalyse. Sonderbarerweise aber blenden sie aus ihren kritischen Herrschaftsanalysen mögliche Anzeichen für Geschlechterherrschaft aus. So wie Fußball ursprünglich als überhaupt »politisch neutral« stilisiert wurde (23), wird er gegenwärtig - trotz seiner offensichtlichen Männlichkeit - als geschlechtsneutral festgeschrieben. So wie Sexismus auf Fußballplätzen kaum geächtet wird, bleibt auch Androzentrismus in der Fußballforschung häufig unbedacht.
Was aber hat andererseits die seit den späten 1980er Jahren sich entwickelnde geschlechterkritische Sozial-, Politik und Kulturforschung an einschlägigen Einsichten in die Bedeutung der männlichen Kultstätten des Fußballs sowie in den allgemeinen Trend der »Sportifizierung« (24) vorzuweisen? Interessanterweise reichlich wenig. Zum einen, weil patriarchats- und herrschaftskritische Männlichkeitsforschung (nicht zu verwechseln mit Männerforschung) trotz bemerkenswerter prominenter Ansätze und wichtiger Beiträge zu maskulinismuskritischer Sportforschung (25) im Großen und Ganzen eine Randwissenschaftsart geblieben ist. Hat sie doch im sozial- und kulturwissenschaftlichen Mainstream einen minderen Status, nicht unähnlich der maskulin genormten Welt des Berufssports, in der Frauenfußball, Jugendsport oder Behindertensport geringen oder gar keinen Stellenwert einnehmen.
Zum anderen ist »hegemoniale Männlichkeit« mittlerweile zu einer Catch-Phrase geworden. Sie wird zwar in allen möglichen gesellschaftlichen Bereichen aufzuspüren versucht, ohne sich aber auch als anerkannte analytische Kategorie durchgesetzt zu haben. Da außerdem Gender Studies weiterhin im fast alleinigen Verantwortungsbereich von Frauen verblieben sind und sich ihr Erkenntnisinteresse eher an weiblichen Lebenszusammenhängen ausrichtet, rollt der Fußball nach wie vor an der Geschlechterforschung vorbei, sodass auch seine besondere Relevanz für die (Re-)Maskulinisierung der Geschlechterordnung unbemerkt bleibt.
Von wegn Guten Tach!
Fußnoten:
(1) Bourdieu, Pierre (2005), Die männliche Herrschaft, Frankfurt/M., S.132f.
(2) Mosse, George L. (1997), Das Bild des Mannes. Zur Konstruktion der modernen Männlichkeit, Frankfurt/M./Wien, S.57, 176.
(3) Connell, Robert W. (1999), Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten, Opladen, S.74.
(4) Markovits, Andrei S./Hellerman, Steven L. (2001), Offside: Soccer and American Exceptionalism, Princeton/Oxford.
(5) Sülzle, Almut (2005), »Fußball als Schutzraum für Männlichkeit? Ethnographische Anmerkungen zum Spielraum für Geschlechter im Stadion«, in: Antje Hagel, Nicole Selmer, Almut Sülzle (Hg.), gender kicks. Texte zu Fußball und Geschlecht. KOS-Schriften 10, Frankfurt/M., S. 37-52, S.48f.
(6) Ebd.
(7) Archetti, Eduardo P. (1999), Masculinities. Football, Polo and the Tango in Argentina, Oxford/New York, S.72.
(8) Bourdieu (2005), S.172.
(9) Bromberger, Christian (1998), »Fußball als Weltsicht und als Ritual«, in: Andréa Belliger, David J. Krieger (Hg.), Ritualtheorien. Ein einführendes Handbuch, Wiesbaden, S. 285-301, S.285).
(10) Einzig Sportwissenschaft im Sinne einer sporttechnischen und leistungsmaximierenden Hilfswissenschaft genoss Daseinsberechtigung. Selbst Sportsoziologie war im deutschen Sprachraum eher verpönt und fristete nur eine Randexistenz. Sportwissenschaft definierte und positionierte sich im Kontext der herrschenden (Sport-)Ideologien. Gesellschaftskritische Zugangsweisen gehörten jedenfalls nicht unbedingt zum sportwissenschaftlichen Mainstream. Die Geschichte der Sportwissenschaft als universitäres Fach begann im deutschen Sprachraum nach dem Ersten Weltkrieg, als in Reaktion auf den Versailler Vertrag (Verbot der allgemeinen Wehrpflicht) »universitäre Leibesübungen« institutionalisiert wurden, die als Ersatz für den Wehrdienst Pflichtsport paramilitärischen Charakters verankerten.
(11) Elias, Norbert/Dunning, Eric (2003), Sport und Spannung im Prozess der Zivilisation, Baden-Baden. Bourdieu, Pierre (1980/1992), »Programm für eine Soziologie des Sports«, in: ders., Rede und Antwort, Frankfurt/M., S. 193-207.
Bourdieu, Pierre (1986), »Historische und soziale Voraussetzungen modernen Sports«, in: Gerd Hortleder, Gunter Gebauer (Hg.), Sport - Eros - Tod, Frankfurt/M., S. 91-112.
(12) Bourdieu (2005), S.101.
(13) Veblen, Thorstein (1899/1986), Theorie der feinen Leute. Eine ökonomische Untersuchung der Institutionen, Frankfurt/M., S.248.
(14) Ebd., S.249.
Härd mer doch uff mit dem wissenschaftliche Kram, den kaa Sau versteht. Ihr habd Dinger druff ,abber sacht emal wer spielt dann eischendlisch im Door heut.
Des muss ja jetzd langsam emal klar wern , weche de
Amis un so.
So e Paggerei fer en Umzuch dauerd nämlisch gans schee
lang.
@ 9 HeinzGründel:
Endlich die Verbindung zwischen Pierre Bourdieu und dem annere Frankfurter Bubb von der Bockenheimer Landstrasse (Adorno)gezogen - jetzt verstehe ich erst richtig, was Skibbe im Interview mit Fussball.de über die Vereinsphilosophie angedeutet hat. Und HeinzGründels Timing ist ja auch ganz Klasse - wenn auch etwas perfide: Da heut kein Fussball ist, haben wir den ganzen Tag Zeit, uns den Text zu verinnerlichen. Klasse.
Guten Tach, ich war gestern in Dortmund und da musste ich erfahren: die haben Angst! Angst, dass ihr am oberen Limit spielendes Team nach der Klatsche von Stuttgart auseinander fällt. Der Mannschaft verleiht, laut Aussage eines schwatt-gelben Dauerkartenbesitzers, die gelbe Wand mal Flügel, mal lähmt sie die eigenen Spieler. Gefühlte Tendenz bei den Fans: Lähmung am Sonntag! (Ich wollte da nicht wiedersprechen…)
Trendwende, Auswärtssieg, fertig.
“Auch früher sei er nicht immer einer Meinung mit den jeweiligen Klub-Verantwortlichen gewesen, doch nun sind die Strukturen anders: „In Dortmund habe ich mit Niebaum, Meier und Zorc diskutiert, in Leverkusen mit Holzhäuser, Völler und Reschke. In Frankfurt rede ich mit Bruchhagen, Bruchhagen und Bruchhagen. Kommt ein Nein von ihm, ist es immer ein dreifaches Nein, das macht es schwieriger.“
Grandioser Beitrag von Heinz, mit dem er noch den ebenfalls von ihm verfassten Bestseller “Bekenntnisse eines monströsen Käses” toppt, jenes Werk von überwältigender philosophischer Bedeutung, in dem er nicht nur nachweist, dass Kant sich über das Universum geirrt hat, sondern dass er sich im Resaurant auch immer um die Rechnung drückte.
Bei der Analyse der spezifisch maskulinen Komponente des Fußballsports fehlt mir allerdings der Hinweis auf die existentielle Bedeutung der langen Unterhose im kalten Winterstadion. Schließlich hat schon Breuer (”Psychoanalytische Rundschau, S. 4) auf den bekannten Zusammenhang zwischen warmem Beinkleid und Arjen Robbens beständigem Gefühl, es werde von Menschen mit Doppelkinn hinter seinem Rücken über ihn getratscht, hingewiesen. An dieser Stelle rächt es sich bitter, nicht auf den fundierten Kommentar des bekannten Metterling-Schülers Günter Eisenbud (Die gesammelten Wäschelisten Hans Metterlings, Band I, 437 Seiten 3687 ff.) eingegangen zu sein.
Die Offenbarung des Universums als einer komplexen Idee seiner selbst im Gegensatz zum Sein ist allerdings auch ein unerschöpfliches Thema, das in dem hier zur Verfügung stehenden Rahmen nie erschöpfend ausgeleuchtet werden kann. :-)
Das ist in der Tat ein Problem. Wenn ich die Ansprechpartner A, B und C habe ist es einfacher. Einen kann ich immer bespaßen , bequatschen oder einfach mal belügen, um mein Ziel zu erreichen.
Aufgrund der Verletztenmisere der Eintracht hat der Vorstand keine Mühen und Kosten gescheut das Training
zukünftig in extra maßgeschneidertem Outfit durchführen
zu lassen:
ZITAT:
” Ihr machts euch wieder mal ein bissi einfach. Ich habe da einen ganz andern Ansatz.
Der Mann ist auch ein Kind, das den Mann spielt. Daran erinnert uns Pierre Bourdieu in seiner Abhandlung über Die männliche Herrschaft. Weil Männer »dazu erzogen werden, die gesellschaftlichen Spiele anzuerkennen, deren Einsatz irgendeine Form von Herrschaft ist, und weil sie sehr früh schon […] zu Herrschenden bestimmt […] werden, haben sie das zweischneidige Privileg, sich den Spielen um die Herrschaft hinzugeben«.(1)
Das lässt einen an den Fußball denken. Es ist kein Zufall, dass die Klassiker der Männlichkeitsforschung immer wieder auf die Bedeutung der im 19. Jahrhundert neuen körperlichen Praktiken des Sports für die Konstruktion moderner Männlichkeiten hingewiesen haben. George L. Mosse beschrieb, wie der Turnhalle oder dem Spielfeld in den jungen Nationalstaaten eine entscheidende Rolle bei der Formung des »männlichen Stereotyps« zukam und wie solche Geschlechter-Bilder fest mit der Schaffung des nationalen Subjekts verbunden waren. Der Bürger wurde in den Institutionen Schule oder Militär zum Staatsbürger und Mann erzogen (2). Auch Robert W. Connell mit seinem Konzept der »hegemonialen Männlichkeiten« verstand den Sport als einen der Hauptorte für die Definition von Männlichkeit in der entstehenden Massenkultur (3).
Der Fußball hat einen weiten Weg hinter sich: Von den elitären Public Schools zur popularkulturellen Praxis und, als Profisport, vom English Game zum globalen kommerziellen Spektakel der Gegenwart. Geblieben ist seine Verbindung zu Männlichkeit und ihren Krisen - zumindest in jenen Ländern, wo der Fußball zu den Kernsportarten der jeweiligen »nationalen Sporträume« zählt (4). Wo Fußball zum nationalen Sport wurde, war er männlich kodiert und sahen sich Frauen meist symbolischer und realer Unterrepräsentation ausgesetzt. Mit dieser simplen Feststellung könnte man es bewenden lassen. Oder man nimmt sie zum Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen eines nur auf den ersten Blick einfachen Verhältnisses.
Ausdrucksformen »hegemonialer Männlichkeiten« bzw. nationale Stereotype des Männlichen waren veränderlich und unterschiedlich - sowohl historisch als auch regional. Gleichzeitig zählt Fußball nicht überall zu den jeweiligen Nationalsportarten, was auch seinen geschlechtlichen Bias beeinflusst. Bestes Beispiel dafür ist der fußballerische Exceptionalism der USA. Auf manchen Kontinenten ist der Fußball seit mehr als 100 Jahren institutionell und kulturell verankert. Anderswo, etwa in Ostasien, gilt er als boomende Trendsportart, für die sich auch Frauen begeistern.
Ganz prinzipiell gestaltet sich das Verhältnis von »hegemonialen Männlichkeiten« und Fußball nicht so eindeutig, wie man denken könnte. So wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass gerade die meisten Fankulturen, die lange proletarisch geprägt waren und heute nicht zuletzt durch jugendliche, »protestierende Männlichkeiten« bestimmt werden, nicht unbedingt mit jenen hegemonialen Mustern und Normbildern von Männlichkeit übereinstimmen, die aktuell gesellschaftlich dominieren (5). Dies wären vielmehr Figuren aus der Finanzwelt oder dem (Wissens-)Management. Ähnliches ließe sich für die Ebene der sportlichen Praxis, vom Amateuracker bis zur Allianz Arena ergänzen. Doch dass damit die Verbindung von Männlichkeit und Fußball grundlegend erschüttert wäre, ist nicht gesagt. Die Bezugnahme auf die scheinbar authentischen, rauen und proletarischen Milieus des Fußballs oder auf die globalen Stars dieses Sports ermöglichen es stattdessen den unterschiedlichsten Männern, sich selber »männlich zu machen« (6).
Der Fußball und speziell das Stadion ist durchaus ein Ort mit eigenen Regeln, auch was das Geschlechterverhältnis betrifft. Hier werden Geschlechtergrenzen nach wie vor enger gezogen als in der umgebenden Gesellschaft. Dies belegt etwa die Tatsache, dass es unseres Wissens derzeit im europäischen Fußball keinen aktiven Profi gibt, der sich explizit als homosexuell geoutet hat.
Auch das Verhältnis von Staatlichkeit, Nation und »männlichem« Fußball war historisch nicht eindimensional. Trotz seiner frühen Bindung an verschiedene gesellschaftliche »Einschließungsmilieus« wurde der Fußball als populare Praxis und ZuschauerInnensport auch zu einer »freien« Zone, in der sich Männlichkeiten abseits oder sogar im Widerspruch zu »offiziellen Ideologie(n) des nationalen Staatsbürgers« konstituieren konnten (7). Der Fußball wurde nicht mehr vorrangig mit der Schule, sondern mit der Straße assoziiert. Gleichzeitig existieren auch Vorstellungen des »unpolitischen Sports«, die die Verbindungen von (nationalstaatlicher) Politik und fußballerischem Feld zwar nicht aufheben, sie aber schwerer sichtbar machen.
Ähnlich komplex erscheinen auch die Auswirkungen der zunehmenden Ökonomisierung und Professionalisierung von Organisation und Vermarktung des Fußballs für seine Rolle als »Arena der Männlichkeit«. Zwar bleiben auch die Vereinsetagen und Boardrooms jener Konzerne, die heute den medialisierten Fußballbetrieb lenken, ein Hort tatkräftiger Männlichkeit. Doch gerade was das Fußballpublikum an den Fernsehschirmen und in den Stadien betrifft, hat sich im letzten Jahrzehnt eine Diskussion über ein zunehmendes De-Gendering des Fußballs entwickelt. Frauen galten seit den 1990er Jahren als hoffnungsvoller Markt für die Erweiterung des KundInnenkreises. In kritischen Fandiskursen besitzt die Rede vom Kampf gegen die neuen »Konsumenten und Konsumentinnen« des Fußballs (denen etwa mangelnde Loyalität zum Verein und die ausschließliche Orientierung an sportlichem Erfolg unterstellt wird) dabei auch einen Geschlechteraspekt. Immer wieder wurde, gerade am britischen Beispiel, das in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle einnahm, auf jene Strategien der Fußballautoritäten verwiesen, friedlichere und besser kalkulierbare ZuschauerInnengruppen zum Fußball zu bringen, allen voran das sprichwörtliche »Familienpublikum« (Auch dieser Begriff zeugt nicht unbedingt von feministischen Grundsätzen bei der Definition solcher KundInnenstrategien). In den letzten Jahren fanden im Zuge der ökonomischen Transformation des Fußballs und seiner Strukturen eine Reihe von Kämpfen statt, die sich nicht zuletzt um die Frage drehten, wem dieser Sport gehöre: seinen Fans, den InvestorInnen, FunktionärInnen, den Spielern. Für viele Fans wurde die Suche nach neuen KundInnenschichten jedenfalls zu einem Inbegriff jener Praktiken, die heute vielerorts die Freiräume und autonomen Zonen der Stadien bedrohen und die Interessen jener, die in den Sport (zumindest dem eigenen Verständnis nach) die meiste Hingabe und Leidenschaft investieren, an den Rand drängen.
Betrachtet man nüchterne Zahlen des Stadion- und TV-Publikums, so relativiert sich allerdings das Bild von der Invasion der »Fußballkundinnen«. Nach wie vor bleibt das Fußballpublikum vorwiegend männlich.
Die »Professionalisierung« im Fußball auf Akteursebene kann auch als Inkorporation einer »Leitfiguration« globalisierter Männlichkeiten begriffen werden. So erscheinen die derzeitigen Kämpfe im europäischen Fußball auch als Streit unterschiedlicher Männlichkeitsmodelle: der »traditionsbewusste Fan« gegen den »Manager« und den »Tycoon« - und das auf Kosten von weiblichen Fußballfans und -sympathisantinnen, die von manchen kritischen Fans implizit zu unfreiwilligen Verbündeten der neuen Marktlogiken im Fußball erklärt werden.
Dabei würden sich aus feministischer wie demokratiepolitischer Sicht andere Allianzen anbieten: Was spricht gegen einen gemeinsamen Kampf männlicher und weiblicher LiebhaberInnen des Spiels für demokratischen und offenen Fußball, der den Fans Raum für ihre Ausdrucksmittel, ihre Leidenschaft, Solidarität und kritische Kompetenz gibt, der sich aber von jener männlichen libido dominandi, dem Verlangen zu herrschen (8), verabschiedet, die mit fußballerischen Begleiterscheinungen wie Gewalt, Rassismus, Chauvinismus, Homophobie - aber auch mit den Diskursen vom »Fußball als Ware« und damit den machtbewussten Lenkern des Fußballbusiness - verbunden ist.
Das männliche Geschlecht des Fußballs. Im Niemandsland zwischen Fußball- und Geschlechterforschung
Kritische Fußballforschung ist eine vergleichsweise junge wissenschaftliche Spezialisierung. Es ist noch nicht allzu lange her, dass die gesellschaftliche Banalität des Fußballs, das »offensichtlich nutzlose Spiel«(9), bei PhilosophInnen oder Kultur- und SozialwissenschafterInnen Aufmerksamkeit zu erregen vermochte (10). Vorerst aber war es Sport überhaupt, der als Projektionsfläche erkannt wurde, auf der sich alltägliche gesellschaftliche Verhältnisse, Konfliktkonstellationen und Wertstrukturen abbilden. Die soziale Realität des proletarisch konnotierten Fußballs dagegen war noch länger keines (wissenschaftlichen) Blicks würdig.
Ab Mitte der 1960er Jahre waren es moderne oder spätmoderne Klassiker der Soziologie (11), die ihr männlich gewachsenes und gehegtes Interesse an Sport in ein auch akademisch gebilligtes Forschungsanliegen übersetzten, Sport und Fußball als gesellschaftsanalytisch bemerkenswert auffassten und wissenschaftlicher Bearbeitung zuführten. Für Norbert Elias galt Fußball als gesellschaftliches Phänomen, das seine theoretische Sicht des Zivilisierungsprozesses, die historische Evidenz sukzessiver Rückdrängung physischer Gewalt zu bestätigen schien. Ihn interessierte insbesondere die Transformation wilder, fußballähnlicher Spiele im mittelalterlichen England in das zivilisierte, gewaltgezähmte Fußballspiel des 20. Jahrhunderts. Pierre Bourdieu wiederum identifizierte Sport als soziales Feld, auf dem man Veränderungen und Bedeutungen körperlicher wie kollektiver Praktiken nachzeichnen und verstehen lernen kann. Ferner deutete er Sport als Ergebnis des »wirklichen Spielens des Volkes«, das aber gegenwärtig »zum Volk zurück[kehrt] in Gestalt des fürs Volk geschaffenen Spektakels« (12).
Acht Jahrzehnte vor ihnen war bereits mit dem Sozialphilosophen und Ökonomen Thorstein Veblen ein Analytiker des Sportphänomens hervorgetreten, der die moderne Realität des Sports als Relikt archaischer Gesellschaften deutete und als geistlosen Ausdruck moderner Massengesellschaften oder überhaupt als »verdeckte Sinnlosigkeit« ächtete (13). Die sportbegeisterte bürgerliche Gesellschaft hatte Sport als Erziehungsmittel bürgerlicher Männlichkeit entdeckt: »Er soll nicht nur den Körper stählen, sondern angeblich auch einen männlichen Geist hervorbringen, und dies nicht nur beim Sportler selbst, sondern auch beim Zuschauer« (14).
Auch im deutschen Sprachraum wurden Sport und Fußball - besonders in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg - zu einem regen Debattierfeld, in dem nicht selten »national-pädagogische« auf demokratische Ambitionen sowie politisch-manipulative Absichten auf gesellschafts-kritische Sportskepsis trafen. Körperliche Betätigung wurde als Befreiungsmöglichkeit aus sozialen Fesseln erkannt (vgl. bürgerliche Frauenbewegung, ArbeiterInnensportbewegung), zugleich aber wurde sie auch zur geistlosen (Sport als intellektueller Entfaltung hinderlich) wie zwecklosen Tätigkeit (Körperleistung ohne Arbeitszweck) abgewertet. Schließlich wurde Sport, vor allem im anti-demokratischen und inhumanen Europa des 20. Jahrhunderts, durch totalitäre Bewegungen und Regime als Instrument der Manipulierung und Mobilisierung eingesetzt, was kritische Intellektuelle auch in der Ära des Postfaschismus noch gegen Sport einnehmen sollte.
Karl Jaspers erhoffte sich vom Massensport für die Nachkriegsjahre, dass er die »Triebe ab[lenkt]« und »eine Beruhigung der Massen [schafft]«. »Kampflust« und Sehnsucht nach »Heroismus« sollten pazifiziert werden, indem sie auf kompetitiven Sport umgelenkt werden (15). Ernst Bloch war durch die barbarische Geschichte seiner Epoche ernüchtert und versuchte sich mit Polemik von Täuschungen freizuhalten: »Nie wurde mehr Sport gewünscht, getrieben, geplant als heute, nie mehr von ihm erhofft. Er gilt als gesund, das Sportherz hat das Bierherz verdrängt. […]. In Kauf wird genommen, dass Sport in gebliebenen bürgerlichen Zuständen oft verdummt, also schon deshalb von oben gefördert wird«. (16) Theodor W. Adorno verwies unter Berufung auf Thorstein Veblen auf die Archaik regressiver Sportleidenschaft, die er freilich auf die Verhältnisse des totalitären 20. Jahrhunderts bezog: »Nichts aber ist moderner als diese Archaik: die sportlichen Veranstaltungen waren die Modelle der totalitären Massenversammlungen. Als tolerierte Exzesse verbinden sie das Moment der Grausamkeit und Aggression mit dem autoritären, dem disziplinierten Innehalten von Spielregeln: legal wie die neudeutschen und volksdemokratischen Pogrome«. (17)
Schließlich positionierten Adorno und andere VertreterInnen neomarxistischer Ideologiekritik (18) Sport im Kontext kapitalistischer Entfremdung und fetischisierten Warenscheins: »Der moderne Sport, […], sucht dem Leib einen Teil der Funktionen zurückzugeben, welche ihm die Maschine entzogen hat« (19). Er »ähnelt« schließlich »den Leib tendenziell selber der Maschine an. Darum gehört er ins Reich der Unfreiheit, wo immer man ihn auch organisiert« (20). Adorno fehlte das Vertrauen in eine humanisierende Wirkung des Sports.
In gewissem Sinne setzten Norbert Elias und Pierre Bourdieu an der Einsicht an, dass Sport im modernen Verständnis ein Produkt der Ära der Aufklärung sei. Bekanntlich haben Theodor W. Adorno und Max Horkheimer den historischen Vorgang der Aufklärung als dialektisches Phänomen gedeutet (21). Manchen scheint es, als ob auch moderner Sport sich auf dieser analytischen Folie aufspannen ließe:
»Einerseits finden wir im Sport den emanzipatorischen Humanismus, der sich im Ideal des ›Fair Play‹ und im Prinzip der Chancengleichheit widerspiegelt und andererseits setzt sich in der sportlichen Bewegungskultur das instrumentell-zweckrationale Denken durch, das sich im Begriff des ›Rekords‹ und im unerschütterlichen Glauben an einen unbegrenzten Leistungsfortschritt niederschlägt« (Schwier o.J.).
Eine solche Ambivalenz findet sich in fast allen ideologie- und gesellschaftskritischen Analysen, die das Phänomen modernen Sports nicht zur Gänze abwehren oder es gar als negative Projektion benutzen, sondern die auch eigene Parteilichkeit, nämlich ihre Freude am Sport, aufdecken.
Erst seit den späten 1970er Jahren hat auch Fußball durch die stärkere Zuwendung zu Popularkulturen und ihrer besonderen Bedeutung für alltägliche Bewusstseinsstrukturen - vor allem in Großbritannien - zunehmend wissenschaftliche Beachtung gefunden. Mit den Cultural Studies kamen kulturorientierte Ansätze in Verwendung, die Massen- und Fußballkulturen insbesondere aus macht- und hegemonietheoretischem Blickwinkel betrachteten. Zentrale Themen dieser Analysen waren Fankulturen, aber etwa auch Aspekte der Medialisierung von Sport.
Eine geschlechtersensible oder gar geschlechterkritische Perspektive ist aber auch im Malestream der Cultural Studies oft ausgeblieben. Nur ausnahmsweise und das auch recht verschämt wird von FußballforscherInnen der Cultural Studies hinter die Trennwände des Geschlechts geblickt, wobei die Thematisierung des eigenen Geschlechts Männern besonders schwer zu fallen scheint. Nach wie vor geben sich selbst kritische Fußballforscher meist eher geschlechtsblind und gehen der Bestellung ihres vertrauten Geschäfts nach, nämlich männlicher Fußballanalyse. Sonderbarerweise aber blenden sie aus ihren kritischen Herrschaftsanalysen mögliche Anzeichen für Geschlechterherrschaft aus. So wie Fußball ursprünglich als überhaupt »politisch neutral« stilisiert wurde (23), wird er gegenwärtig - trotz seiner offensichtlichen Männlichkeit - als geschlechtsneutral festgeschrieben. So wie Sexismus auf Fußballplätzen kaum geächtet wird, bleibt auch Androzentrismus in der Fußballforschung häufig unbedacht.
Was aber hat andererseits die seit den späten 1980er Jahren sich entwickelnde geschlechterkritische Sozial-, Politik und Kulturforschung an einschlägigen Einsichten in die Bedeutung der männlichen Kultstätten des Fußballs sowie in den allgemeinen Trend der »Sportifizierung« (24) vorzuweisen? Interessanterweise reichlich wenig. Zum einen, weil patriarchats- und herrschaftskritische Männlichkeitsforschung (nicht zu verwechseln mit Männerforschung) trotz bemerkenswerter prominenter Ansätze und wichtiger Beiträge zu maskulinismuskritischer Sportforschung (25) im Großen und Ganzen eine Randwissenschaftsart geblieben ist. Hat sie doch im sozial- und kulturwissenschaftlichen Mainstream einen minderen Status, nicht unähnlich der maskulin genormten Welt des Berufssports, in der Frauenfußball, Jugendsport oder Behindertensport geringen oder gar keinen Stellenwert einnehmen.
Zum anderen ist »hegemoniale Männlichkeit« mittlerweile zu einer Catch-Phrase geworden. Sie wird zwar in allen möglichen gesellschaftlichen Bereichen aufzuspüren versucht, ohne sich aber auch als anerkannte analytische Kategorie durchgesetzt zu haben. Da außerdem Gender Studies weiterhin im fast alleinigen Verantwortungsbereich von Frauen verblieben sind und sich ihr Erkenntnisinteresse eher an weiblichen Lebenszusammenhängen ausrichtet, rollt der Fußball nach wie vor an der Geschlechterforschung vorbei, sodass auch seine besondere Relevanz für die (Re-)Maskulinisierung der Geschlechterordnung unbemerkt bleibt.
Von wegn Guten Tach!
Fußnoten:
(1) Bourdieu, Pierre (2005), Die männliche Herrschaft, Frankfurt/M., S.132f.
(2) Mosse, George L. (1997), Das Bild des Mannes. Zur Konstruktion der modernen Männlichkeit, Frankfurt/M./Wien, S.57, 176.
(3) Connell, Robert W. (1999), Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten, Opladen, S.74.
(4) Markovits, Andrei S./Hellerman, Steven L. (2001), Offside: Soccer and American Exceptionalism, Princeton/Oxford.
(5) Sülzle, Almut (2005), »Fußball als Schutzraum für Männlichkeit? Ethnographische Anmerkungen zum Spielraum für Geschlechter im Stadion«, in: Antje Hagel, Nicole Selmer, Almut Sülzle (Hg.), gender kicks. Texte zu Fußball und Geschlecht. KOS-Schriften 10, Frankfurt/M., S. 37-52, S.48f.
(6) Ebd.
(7) Archetti, Eduardo P. (1999), Masculinities. Football, Polo and the Tango in Argentina, Oxford/New York, S.72.
(8) Bourdieu (2005), S.172.
(9) Bromberger, Christian (1998), »Fußball als Weltsicht und als Ritual«, in: Andréa Belliger, David J. Krieger (Hg.), Ritualtheorien. Ein einführendes Handbuch, Wiesbaden, S. 285-301, S.285).
(10) Einzig Sportwissenschaft im Sinne einer sporttechnischen und leistungsmaximierenden Hilfswissenschaft genoss Daseinsberechtigung. Selbst Sportsoziologie war im deutschen Sprachraum eher verpönt und fristete nur eine Randexistenz. Sportwissenschaft definierte und positionierte sich im Kontext der herrschenden (Sport-)Ideologien. Gesellschaftskritische Zugangsweisen gehörten jedenfalls nicht unbedingt zum sportwissenschaftlichen Mainstream. Die Geschichte der Sportwissenschaft als universitäres Fach begann im deutschen Sprachraum nach dem Ersten Weltkrieg, als in Reaktion auf den Versailler Vertrag (Verbot der allgemeinen Wehrpflicht) »universitäre Leibesübungen« institutionalisiert wurden, die als Ersatz für den Wehrdienst Pflichtsport paramilitärischen Charakters verankerten.
(11) Elias, Norbert/Dunning, Eric (2003), Sport und Spannung im Prozess der Zivilisation, Baden-Baden. Bourdieu, Pierre (1980/1992), »Programm für eine Soziologie des Sports«, in: ders., Rede und Antwort, Frankfurt/M., S. 193-207.
Bourdieu, Pierre (1986), »Historische und soziale Voraussetzungen modernen Sports«, in: Gerd Hortleder, Gunter Gebauer (Hg.), Sport - Eros - Tod, Frankfurt/M., S. 91-112.
(12) Bourdieu (2005), S.101.
(13) Veblen, Thorstein (1899/1986), Theorie der feinen Leute. Eine ökonomische Untersuchung der Institutionen, Frankfurt/M., S.248.
(14) Ebd., S.249. “
Find ich gar nicht. Endlich mal Zeit, die Wollpullover zu waschen und die Wohnung zu putzen, untermalt von der entspannten Radiokonferenz.
Guten Tach. “
Finde ich auch. Komme endlich mal zum Aufräumen.
Ein Tässchen Kaffee, oder auch zwei. Und dabei mal wieder die gute alte Radiokonferenz genießen. Immerhin müssen ja alle drei Top-Teams gleich ran.
Neuzugang Halil Altintopp im FR-Interview über das “Gebolze” unserer “Gurkentruppe”:
” … der Trainer legt sehr viel Wert auf die spielerische Komponente. Das merkt man in jedem Training. Hier soll jede Situation fußballerisch gelöst werden, hier soll offensiv und gepflegt gespielt werden. Das kommt mir entgegen, das ist die Spielweise, die ich liebe.”
Der Albert provoziert doch nur. Er weiß ganz genau, daß gerade spielstarke Mannschaften diese Herausforderung brauchen, um Höchstleistungen abrufen zu können.
“Der Albert provoziert doch nur. Er weiß ganz genau, daß gerade spielstarke Mannschaften diese Herausforderung brauchen, um Höchstleistungen abrufen zu können.”
So isses!
Köln mit dem Ausgleich und damit kurz vor der Meisterschaft, nicht?
Mein Ümit hat mir die Hand geschüttelt (wie pia schon ausgeplaudert hat) und auch gemeint, dass er nächste Woche wieder mitspielen wird. Mit Maske und so. BRAVO ÜMIT.
6 Spiele 6 Punkte ist doch Klasse. Leverkusen und HSV machen - nicht nur mir - den Tip kaputt. Bei Bochum-
Leverkusen bin ich selbst schuld wollte erst Remis tippen aber dann hab ichs dummerweise doch gelassen.
Schlacke 0:0 genau so ein Sch….Ich sag die Saison
kann ich abschreiben. Geht nur noch darum ober über der
Hunnert oder drunner (z.Zt.100).
ZITAT:
” Unter den ersten 35 Tippern hat sich nur einer daran erinnert, daß Nemberch der absolute Angstgegner der Schwaben ist. Ich sage mal: Schlüsselspiel! “
Ich sach ma, da haben dann 34 Tipper Ahnung und einer nicht ; )
Steht auf wenn ihr Adler seid.
Schee Gebabbel und des am frühe Morje.
fussball.de/c/21/63/58/20/21635820.html
Wow! Caio hat also “etwas verfolgt, was er auch zuletzt nicht ablegen konnte.”
Samstage ohne Fußball sind Kacke.
“Samstage ohne Fußball sind Kacke.”
Freitagabende ohne Fußball auch , so wie Gestern.
Bremen-Hertha war doch recht spannend, da man immer wieder aufs Neue schauen mußte, wer da eigentlich Not und wer Elend ist.
Befürchte, wir holen in Dortmund nix. Und entfernen uns damit wieder von Platz 6.
Großartiger Beitrag Murmel. :-)
Guten Tag auch.
P.S.: Dortmund ist wichtig, damit Bremen uns nicht davon zieht.
Jim, es ist noch früh geh doch mal Abwarten und Tee
trinken.
Ihr machts euch wieder mal ein bissi einfach. Ich habe da einen ganz andern Ansatz.
Der Mann ist auch ein Kind, das den Mann spielt. Daran erinnert uns Pierre Bourdieu in seiner Abhandlung über Die männliche Herrschaft. Weil Männer »dazu erzogen werden, die gesellschaftlichen Spiele anzuerkennen, deren Einsatz irgendeine Form von Herrschaft ist, und weil sie sehr früh schon […] zu Herrschenden bestimmt […] werden, haben sie das zweischneidige Privileg, sich den Spielen um die Herrschaft hinzugeben«.(1)
Das lässt einen an den Fußball denken. Es ist kein Zufall, dass die Klassiker der Männlichkeitsforschung immer wieder auf die Bedeutung der im 19. Jahrhundert neuen körperlichen Praktiken des Sports für die Konstruktion moderner Männlichkeiten hingewiesen haben. George L. Mosse beschrieb, wie der Turnhalle oder dem Spielfeld in den jungen Nationalstaaten eine entscheidende Rolle bei der Formung des »männlichen Stereotyps« zukam und wie solche Geschlechter-Bilder fest mit der Schaffung des nationalen Subjekts verbunden waren. Der Bürger wurde in den Institutionen Schule oder Militär zum Staatsbürger und Mann erzogen (2). Auch Robert W. Connell mit seinem Konzept der »hegemonialen Männlichkeiten« verstand den Sport als einen der Hauptorte für die Definition von Männlichkeit in der entstehenden Massenkultur (3).
Der Fußball hat einen weiten Weg hinter sich: Von den elitären Public Schools zur popularkulturellen Praxis und, als Profisport, vom English Game zum globalen kommerziellen Spektakel der Gegenwart. Geblieben ist seine Verbindung zu Männlichkeit und ihren Krisen - zumindest in jenen Ländern, wo der Fußball zu den Kernsportarten der jeweiligen »nationalen Sporträume« zählt (4). Wo Fußball zum nationalen Sport wurde, war er männlich kodiert und sahen sich Frauen meist symbolischer und realer Unterrepräsentation ausgesetzt. Mit dieser simplen Feststellung könnte man es bewenden lassen. Oder man nimmt sie zum Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen eines nur auf den ersten Blick einfachen Verhältnisses.
Ausdrucksformen »hegemonialer Männlichkeiten« bzw. nationale Stereotype des Männlichen waren veränderlich und unterschiedlich - sowohl historisch als auch regional. Gleichzeitig zählt Fußball nicht überall zu den jeweiligen Nationalsportarten, was auch seinen geschlechtlichen Bias beeinflusst. Bestes Beispiel dafür ist der fußballerische Exceptionalism der USA. Auf manchen Kontinenten ist der Fußball seit mehr als 100 Jahren institutionell und kulturell verankert. Anderswo, etwa in Ostasien, gilt er als boomende Trendsportart, für die sich auch Frauen begeistern.
Ganz prinzipiell gestaltet sich das Verhältnis von »hegemonialen Männlichkeiten« und Fußball nicht so eindeutig, wie man denken könnte. So wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass gerade die meisten Fankulturen, die lange proletarisch geprägt waren und heute nicht zuletzt durch jugendliche, »protestierende Männlichkeiten« bestimmt werden, nicht unbedingt mit jenen hegemonialen Mustern und Normbildern von Männlichkeit übereinstimmen, die aktuell gesellschaftlich dominieren (5). Dies wären vielmehr Figuren aus der Finanzwelt oder dem (Wissens-)Management. Ähnliches ließe sich für die Ebene der sportlichen Praxis, vom Amateuracker bis zur Allianz Arena ergänzen. Doch dass damit die Verbindung von Männlichkeit und Fußball grundlegend erschüttert wäre, ist nicht gesagt. Die Bezugnahme auf die scheinbar authentischen, rauen und proletarischen Milieus des Fußballs oder auf die globalen Stars dieses Sports ermöglichen es stattdessen den unterschiedlichsten Männern, sich selber »männlich zu machen« (6).
Der Fußball und speziell das Stadion ist durchaus ein Ort mit eigenen Regeln, auch was das Geschlechterverhältnis betrifft. Hier werden Geschlechtergrenzen nach wie vor enger gezogen als in der umgebenden Gesellschaft. Dies belegt etwa die Tatsache, dass es unseres Wissens derzeit im europäischen Fußball keinen aktiven Profi gibt, der sich explizit als homosexuell geoutet hat.
Auch das Verhältnis von Staatlichkeit, Nation und »männlichem« Fußball war historisch nicht eindimensional. Trotz seiner frühen Bindung an verschiedene gesellschaftliche »Einschließungsmilieus« wurde der Fußball als populare Praxis und ZuschauerInnensport auch zu einer »freien« Zone, in der sich Männlichkeiten abseits oder sogar im Widerspruch zu »offiziellen Ideologie(n) des nationalen Staatsbürgers« konstituieren konnten (7). Der Fußball wurde nicht mehr vorrangig mit der Schule, sondern mit der Straße assoziiert. Gleichzeitig existieren auch Vorstellungen des »unpolitischen Sports«, die die Verbindungen von (nationalstaatlicher) Politik und fußballerischem Feld zwar nicht aufheben, sie aber schwerer sichtbar machen.
Ähnlich komplex erscheinen auch die Auswirkungen der zunehmenden Ökonomisierung und Professionalisierung von Organisation und Vermarktung des Fußballs für seine Rolle als »Arena der Männlichkeit«. Zwar bleiben auch die Vereinsetagen und Boardrooms jener Konzerne, die heute den medialisierten Fußballbetrieb lenken, ein Hort tatkräftiger Männlichkeit. Doch gerade was das Fußballpublikum an den Fernsehschirmen und in den Stadien betrifft, hat sich im letzten Jahrzehnt eine Diskussion über ein zunehmendes De-Gendering des Fußballs entwickelt. Frauen galten seit den 1990er Jahren als hoffnungsvoller Markt für die Erweiterung des KundInnenkreises. In kritischen Fandiskursen besitzt die Rede vom Kampf gegen die neuen »Konsumenten und Konsumentinnen« des Fußballs (denen etwa mangelnde Loyalität zum Verein und die ausschließliche Orientierung an sportlichem Erfolg unterstellt wird) dabei auch einen Geschlechteraspekt. Immer wieder wurde, gerade am britischen Beispiel, das in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle einnahm, auf jene Strategien der Fußballautoritäten verwiesen, friedlichere und besser kalkulierbare ZuschauerInnengruppen zum Fußball zu bringen, allen voran das sprichwörtliche »Familienpublikum« (Auch dieser Begriff zeugt nicht unbedingt von feministischen Grundsätzen bei der Definition solcher KundInnenstrategien). In den letzten Jahren fanden im Zuge der ökonomischen Transformation des Fußballs und seiner Strukturen eine Reihe von Kämpfen statt, die sich nicht zuletzt um die Frage drehten, wem dieser Sport gehöre: seinen Fans, den InvestorInnen, FunktionärInnen, den Spielern. Für viele Fans wurde die Suche nach neuen KundInnenschichten jedenfalls zu einem Inbegriff jener Praktiken, die heute vielerorts die Freiräume und autonomen Zonen der Stadien bedrohen und die Interessen jener, die in den Sport (zumindest dem eigenen Verständnis nach) die meiste Hingabe und Leidenschaft investieren, an den Rand drängen.
Betrachtet man nüchterne Zahlen des Stadion- und TV-Publikums, so relativiert sich allerdings das Bild von der Invasion der »Fußballkundinnen«. Nach wie vor bleibt das Fußballpublikum vorwiegend männlich.
Die »Professionalisierung« im Fußball auf Akteursebene kann auch als Inkorporation einer »Leitfiguration« globalisierter Männlichkeiten begriffen werden. So erscheinen die derzeitigen Kämpfe im europäischen Fußball auch als Streit unterschiedlicher Männlichkeitsmodelle: der »traditionsbewusste Fan« gegen den »Manager« und den »Tycoon« - und das auf Kosten von weiblichen Fußballfans und -sympathisantinnen, die von manchen kritischen Fans implizit zu unfreiwilligen Verbündeten der neuen Marktlogiken im Fußball erklärt werden.
Dabei würden sich aus feministischer wie demokratiepolitischer Sicht andere Allianzen anbieten: Was spricht gegen einen gemeinsamen Kampf männlicher und weiblicher LiebhaberInnen des Spiels für demokratischen und offenen Fußball, der den Fans Raum für ihre Ausdrucksmittel, ihre Leidenschaft, Solidarität und kritische Kompetenz gibt, der sich aber von jener männlichen libido dominandi, dem Verlangen zu herrschen (8), verabschiedet, die mit fußballerischen Begleiterscheinungen wie Gewalt, Rassismus, Chauvinismus, Homophobie - aber auch mit den Diskursen vom »Fußball als Ware« und damit den machtbewussten Lenkern des Fußballbusiness - verbunden ist.
Das männliche Geschlecht des Fußballs. Im Niemandsland zwischen Fußball- und Geschlechterforschung
Kritische Fußballforschung ist eine vergleichsweise junge wissenschaftliche Spezialisierung. Es ist noch nicht allzu lange her, dass die gesellschaftliche Banalität des Fußballs, das »offensichtlich nutzlose Spiel«(9), bei PhilosophInnen oder Kultur- und SozialwissenschafterInnen Aufmerksamkeit zu erregen vermochte (10). Vorerst aber war es Sport überhaupt, der als Projektionsfläche erkannt wurde, auf der sich alltägliche gesellschaftliche Verhältnisse, Konfliktkonstellationen und Wertstrukturen abbilden. Die soziale Realität des proletarisch konnotierten Fußballs dagegen war noch länger keines (wissenschaftlichen) Blicks würdig.
Ab Mitte der 1960er Jahre waren es moderne oder spätmoderne Klassiker der Soziologie (11), die ihr männlich gewachsenes und gehegtes Interesse an Sport in ein auch akademisch gebilligtes Forschungsanliegen übersetzten, Sport und Fußball als gesellschaftsanalytisch bemerkenswert auffassten und wissenschaftlicher Bearbeitung zuführten. Für Norbert Elias galt Fußball als gesellschaftliches Phänomen, das seine theoretische Sicht des Zivilisierungsprozesses, die historische Evidenz sukzessiver Rückdrängung physischer Gewalt zu bestätigen schien. Ihn interessierte insbesondere die Transformation wilder, fußballähnlicher Spiele im mittelalterlichen England in das zivilisierte, gewaltgezähmte Fußballspiel des 20. Jahrhunderts. Pierre Bourdieu wiederum identifizierte Sport als soziales Feld, auf dem man Veränderungen und Bedeutungen körperlicher wie kollektiver Praktiken nachzeichnen und verstehen lernen kann. Ferner deutete er Sport als Ergebnis des »wirklichen Spielens des Volkes«, das aber gegenwärtig »zum Volk zurück[kehrt] in Gestalt des fürs Volk geschaffenen Spektakels« (12).
Acht Jahrzehnte vor ihnen war bereits mit dem Sozialphilosophen und Ökonomen Thorstein Veblen ein Analytiker des Sportphänomens hervorgetreten, der die moderne Realität des Sports als Relikt archaischer Gesellschaften deutete und als geistlosen Ausdruck moderner Massengesellschaften oder überhaupt als »verdeckte Sinnlosigkeit« ächtete (13). Die sportbegeisterte bürgerliche Gesellschaft hatte Sport als Erziehungsmittel bürgerlicher Männlichkeit entdeckt: »Er soll nicht nur den Körper stählen, sondern angeblich auch einen männlichen Geist hervorbringen, und dies nicht nur beim Sportler selbst, sondern auch beim Zuschauer« (14).
Auch im deutschen Sprachraum wurden Sport und Fußball - besonders in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg - zu einem regen Debattierfeld, in dem nicht selten »national-pädagogische« auf demokratische Ambitionen sowie politisch-manipulative Absichten auf gesellschafts-kritische Sportskepsis trafen. Körperliche Betätigung wurde als Befreiungsmöglichkeit aus sozialen Fesseln erkannt (vgl. bürgerliche Frauenbewegung, ArbeiterInnensportbewegung), zugleich aber wurde sie auch zur geistlosen (Sport als intellektueller Entfaltung hinderlich) wie zwecklosen Tätigkeit (Körperleistung ohne Arbeitszweck) abgewertet. Schließlich wurde Sport, vor allem im anti-demokratischen und inhumanen Europa des 20. Jahrhunderts, durch totalitäre Bewegungen und Regime als Instrument der Manipulierung und Mobilisierung eingesetzt, was kritische Intellektuelle auch in der Ära des Postfaschismus noch gegen Sport einnehmen sollte.
Karl Jaspers erhoffte sich vom Massensport für die Nachkriegsjahre, dass er die »Triebe ab[lenkt]« und »eine Beruhigung der Massen [schafft]«. »Kampflust« und Sehnsucht nach »Heroismus« sollten pazifiziert werden, indem sie auf kompetitiven Sport umgelenkt werden (15). Ernst Bloch war durch die barbarische Geschichte seiner Epoche ernüchtert und versuchte sich mit Polemik von Täuschungen freizuhalten: »Nie wurde mehr Sport gewünscht, getrieben, geplant als heute, nie mehr von ihm erhofft. Er gilt als gesund, das Sportherz hat das Bierherz verdrängt. […]. In Kauf wird genommen, dass Sport in gebliebenen bürgerlichen Zuständen oft verdummt, also schon deshalb von oben gefördert wird«. (16) Theodor W. Adorno verwies unter Berufung auf Thorstein Veblen auf die Archaik regressiver Sportleidenschaft, die er freilich auf die Verhältnisse des totalitären 20. Jahrhunderts bezog: »Nichts aber ist moderner als diese Archaik: die sportlichen Veranstaltungen waren die Modelle der totalitären Massenversammlungen. Als tolerierte Exzesse verbinden sie das Moment der Grausamkeit und Aggression mit dem autoritären, dem disziplinierten Innehalten von Spielregeln: legal wie die neudeutschen und volksdemokratischen Pogrome«. (17)
Schließlich positionierten Adorno und andere VertreterInnen neomarxistischer Ideologiekritik (18) Sport im Kontext kapitalistischer Entfremdung und fetischisierten Warenscheins: »Der moderne Sport, […], sucht dem Leib einen Teil der Funktionen zurückzugeben, welche ihm die Maschine entzogen hat« (19). Er »ähnelt« schließlich »den Leib tendenziell selber der Maschine an. Darum gehört er ins Reich der Unfreiheit, wo immer man ihn auch organisiert« (20). Adorno fehlte das Vertrauen in eine humanisierende Wirkung des Sports.
In gewissem Sinne setzten Norbert Elias und Pierre Bourdieu an der Einsicht an, dass Sport im modernen Verständnis ein Produkt der Ära der Aufklärung sei. Bekanntlich haben Theodor W. Adorno und Max Horkheimer den historischen Vorgang der Aufklärung als dialektisches Phänomen gedeutet (21). Manchen scheint es, als ob auch moderner Sport sich auf dieser analytischen Folie aufspannen ließe:
»Einerseits finden wir im Sport den emanzipatorischen Humanismus, der sich im Ideal des ›Fair Play‹ und im Prinzip der Chancengleichheit widerspiegelt und andererseits setzt sich in der sportlichen Bewegungskultur das instrumentell-zweckrationale Denken durch, das sich im Begriff des ›Rekords‹ und im unerschütterlichen Glauben an einen unbegrenzten Leistungsfortschritt niederschlägt« (Schwier o.J.).
Eine solche Ambivalenz findet sich in fast allen ideologie- und gesellschaftskritischen Analysen, die das Phänomen modernen Sports nicht zur Gänze abwehren oder es gar als negative Projektion benutzen, sondern die auch eigene Parteilichkeit, nämlich ihre Freude am Sport, aufdecken.
Erst seit den späten 1970er Jahren hat auch Fußball durch die stärkere Zuwendung zu Popularkulturen und ihrer besonderen Bedeutung für alltägliche Bewusstseinsstrukturen - vor allem in Großbritannien - zunehmend wissenschaftliche Beachtung gefunden. Mit den Cultural Studies kamen kulturorientierte Ansätze in Verwendung, die Massen- und Fußballkulturen insbesondere aus macht- und hegemonietheoretischem Blickwinkel betrachteten. Zentrale Themen dieser Analysen waren Fankulturen, aber etwa auch Aspekte der Medialisierung von Sport.
Eine geschlechtersensible oder gar geschlechterkritische Perspektive ist aber auch im Malestream der Cultural Studies oft ausgeblieben. Nur ausnahmsweise und das auch recht verschämt wird von FußballforscherInnen der Cultural Studies hinter die Trennwände des Geschlechts geblickt, wobei die Thematisierung des eigenen Geschlechts Männern besonders schwer zu fallen scheint. Nach wie vor geben sich selbst kritische Fußballforscher meist eher geschlechtsblind und gehen der Bestellung ihres vertrauten Geschäfts nach, nämlich männlicher Fußballanalyse. Sonderbarerweise aber blenden sie aus ihren kritischen Herrschaftsanalysen mögliche Anzeichen für Geschlechterherrschaft aus. So wie Fußball ursprünglich als überhaupt »politisch neutral« stilisiert wurde (23), wird er gegenwärtig - trotz seiner offensichtlichen Männlichkeit - als geschlechtsneutral festgeschrieben. So wie Sexismus auf Fußballplätzen kaum geächtet wird, bleibt auch Androzentrismus in der Fußballforschung häufig unbedacht.
Was aber hat andererseits die seit den späten 1980er Jahren sich entwickelnde geschlechterkritische Sozial-, Politik und Kulturforschung an einschlägigen Einsichten in die Bedeutung der männlichen Kultstätten des Fußballs sowie in den allgemeinen Trend der »Sportifizierung« (24) vorzuweisen? Interessanterweise reichlich wenig. Zum einen, weil patriarchats- und herrschaftskritische Männlichkeitsforschung (nicht zu verwechseln mit Männerforschung) trotz bemerkenswerter prominenter Ansätze und wichtiger Beiträge zu maskulinismuskritischer Sportforschung (25) im Großen und Ganzen eine Randwissenschaftsart geblieben ist. Hat sie doch im sozial- und kulturwissenschaftlichen Mainstream einen minderen Status, nicht unähnlich der maskulin genormten Welt des Berufssports, in der Frauenfußball, Jugendsport oder Behindertensport geringen oder gar keinen Stellenwert einnehmen.
Zum anderen ist »hegemoniale Männlichkeit« mittlerweile zu einer Catch-Phrase geworden. Sie wird zwar in allen möglichen gesellschaftlichen Bereichen aufzuspüren versucht, ohne sich aber auch als anerkannte analytische Kategorie durchgesetzt zu haben. Da außerdem Gender Studies weiterhin im fast alleinigen Verantwortungsbereich von Frauen verblieben sind und sich ihr Erkenntnisinteresse eher an weiblichen Lebenszusammenhängen ausrichtet, rollt der Fußball nach wie vor an der Geschlechterforschung vorbei, sodass auch seine besondere Relevanz für die (Re-)Maskulinisierung der Geschlechterordnung unbemerkt bleibt.
Von wegn Guten Tach!
Fußnoten:
(1) Bourdieu, Pierre (2005), Die männliche Herrschaft, Frankfurt/M., S.132f.
(2) Mosse, George L. (1997), Das Bild des Mannes. Zur Konstruktion der modernen Männlichkeit, Frankfurt/M./Wien, S.57, 176.
(3) Connell, Robert W. (1999), Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten, Opladen, S.74.
(4) Markovits, Andrei S./Hellerman, Steven L. (2001), Offside: Soccer and American Exceptionalism, Princeton/Oxford.
(5) Sülzle, Almut (2005), »Fußball als Schutzraum für Männlichkeit? Ethnographische Anmerkungen zum Spielraum für Geschlechter im Stadion«, in: Antje Hagel, Nicole Selmer, Almut Sülzle (Hg.), gender kicks. Texte zu Fußball und Geschlecht. KOS-Schriften 10, Frankfurt/M., S. 37-52, S.48f.
(6) Ebd.
(7) Archetti, Eduardo P. (1999), Masculinities. Football, Polo and the Tango in Argentina, Oxford/New York, S.72.
(8) Bourdieu (2005), S.172.
(9) Bromberger, Christian (1998), »Fußball als Weltsicht und als Ritual«, in: Andréa Belliger, David J. Krieger (Hg.), Ritualtheorien. Ein einführendes Handbuch, Wiesbaden, S. 285-301, S.285).
(10) Einzig Sportwissenschaft im Sinne einer sporttechnischen und leistungsmaximierenden Hilfswissenschaft genoss Daseinsberechtigung. Selbst Sportsoziologie war im deutschen Sprachraum eher verpönt und fristete nur eine Randexistenz. Sportwissenschaft definierte und positionierte sich im Kontext der herrschenden (Sport-)Ideologien. Gesellschaftskritische Zugangsweisen gehörten jedenfalls nicht unbedingt zum sportwissenschaftlichen Mainstream. Die Geschichte der Sportwissenschaft als universitäres Fach begann im deutschen Sprachraum nach dem Ersten Weltkrieg, als in Reaktion auf den Versailler Vertrag (Verbot der allgemeinen Wehrpflicht) »universitäre Leibesübungen« institutionalisiert wurden, die als Ersatz für den Wehrdienst Pflichtsport paramilitärischen Charakters verankerten.
(11) Elias, Norbert/Dunning, Eric (2003), Sport und Spannung im Prozess der Zivilisation, Baden-Baden. Bourdieu, Pierre (1980/1992), »Programm für eine Soziologie des Sports«, in: ders., Rede und Antwort, Frankfurt/M., S. 193-207.
Bourdieu, Pierre (1986), »Historische und soziale Voraussetzungen modernen Sports«, in: Gerd Hortleder, Gunter Gebauer (Hg.), Sport - Eros - Tod, Frankfurt/M., S. 91-112.
(12) Bourdieu (2005), S.101.
(13) Veblen, Thorstein (1899/1986), Theorie der feinen Leute. Eine ökonomische Untersuchung der Institutionen, Frankfurt/M., S.248.
(14) Ebd., S.249.
Unfug.
Wtf?
??? ..was geht mit dir ab?
@12
Wen meinst du?
Na den Spinner:))
Für den express isses einfach noch zu früh. Der Übertrifft sich heute wieder selbst..
Herrlich!
Was ist am Express so besonders? Bevor gleich das harte Tagwerk beginnt, würde ich mich gerne nochmal amüsieren.
Setz mal deine Hundemaske ab.
Ah ich verstehe, das ist wohl ein Generationsunterschied :D
Texte, in denen Bourdieu oder Durkheim zitiert werden, sind per Standardeinstellung zu überlesen. Pah.
Ist ein Murmeltier eigentlich mit einem Maulwurf verwandt?
Eins noch, dann entschwinde ich.
Dieser Arno Dübel ist mein neues Vorbild. Er hat es einfach raus.
Lol.
Ma was anneres.
Der Trainer über Mister Njet.
derwesten.de/sport/fussball/bvb/Skibbe-scheut...
Taxonomie des (europäischen) Maulwurfs:
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Maulwürfe (Talpidae)
Unterfamilie: Altweltmaulwürfe (Talpinae)
Tribus: Eigentliche Maulwürfe (Talpini)
Gattung: Eurasische Maulwürfe (Talpa)
Taxonomie des Murmeltiers:
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erdhörnchen (Xerinae)
Tribus: Echte Erdhörnchen (Marmotini)
Gattung: Murmeltiere
Nein, die sind nicht verwandt.
Nur Fußball im Kopp der Kerl!
um mal wieder zum thema zurückzukehren:
guten tach.
Wie der den Kerner auflaufen lässt, da wird ja selbst ein Schmidt blass.
Weltklasse der Mann.
Gibt es eigentlich irgendjemanden, der sich den Beitrag von HG wirklich komplett durchgelesen hat? :-)
Ich habe ja nicht mal den Beitrag vom Murmeltier ganz gepackt.
ZITAT:
” Ich habe ja nicht mal den Beitrag vom Murmeltier ganz gepackt. “
Du mußt dich halt auch mal an einem Text abarbeiten.
Moin,
Bourdieu um 7.19 Uhr? Ich leg mich nochmal hin.
ZITAT:
” Ich habe ja nicht mal den Beitrag vom Murmeltier ganz gepackt. “
;-) der war ja auch extrem lang.
@jona_m (27):
Nein. Siehe (19).
Wird ja ein spannender Abend wenn der genauso auflegt wie er schreibt.
Morsche.
@9
Randale, Bambule, Frankfurter Schule!
@9
und ach ja: Vielen Dank für diesen Beitrag. Genial!
Härd mer doch uff mit dem wissenschaftliche Kram, den kaa Sau versteht. Ihr habd Dinger druff ,abber sacht emal wer spielt dann eischendlisch im Door heut.
Des muss ja jetzd langsam emal klar wern , weche de
Amis un so.
So e Paggerei fer en Umzuch dauerd nämlisch gans schee
lang.
@ 9 HeinzGründel:
Endlich die Verbindung zwischen Pierre Bourdieu und dem annere Frankfurter Bubb von der Bockenheimer Landstrasse (Adorno)gezogen - jetzt verstehe ich erst richtig, was Skibbe im Interview mit Fussball.de über die Vereinsphilosophie angedeutet hat. Und HeinzGründels Timing ist ja auch ganz Klasse - wenn auch etwas perfide: Da heut kein Fussball ist, haben wir den ganzen Tag Zeit, uns den Text zu verinnerlichen. Klasse.
ZITAT:
” Gibt es eigentlich irgendjemanden, der sich den Beitrag von HG wirklich komplett durchgelesen hat? :-) “
den heb ich mir fürs Sterbebett auf. Morsche ähhh Guten Tach, heisst das heute wohl.
ZITAT:
” Ist ein Murmeltier eigentlich mit einem Maulwurf verwandt? “
Mutter Murmeltier wurde im dunkeln von einem feschen Maulwurf verführt. Man weiß es nicht.
@9 Argh Heinz,
und ich fange auch noch an den Scheixx zu lesen…
Eigentlich sollte ich es ja besser wissen.
Was Anneres. Das war doch gestern ein Foul im Fünfer von Gekas oder hatte mir schon der Wein vollständig die Sinne getrübt?
Genialer Gastbeitrag Murmeltier. Aber ist das jetzt Fakt oder nur eine Meinung?
Morsche.
Guten Tach, ich war gestern in Dortmund und da musste ich erfahren: die haben Angst! Angst, dass ihr am oberen Limit spielendes Team nach der Klatsche von Stuttgart auseinander fällt. Der Mannschaft verleiht, laut Aussage eines schwatt-gelben Dauerkartenbesitzers, die gelbe Wand mal Flügel, mal lähmt sie die eigenen Spieler. Gefühlte Tendenz bei den Fans: Lähmung am Sonntag! (Ich wollte da nicht wiedersprechen…)
Trendwende, Auswärtssieg, fertig.
Über den Trainer:
“Auch früher sei er nicht immer einer Meinung mit den jeweiligen Klub-Verantwortlichen gewesen, doch nun sind die Strukturen anders: „In Dortmund habe ich mit Niebaum, Meier und Zorc diskutiert, in Leverkusen mit Holzhäuser, Völler und Reschke. In Frankfurt rede ich mit Bruchhagen, Bruchhagen und Bruchhagen. Kommt ein Nein von ihm, ist es immer ein dreifaches Nein, das macht es schwieriger.“
derwesten.de/sport/fussball/bvb/Skibbe-scheut...
“Bruchhagen, Bruchhagen und Bruchhagen”, hihi Holz scheint dem morgendlichen Kaffee mittlerweile fern zu bleiben.
Beantrage Triple HB ins Sprachkleid aufzunehmen.
@ 9:
Grandioser Beitrag von Heinz, mit dem er noch den ebenfalls von ihm verfassten Bestseller “Bekenntnisse eines monströsen Käses” toppt, jenes Werk von überwältigender philosophischer Bedeutung, in dem er nicht nur nachweist, dass Kant sich über das Universum geirrt hat, sondern dass er sich im Resaurant auch immer um die Rechnung drückte.
Bei der Analyse der spezifisch maskulinen Komponente des Fußballsports fehlt mir allerdings der Hinweis auf die existentielle Bedeutung der langen Unterhose im kalten Winterstadion. Schließlich hat schon Breuer (”Psychoanalytische Rundschau, S. 4) auf den bekannten Zusammenhang zwischen warmem Beinkleid und Arjen Robbens beständigem Gefühl, es werde von Menschen mit Doppelkinn hinter seinem Rücken über ihn getratscht, hingewiesen. An dieser Stelle rächt es sich bitter, nicht auf den fundierten Kommentar des bekannten Metterling-Schülers Günter Eisenbud (Die gesammelten Wäschelisten Hans Metterlings, Band I, 437 Seiten 3687 ff.) eingegangen zu sein.
Die Offenbarung des Universums als einer komplexen Idee seiner selbst im Gegensatz zum Sein ist allerdings auch ein unerschöpfliches Thema, das in dem hier zur Verfügung stehenden Rahmen nie erschöpfend ausgeleuchtet werden kann. :-)
” Genialer Gastbeitrag Murmeltier. Aber ist das jetzt Fakt oder nur eine Meinung? “
Das ist Religion und Weltanschauung.
Eins noch:
Ich werde Arno Dübel einen Lied widmen und ich habe schon Teile des Refrains.
Ja wir haben ein Idol
Arno Dübel
Das wird ein Kracher.
Der soll sich erst mal waschen und rasieren.
@42
Das ist in der Tat ein Problem. Wenn ich die Ansprechpartner A, B und C habe ist es einfacher. Einen kann ich immer bespaßen , bequatschen oder einfach mal belügen, um mein Ziel zu erreichen.
belügen? Um Gottes Willen, das sind doch alles Ehrenmänner, denen es nur um die Sache und nieeeemals um persönliche Eitelkeit und Machtstreben geht.
@48, genau
“but Brutus is an honorable man”
@Stefan - ich lob Dich mal wegen dem Twitter Feed Fenster, ganz toll so ein TFF am frühen morgen
@Heinz - Deine Dialektik in Ehren, aber dem Konstrukt des Lebens ohne Fussball an Samstagen ist leider damit nicht beizukommen
Högschde Alarmstufe
11freunde.de/international/127562?page=1
#9 + #43
herzlichen Dank für diese Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
#9 hab ich allerdings nur halb lesen können, dann hatte ich zu viel Durst
#49 habe ich durchgängig verstanden und nach dem Lachen noch mehr Durst
heute gegen Mittag jemand bei Günther’s ?
ZITAT:
” heute gegen Mittag jemand bei Günther’s ? “
zur einer ausführlichen Besprechung des Gastbeitrages?
http://www.youtube.com/watch?v=P2nCsqujCsQ
Hoffentlich und wirklich hoffentlich bekommt noch jemand einen Ohrwurm und ich stehe nicht alleine blöd da.
Aus all dem hochliterarischen so früh am morgen konnt ich mir nur “Durst” merken. Ich glaub heut gibts ne Waffel zum Frühstück. Günter’s not dead.
“so früh am morgen konnt ich mir nur “Durst” merken”
dann du hast du den wichtigste Teil behalten :-)
ZITAT:
” Hoffentlich und wirklich hoffentlich bekommt noch jemand einen Ohrwurm und ich stehe nicht alleine blöd da. “
argh …
Hey got any grapes?
ZITAT:
” http://www.youtube.com/watch?v=P2nCsqujCsQ
Hoffentlich und wirklich hoffentlich bekommt noch jemand einen Ohrwurm und ich stehe nicht alleine blöd da. “
http://fun.drno.de/flash/thellamasong.swf
Nein, ich klicke das nicht an.
@ 9, surkamp ist doch nach berlin umgezogen, warum haben die den schwafler hg nicht gleich mitgenommen??
Now I waddle to the Äbbelwoi stand maybe I will get some Schoppe
(sing) waddle away, waddle waddle
Das Suhrkamp-Programm ist viel zu trivial dafür.
Guten Tach!
faz.net/s/RubC17179D529AB4E2BBEDB095D7C41F468...
Guten Tach Teil 2!
zazzle.de/frauen_gegen_moderne_fussball_brown...
Ich lege mal die nackten Fakten auf den Tisch.
Keine Chance, deutliche Niederlage. Leider, aber so ist es nun mal.
Gewohnt eloquent, das Murmeltier. Bravo!
Tach aach.
Was soll das denn heißen: “Gastbeiträge geben nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder.”?
Empörend.
“Keine Chance, deutliche Niederlage.”
Sehe ich genauso.
AUSWÄRTSSIERG!!!
Aufgrund der Verletztenmisere der Eintracht hat der Vorstand keine Mühen und Kosten gescheut das Training
zukünftig in extra maßgeschneidertem Outfit durchführen
zu lassen:
youtube.com/watch?v=_hrUNRjuRIg&NR=1
Heinz, Heinz, Heinz…
Du musst langsam was mache.
Frühling !
tirili!
Eine Hitze!
Werde heute Abend in Shorts und Flip Flops im Fritsche aufschlagen.
Wer kommt denn noch ?
ich hasse es, Samstags in den Konsumtempel zu müssen. Diese ganzen ungeübten Wochenendeinkäufer sind schlimmer als der schlimmste Sonntagsfahrer.
“Wer kommt denn noch ?”
Das Murmeltier.
mein überlegter Trainingsbesuch fällt aus, ich bin leicht kränkelnd
Natürlich. Es schneit ja auch wie wild …
stefan bist du vor ort?
schwör
ausserdem kommt Besuch
Ich fahre mal raus, ja.
ZITAT:
” ausserdem kommt Besuch
Höchststrafe.
Wer besucht einen Österreicher?
mich niemand, die kommen zur Fraa
Gute Güte!
gibt schlimmeres
ich schaue auch vorbei.
also beim ösi natürlich. ;-)
Gut. Fahrn wir alle zum Ösi.
Der Kaiser spricht ein Machtwort! Der mag den Bierhoff wohl nicht…
welt.de/sport/fussball/article6278655/Beckenb...
ich fahre doch zum Training. YEAH!!
Ok - wir gehen taktisch vor. Ein Teil fährt nach Vilbel, ein anderer Teil an den Stadtwald. Nicht dass uns der Kerl durch die Lappen geht.
ich fahre an den Wald, meinen Ümit anfeuern - und ein paar rooochen, gut für den Hals
ZITAT:
” Ok - wir gehen taktisch vor. Ein Teil fährt nach Vilbel, ein anderer Teil an den Stadtwald. Nicht dass uns der Kerl durch die Lappen geht. “
ich liebe es, wenn ein plan funktioniert.
Gute Entscheidung.
Ich bepöbel heute mal den Seppltürken
bis später - Besuch ist da, ich wech.
Un?
Morgen, 13.15 Uhr, Liga 2: 49 000 Zuschauer.
Und wo?
Bei der Fortuna, yeah!
Yeahchen!
Mit Fortune:)
ZITAT:
” Ihr machts euch wieder mal ein bissi einfach. Ich habe da einen ganz andern Ansatz.
Der Mann ist auch ein Kind, das den Mann spielt. Daran erinnert uns Pierre Bourdieu in seiner Abhandlung über Die männliche Herrschaft. Weil Männer »dazu erzogen werden, die gesellschaftlichen Spiele anzuerkennen, deren Einsatz irgendeine Form von Herrschaft ist, und weil sie sehr früh schon […] zu Herrschenden bestimmt […] werden, haben sie das zweischneidige Privileg, sich den Spielen um die Herrschaft hinzugeben«.(1)
Das lässt einen an den Fußball denken. Es ist kein Zufall, dass die Klassiker der Männlichkeitsforschung immer wieder auf die Bedeutung der im 19. Jahrhundert neuen körperlichen Praktiken des Sports für die Konstruktion moderner Männlichkeiten hingewiesen haben. George L. Mosse beschrieb, wie der Turnhalle oder dem Spielfeld in den jungen Nationalstaaten eine entscheidende Rolle bei der Formung des »männlichen Stereotyps« zukam und wie solche Geschlechter-Bilder fest mit der Schaffung des nationalen Subjekts verbunden waren. Der Bürger wurde in den Institutionen Schule oder Militär zum Staatsbürger und Mann erzogen (2). Auch Robert W. Connell mit seinem Konzept der »hegemonialen Männlichkeiten« verstand den Sport als einen der Hauptorte für die Definition von Männlichkeit in der entstehenden Massenkultur (3).
Der Fußball hat einen weiten Weg hinter sich: Von den elitären Public Schools zur popularkulturellen Praxis und, als Profisport, vom English Game zum globalen kommerziellen Spektakel der Gegenwart. Geblieben ist seine Verbindung zu Männlichkeit und ihren Krisen - zumindest in jenen Ländern, wo der Fußball zu den Kernsportarten der jeweiligen »nationalen Sporträume« zählt (4). Wo Fußball zum nationalen Sport wurde, war er männlich kodiert und sahen sich Frauen meist symbolischer und realer Unterrepräsentation ausgesetzt. Mit dieser simplen Feststellung könnte man es bewenden lassen. Oder man nimmt sie zum Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen eines nur auf den ersten Blick einfachen Verhältnisses.
Ausdrucksformen »hegemonialer Männlichkeiten« bzw. nationale Stereotype des Männlichen waren veränderlich und unterschiedlich - sowohl historisch als auch regional. Gleichzeitig zählt Fußball nicht überall zu den jeweiligen Nationalsportarten, was auch seinen geschlechtlichen Bias beeinflusst. Bestes Beispiel dafür ist der fußballerische Exceptionalism der USA. Auf manchen Kontinenten ist der Fußball seit mehr als 100 Jahren institutionell und kulturell verankert. Anderswo, etwa in Ostasien, gilt er als boomende Trendsportart, für die sich auch Frauen begeistern.
Ganz prinzipiell gestaltet sich das Verhältnis von »hegemonialen Männlichkeiten« und Fußball nicht so eindeutig, wie man denken könnte. So wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass gerade die meisten Fankulturen, die lange proletarisch geprägt waren und heute nicht zuletzt durch jugendliche, »protestierende Männlichkeiten« bestimmt werden, nicht unbedingt mit jenen hegemonialen Mustern und Normbildern von Männlichkeit übereinstimmen, die aktuell gesellschaftlich dominieren (5). Dies wären vielmehr Figuren aus der Finanzwelt oder dem (Wissens-)Management. Ähnliches ließe sich für die Ebene der sportlichen Praxis, vom Amateuracker bis zur Allianz Arena ergänzen. Doch dass damit die Verbindung von Männlichkeit und Fußball grundlegend erschüttert wäre, ist nicht gesagt. Die Bezugnahme auf die scheinbar authentischen, rauen und proletarischen Milieus des Fußballs oder auf die globalen Stars dieses Sports ermöglichen es stattdessen den unterschiedlichsten Männern, sich selber »männlich zu machen« (6).
Der Fußball und speziell das Stadion ist durchaus ein Ort mit eigenen Regeln, auch was das Geschlechterverhältnis betrifft. Hier werden Geschlechtergrenzen nach wie vor enger gezogen als in der umgebenden Gesellschaft. Dies belegt etwa die Tatsache, dass es unseres Wissens derzeit im europäischen Fußball keinen aktiven Profi gibt, der sich explizit als homosexuell geoutet hat.
Auch das Verhältnis von Staatlichkeit, Nation und »männlichem« Fußball war historisch nicht eindimensional. Trotz seiner frühen Bindung an verschiedene gesellschaftliche »Einschließungsmilieus« wurde der Fußball als populare Praxis und ZuschauerInnensport auch zu einer »freien« Zone, in der sich Männlichkeiten abseits oder sogar im Widerspruch zu »offiziellen Ideologie(n) des nationalen Staatsbürgers« konstituieren konnten (7). Der Fußball wurde nicht mehr vorrangig mit der Schule, sondern mit der Straße assoziiert. Gleichzeitig existieren auch Vorstellungen des »unpolitischen Sports«, die die Verbindungen von (nationalstaatlicher) Politik und fußballerischem Feld zwar nicht aufheben, sie aber schwerer sichtbar machen.
Ähnlich komplex erscheinen auch die Auswirkungen der zunehmenden Ökonomisierung und Professionalisierung von Organisation und Vermarktung des Fußballs für seine Rolle als »Arena der Männlichkeit«. Zwar bleiben auch die Vereinsetagen und Boardrooms jener Konzerne, die heute den medialisierten Fußballbetrieb lenken, ein Hort tatkräftiger Männlichkeit. Doch gerade was das Fußballpublikum an den Fernsehschirmen und in den Stadien betrifft, hat sich im letzten Jahrzehnt eine Diskussion über ein zunehmendes De-Gendering des Fußballs entwickelt. Frauen galten seit den 1990er Jahren als hoffnungsvoller Markt für die Erweiterung des KundInnenkreises. In kritischen Fandiskursen besitzt die Rede vom Kampf gegen die neuen »Konsumenten und Konsumentinnen« des Fußballs (denen etwa mangelnde Loyalität zum Verein und die ausschließliche Orientierung an sportlichem Erfolg unterstellt wird) dabei auch einen Geschlechteraspekt. Immer wieder wurde, gerade am britischen Beispiel, das in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle einnahm, auf jene Strategien der Fußballautoritäten verwiesen, friedlichere und besser kalkulierbare ZuschauerInnengruppen zum Fußball zu bringen, allen voran das sprichwörtliche »Familienpublikum« (Auch dieser Begriff zeugt nicht unbedingt von feministischen Grundsätzen bei der Definition solcher KundInnenstrategien). In den letzten Jahren fanden im Zuge der ökonomischen Transformation des Fußballs und seiner Strukturen eine Reihe von Kämpfen statt, die sich nicht zuletzt um die Frage drehten, wem dieser Sport gehöre: seinen Fans, den InvestorInnen, FunktionärInnen, den Spielern. Für viele Fans wurde die Suche nach neuen KundInnenschichten jedenfalls zu einem Inbegriff jener Praktiken, die heute vielerorts die Freiräume und autonomen Zonen der Stadien bedrohen und die Interessen jener, die in den Sport (zumindest dem eigenen Verständnis nach) die meiste Hingabe und Leidenschaft investieren, an den Rand drängen.
Betrachtet man nüchterne Zahlen des Stadion- und TV-Publikums, so relativiert sich allerdings das Bild von der Invasion der »Fußballkundinnen«. Nach wie vor bleibt das Fußballpublikum vorwiegend männlich.
Die »Professionalisierung« im Fußball auf Akteursebene kann auch als Inkorporation einer »Leitfiguration« globalisierter Männlichkeiten begriffen werden. So erscheinen die derzeitigen Kämpfe im europäischen Fußball auch als Streit unterschiedlicher Männlichkeitsmodelle: der »traditionsbewusste Fan« gegen den »Manager« und den »Tycoon« - und das auf Kosten von weiblichen Fußballfans und -sympathisantinnen, die von manchen kritischen Fans implizit zu unfreiwilligen Verbündeten der neuen Marktlogiken im Fußball erklärt werden.
Dabei würden sich aus feministischer wie demokratiepolitischer Sicht andere Allianzen anbieten: Was spricht gegen einen gemeinsamen Kampf männlicher und weiblicher LiebhaberInnen des Spiels für demokratischen und offenen Fußball, der den Fans Raum für ihre Ausdrucksmittel, ihre Leidenschaft, Solidarität und kritische Kompetenz gibt, der sich aber von jener männlichen libido dominandi, dem Verlangen zu herrschen (8), verabschiedet, die mit fußballerischen Begleiterscheinungen wie Gewalt, Rassismus, Chauvinismus, Homophobie - aber auch mit den Diskursen vom »Fußball als Ware« und damit den machtbewussten Lenkern des Fußballbusiness - verbunden ist.
Das männliche Geschlecht des Fußballs. Im Niemandsland zwischen Fußball- und Geschlechterforschung
Kritische Fußballforschung ist eine vergleichsweise junge wissenschaftliche Spezialisierung. Es ist noch nicht allzu lange her, dass die gesellschaftliche Banalität des Fußballs, das »offensichtlich nutzlose Spiel«(9), bei PhilosophInnen oder Kultur- und SozialwissenschafterInnen Aufmerksamkeit zu erregen vermochte (10). Vorerst aber war es Sport überhaupt, der als Projektionsfläche erkannt wurde, auf der sich alltägliche gesellschaftliche Verhältnisse, Konfliktkonstellationen und Wertstrukturen abbilden. Die soziale Realität des proletarisch konnotierten Fußballs dagegen war noch länger keines (wissenschaftlichen) Blicks würdig.
Ab Mitte der 1960er Jahre waren es moderne oder spätmoderne Klassiker der Soziologie (11), die ihr männlich gewachsenes und gehegtes Interesse an Sport in ein auch akademisch gebilligtes Forschungsanliegen übersetzten, Sport und Fußball als gesellschaftsanalytisch bemerkenswert auffassten und wissenschaftlicher Bearbeitung zuführten. Für Norbert Elias galt Fußball als gesellschaftliches Phänomen, das seine theoretische Sicht des Zivilisierungsprozesses, die historische Evidenz sukzessiver Rückdrängung physischer Gewalt zu bestätigen schien. Ihn interessierte insbesondere die Transformation wilder, fußballähnlicher Spiele im mittelalterlichen England in das zivilisierte, gewaltgezähmte Fußballspiel des 20. Jahrhunderts. Pierre Bourdieu wiederum identifizierte Sport als soziales Feld, auf dem man Veränderungen und Bedeutungen körperlicher wie kollektiver Praktiken nachzeichnen und verstehen lernen kann. Ferner deutete er Sport als Ergebnis des »wirklichen Spielens des Volkes«, das aber gegenwärtig »zum Volk zurück[kehrt] in Gestalt des fürs Volk geschaffenen Spektakels« (12).
Acht Jahrzehnte vor ihnen war bereits mit dem Sozialphilosophen und Ökonomen Thorstein Veblen ein Analytiker des Sportphänomens hervorgetreten, der die moderne Realität des Sports als Relikt archaischer Gesellschaften deutete und als geistlosen Ausdruck moderner Massengesellschaften oder überhaupt als »verdeckte Sinnlosigkeit« ächtete (13). Die sportbegeisterte bürgerliche Gesellschaft hatte Sport als Erziehungsmittel bürgerlicher Männlichkeit entdeckt: »Er soll nicht nur den Körper stählen, sondern angeblich auch einen männlichen Geist hervorbringen, und dies nicht nur beim Sportler selbst, sondern auch beim Zuschauer« (14).
Auch im deutschen Sprachraum wurden Sport und Fußball - besonders in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg - zu einem regen Debattierfeld, in dem nicht selten »national-pädagogische« auf demokratische Ambitionen sowie politisch-manipulative Absichten auf gesellschafts-kritische Sportskepsis trafen. Körperliche Betätigung wurde als Befreiungsmöglichkeit aus sozialen Fesseln erkannt (vgl. bürgerliche Frauenbewegung, ArbeiterInnensportbewegung), zugleich aber wurde sie auch zur geistlosen (Sport als intellektueller Entfaltung hinderlich) wie zwecklosen Tätigkeit (Körperleistung ohne Arbeitszweck) abgewertet. Schließlich wurde Sport, vor allem im anti-demokratischen und inhumanen Europa des 20. Jahrhunderts, durch totalitäre Bewegungen und Regime als Instrument der Manipulierung und Mobilisierung eingesetzt, was kritische Intellektuelle auch in der Ära des Postfaschismus noch gegen Sport einnehmen sollte.
Karl Jaspers erhoffte sich vom Massensport für die Nachkriegsjahre, dass er die »Triebe ab[lenkt]« und »eine Beruhigung der Massen [schafft]«. »Kampflust« und Sehnsucht nach »Heroismus« sollten pazifiziert werden, indem sie auf kompetitiven Sport umgelenkt werden (15). Ernst Bloch war durch die barbarische Geschichte seiner Epoche ernüchtert und versuchte sich mit Polemik von Täuschungen freizuhalten: »Nie wurde mehr Sport gewünscht, getrieben, geplant als heute, nie mehr von ihm erhofft. Er gilt als gesund, das Sportherz hat das Bierherz verdrängt. […]. In Kauf wird genommen, dass Sport in gebliebenen bürgerlichen Zuständen oft verdummt, also schon deshalb von oben gefördert wird«. (16) Theodor W. Adorno verwies unter Berufung auf Thorstein Veblen auf die Archaik regressiver Sportleidenschaft, die er freilich auf die Verhältnisse des totalitären 20. Jahrhunderts bezog: »Nichts aber ist moderner als diese Archaik: die sportlichen Veranstaltungen waren die Modelle der totalitären Massenversammlungen. Als tolerierte Exzesse verbinden sie das Moment der Grausamkeit und Aggression mit dem autoritären, dem disziplinierten Innehalten von Spielregeln: legal wie die neudeutschen und volksdemokratischen Pogrome«. (17)
Schließlich positionierten Adorno und andere VertreterInnen neomarxistischer Ideologiekritik (18) Sport im Kontext kapitalistischer Entfremdung und fetischisierten Warenscheins: »Der moderne Sport, […], sucht dem Leib einen Teil der Funktionen zurückzugeben, welche ihm die Maschine entzogen hat« (19). Er »ähnelt« schließlich »den Leib tendenziell selber der Maschine an. Darum gehört er ins Reich der Unfreiheit, wo immer man ihn auch organisiert« (20). Adorno fehlte das Vertrauen in eine humanisierende Wirkung des Sports.
In gewissem Sinne setzten Norbert Elias und Pierre Bourdieu an der Einsicht an, dass Sport im modernen Verständnis ein Produkt der Ära der Aufklärung sei. Bekanntlich haben Theodor W. Adorno und Max Horkheimer den historischen Vorgang der Aufklärung als dialektisches Phänomen gedeutet (21). Manchen scheint es, als ob auch moderner Sport sich auf dieser analytischen Folie aufspannen ließe:
»Einerseits finden wir im Sport den emanzipatorischen Humanismus, der sich im Ideal des ›Fair Play‹ und im Prinzip der Chancengleichheit widerspiegelt und andererseits setzt sich in der sportlichen Bewegungskultur das instrumentell-zweckrationale Denken durch, das sich im Begriff des ›Rekords‹ und im unerschütterlichen Glauben an einen unbegrenzten Leistungsfortschritt niederschlägt« (Schwier o.J.).
Eine solche Ambivalenz findet sich in fast allen ideologie- und gesellschaftskritischen Analysen, die das Phänomen modernen Sports nicht zur Gänze abwehren oder es gar als negative Projektion benutzen, sondern die auch eigene Parteilichkeit, nämlich ihre Freude am Sport, aufdecken.
Erst seit den späten 1970er Jahren hat auch Fußball durch die stärkere Zuwendung zu Popularkulturen und ihrer besonderen Bedeutung für alltägliche Bewusstseinsstrukturen - vor allem in Großbritannien - zunehmend wissenschaftliche Beachtung gefunden. Mit den Cultural Studies kamen kulturorientierte Ansätze in Verwendung, die Massen- und Fußballkulturen insbesondere aus macht- und hegemonietheoretischem Blickwinkel betrachteten. Zentrale Themen dieser Analysen waren Fankulturen, aber etwa auch Aspekte der Medialisierung von Sport.
Eine geschlechtersensible oder gar geschlechterkritische Perspektive ist aber auch im Malestream der Cultural Studies oft ausgeblieben. Nur ausnahmsweise und das auch recht verschämt wird von FußballforscherInnen der Cultural Studies hinter die Trennwände des Geschlechts geblickt, wobei die Thematisierung des eigenen Geschlechts Männern besonders schwer zu fallen scheint. Nach wie vor geben sich selbst kritische Fußballforscher meist eher geschlechtsblind und gehen der Bestellung ihres vertrauten Geschäfts nach, nämlich männlicher Fußballanalyse. Sonderbarerweise aber blenden sie aus ihren kritischen Herrschaftsanalysen mögliche Anzeichen für Geschlechterherrschaft aus. So wie Fußball ursprünglich als überhaupt »politisch neutral« stilisiert wurde (23), wird er gegenwärtig - trotz seiner offensichtlichen Männlichkeit - als geschlechtsneutral festgeschrieben. So wie Sexismus auf Fußballplätzen kaum geächtet wird, bleibt auch Androzentrismus in der Fußballforschung häufig unbedacht.
Was aber hat andererseits die seit den späten 1980er Jahren sich entwickelnde geschlechterkritische Sozial-, Politik und Kulturforschung an einschlägigen Einsichten in die Bedeutung der männlichen Kultstätten des Fußballs sowie in den allgemeinen Trend der »Sportifizierung« (24) vorzuweisen? Interessanterweise reichlich wenig. Zum einen, weil patriarchats- und herrschaftskritische Männlichkeitsforschung (nicht zu verwechseln mit Männerforschung) trotz bemerkenswerter prominenter Ansätze und wichtiger Beiträge zu maskulinismuskritischer Sportforschung (25) im Großen und Ganzen eine Randwissenschaftsart geblieben ist. Hat sie doch im sozial- und kulturwissenschaftlichen Mainstream einen minderen Status, nicht unähnlich der maskulin genormten Welt des Berufssports, in der Frauenfußball, Jugendsport oder Behindertensport geringen oder gar keinen Stellenwert einnehmen.
Zum anderen ist »hegemoniale Männlichkeit« mittlerweile zu einer Catch-Phrase geworden. Sie wird zwar in allen möglichen gesellschaftlichen Bereichen aufzuspüren versucht, ohne sich aber auch als anerkannte analytische Kategorie durchgesetzt zu haben. Da außerdem Gender Studies weiterhin im fast alleinigen Verantwortungsbereich von Frauen verblieben sind und sich ihr Erkenntnisinteresse eher an weiblichen Lebenszusammenhängen ausrichtet, rollt der Fußball nach wie vor an der Geschlechterforschung vorbei, sodass auch seine besondere Relevanz für die (Re-)Maskulinisierung der Geschlechterordnung unbemerkt bleibt.
Von wegn Guten Tach!
Fußnoten:
(1) Bourdieu, Pierre (2005), Die männliche Herrschaft, Frankfurt/M., S.132f.
(2) Mosse, George L. (1997), Das Bild des Mannes. Zur Konstruktion der modernen Männlichkeit, Frankfurt/M./Wien, S.57, 176.
(3) Connell, Robert W. (1999), Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten, Opladen, S.74.
(4) Markovits, Andrei S./Hellerman, Steven L. (2001), Offside: Soccer and American Exceptionalism, Princeton/Oxford.
(5) Sülzle, Almut (2005), »Fußball als Schutzraum für Männlichkeit? Ethnographische Anmerkungen zum Spielraum für Geschlechter im Stadion«, in: Antje Hagel, Nicole Selmer, Almut Sülzle (Hg.), gender kicks. Texte zu Fußball und Geschlecht. KOS-Schriften 10, Frankfurt/M., S. 37-52, S.48f.
(6) Ebd.
(7) Archetti, Eduardo P. (1999), Masculinities. Football, Polo and the Tango in Argentina, Oxford/New York, S.72.
(8) Bourdieu (2005), S.172.
(9) Bromberger, Christian (1998), »Fußball als Weltsicht und als Ritual«, in: Andréa Belliger, David J. Krieger (Hg.), Ritualtheorien. Ein einführendes Handbuch, Wiesbaden, S. 285-301, S.285).
(10) Einzig Sportwissenschaft im Sinne einer sporttechnischen und leistungsmaximierenden Hilfswissenschaft genoss Daseinsberechtigung. Selbst Sportsoziologie war im deutschen Sprachraum eher verpönt und fristete nur eine Randexistenz. Sportwissenschaft definierte und positionierte sich im Kontext der herrschenden (Sport-)Ideologien. Gesellschaftskritische Zugangsweisen gehörten jedenfalls nicht unbedingt zum sportwissenschaftlichen Mainstream. Die Geschichte der Sportwissenschaft als universitäres Fach begann im deutschen Sprachraum nach dem Ersten Weltkrieg, als in Reaktion auf den Versailler Vertrag (Verbot der allgemeinen Wehrpflicht) »universitäre Leibesübungen« institutionalisiert wurden, die als Ersatz für den Wehrdienst Pflichtsport paramilitärischen Charakters verankerten.
(11) Elias, Norbert/Dunning, Eric (2003), Sport und Spannung im Prozess der Zivilisation, Baden-Baden. Bourdieu, Pierre (1980/1992), »Programm für eine Soziologie des Sports«, in: ders., Rede und Antwort, Frankfurt/M., S. 193-207.
Bourdieu, Pierre (1986), »Historische und soziale Voraussetzungen modernen Sports«, in: Gerd Hortleder, Gunter Gebauer (Hg.), Sport - Eros - Tod, Frankfurt/M., S. 91-112.
(12) Bourdieu (2005), S.101.
(13) Veblen, Thorstein (1899/1986), Theorie der feinen Leute. Eine ökonomische Untersuchung der Institutionen, Frankfurt/M., S.248.
(14) Ebd., S.249. “
Wow, guter Text, Heinz! Du kannst es doch…
@94 zamusi
Zitat:
ich liebe es, wenn ein plan funktioniert.
sagte der Chef vom A-Team!
http://www.youtube.com/watch?v=ayrY0tGlk0s
Unser Soto gibt wieder alles im Derby Liverpool vs. Everton: 35. Min. Rote Karte.
Interview von den Finken mit Halil:
fr-online.de/in_und_ausland/sport/eintracht_f...
ZITAT:
” Samstage ohne Fußball sind Kacke. “
Find ich gar nicht. Endlich mal Zeit, die Wollpullover zu waschen und die Wohnung zu putzen, untermalt von der entspannten Radiokonferenz.
Guten Tach.
Das Programm hatte ich auch schon, allerdings ohne Wollpullis. Die wäscht bei mir aber auch die Waschmaschine :)
breaking news:
der ösi hat dem ümit die hand geschüttelt und will diese nie mehr waschen!
Will Ümit sich denn die Flossen noch jemals waschen?
ZITAT:
“Samstage ohne Fußball sind Kacke. “
Find ich gar nicht. Endlich mal Zeit, die Wollpullover zu waschen und die Wohnung zu putzen, untermalt von der entspannten Radiokonferenz.
Guten Tach. “
Finde ich auch. Komme endlich mal zum Aufräumen.
Ein Tässchen Kaffee, oder auch zwei. Und dabei mal wieder die gute alte Radiokonferenz genießen. Immerhin müssen ja alle drei Top-Teams gleich ran.
Vielleicht sollte ich doch auch mal so eine Unterhose anziehen..
ZITAT:
” Vielleicht sollte ich doch auch mal so eine Unterhose anziehen.. “
zieh aber bitte was drüber, wenn wir uns das nächste Mal sehen :-))
ZITAT:
” Vielleicht sollte ich doch auch mal so eine Unterhose anziehen.. “
Du kannst alles tragen und siehst dabei immer gut aus ; )
Wieso kein Fußball? Nur weil unsere Gurkentruppe heute nicht bolzt?
ZITAT:
” Vielleicht sollte ich doch auch mal so eine Unterhose anziehen.. “
Wirkt nur, wenn du sie dann auch so offen trägst.
ZITAT:
” Wieso kein Fußball? Nur weil unsere Gurkentruppe heute nicht bolzt? “
Rote Karte, Albert. Und das meine ich ernst.
… Und ich verfolge mal ganz entspannt meine Tipps.
Mal sehen, ob ich mit meinen originellen Risikotipps von Platz 137 wegkomme:
Wolfsburg - Bayern 2:1
Freiburg - Schalke 0:1
Bochum - Leverkusen 2:2
Das Bayern-Ergebnis ist ja noch(!) möglich. :-))
“Rote Karte, Albert. Und das meine ich ernst.”
Das war höchstens gelb. Unverschämtheit.
Radiokonferenz - 1.HZ am besten BR1, die berichten komplett ohne die dauernde furchtbare Musik wie der hr.
Kölle schon hinten!
Ruuuuuuuuuuuuuuuuud.
ZITAT:
” Das war höchstens gelb. Unverschämtheit. “
Tatsachenentscheidung.
ZITAT:
” Radiokonferenz - 1.HZ am besten BR1, die berichten komplett ohne die dauernde furchtbare Musik wie der hr. “
9011
“Tatsachenentscheidung.”
Ich geh nicht vom Platz. Da muss man mich schon runtertragen. :-)
ZITAT:
” “Tatsachenentscheidung.”
Ich geh nicht vom Platz. Da muss man mich schon runtertragen. :-) “
Typisch Berliner
stern.de/sport/fussball/fussball-bundesliga-f...
ZITAT:
” ZITAT:
” Radiokonferenz - 1.HZ am besten BR1, die berichten komplett ohne die dauernde furchtbare Musik wie der hr. “
9011 “
neeee - wenn schon traditionell Koneferenz, dann terrestrisch.
Vorsicht Geisterfahrer !
@ 115 Albert C.
Neuzugang Halil Altintopp im FR-Interview über das “Gebolze” unserer “Gurkentruppe”:
” … der Trainer legt sehr viel Wert auf die spielerische Komponente. Das merkt man in jedem Training. Hier soll jede Situation fußballerisch gelöst werden, hier soll offensiv und gepflegt gespielt werden. Das kommt mir entgegen, das ist die Spielweise, die ich liebe.”
Der Albert provoziert doch nur. Er weiß ganz genau, daß gerade spielstarke Mannschaften diese Herausforderung brauchen, um Höchstleistungen abrufen zu können.
ZITAT:
” “Rote Karte, Albert. Und das meine ich ernst.”
Das war höchstens gelb. Unverschämtheit. “
Bei diesem Schiedsrichter hätte auch unser Busfahrer eine gelbe Karte bekommen. ;)
Wiegesagt, das Gute am Sonntagsspiel ist die Tatsache, dass nicht das ganze Wochenende veschissen ist.
Blödsinn - die Drohnen sind sturmreif geschossen. Das wird ein Riesenspaß.
“Der Albert provoziert doch nur. Er weiß ganz genau, daß gerade spielstarke Mannschaften diese Herausforderung brauchen, um Höchstleistungen abrufen zu können.”
So isses!
Köln mit dem Ausgleich und damit kurz vor der Meisterschaft, nicht?
Echt witzisch..
http://schwatzgelb.de/index.php?id=5653
Yeah, 2-1 HSV!
Zitat:
” Radiokonferenz - 1.HZ am besten BR1, die berichten komplett ohne die dauernde furchtbare Musik wie der hr. “
Und man muss dann auch nicht mehr die permanenten Bayern-Lobhudeleien der Dampfpflauderer des HR über sich ergehen lassen …
Iche sehe heute wenig, was uns am CL-Einzug hindern könnte.
ZITAT:
” Zitat:
” Radiokonferenz - 1.HZ am besten BR1, die berichten komplett ohne die dauernde furchtbare Musik wie der hr. “
Und man muss dann auch nicht mehr die permanenten Bayern-Lobhudeleien der Dampfpflauderer des HR über sich ergehen lassen … “
www.90elf.de … auch wenn man dafür den Rechner anhaben muss - lohnt sich
… und Leverkusen hört nicht auf, den Bayern Widerstand zu leisten …
Bild des Tages:
mediadb.kicker.de/news/1000/1020/1100/4000/ar...
Mein Ümit hat mir die Hand geschüttelt (wie pia schon ausgeplaudert hat) und auch gemeint, dass er nächste Woche wieder mitspielen wird. Mit Maske und so. BRAVO ÜMIT.
Ruuuuud!
3-1 HSV!
ZITAT:
” Ruuuuud!
3-1 HSV! “
Ich hoffe die Ziegen kriegen noch 5 Stück.
verdomme. Dann halt so:
http://tinyurl.com/yl4p3f4
Morgen ein Sieg in Dortmund und wir haben den aktuellen deutschen Meister um 6 Punkte distanziert.
ZITAT:
” … und Leverkusen hört nicht auf, den Bayern Widerstand zu leisten … “
Hoffentlich. 1:1 in Bochum.
ZITAT:
” ZITAT:
” … und Leverkusen hört nicht auf, den Bayern Widerstand zu leisten … “
Hoffentlich. 1:1 in Bochum. “
Du weißt schon wer da Trainer ist, oder?
ZITAT:
” … und Leverkusen hört nicht auf, den Bayern Widerstand zu leisten … ”
Hoffentlich. 1:1 in Bochum. “
Du weißt schon wer da Trainer ist, oder? “
Habe ich verdrängt. Ich mag keine Bayern-Alleingänge.
Und noch viel weniger mag ich diese Glückritter aus der Domstadt. Langsam werde sogar ich stinkig. Ich mag die nicht. :-((
Die Kölner könnte ich echt ohne Ende an die Wand klatschen. Was soll denn das jetzt wieder? :-(
Wir sind im Augenblick Achter.
Hoffenheim jetzt auf Grund des besseren Torverhältnisses vor uns. Wenn Stuttgart heute abend gewinnt, sind wir Neunter.
Da gibt es nur eins: Punkten in Dortmund.
Diesen rheinischen Hazardeuren gönne ich es auch absolut nicht, v.a. seit auch noch der Ex-Eintrachtbub aus meinem Dörfchen bei denen spielt.
Heute sind wir alle Kölner;)
6 Spiele 6 Punkte ist doch Klasse. Leverkusen und HSV machen - nicht nur mir - den Tip kaputt. Bei Bochum-
Leverkusen bin ich selbst schuld wollte erst Remis tippen aber dann hab ichs dummerweise doch gelassen.
Schlacke 0:0 genau so ein Sch….Ich sag die Saison
kann ich abschreiben. Geht nur noch darum ober über der
Hunnert oder drunner (z.Zt.100).
ZITAT:
” Heute sind wir alle Kölner;) “
Du Jeck, du.
Unter den ersten 35 Tippern hat sich nur einer daran erinnert, daß Nemberch der absolute Angstgegner der Schwaben ist. Ich sage mal: Schlüsselspiel!
Kölner? Im Lebbe net
ZITAT:
” Kölner? Im Lebbe net “
ÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜ !
hat einer von Euch noch den Alternativlink ins Tippspiel - ich komme in das motherfickin’ Ding nicht rein.
Ja. Aber ich geb ihn nicht her.;)
Ja. Aber ich geb ihn nicht her.;)
ZITAT:
” hat einer von Euch noch den Alternativlink ins Tippspiel - ich komme in das motherfickin’ Ding nicht rein. “
Geh Platten legen ; )
weil Du ihn nicht weißt, Du Aufschneider.
161 - muß doch noch vorschlafen, Dottote
“Da gibt es nur eins: Punkten in Dortmund.”
Wäre sinnvoll imho.
t = r
tt = tt
Ich könnte dir sagen das Du wieder Null Punkte im Tippspiel hast, Du Null.
Ich sag es aber nicht.
ZITAT:
” Heute sind wir alle Kölner;) “
Und der Nächste. Glatt Rot. Da verstehe ich keinen Spaß.
“t = r
tt = tt”
Ach so ;-)
Dieses Tippspiel, ärgerlich, ein einziges Ärgernis. Man arbeitet und arbeitet, Woche für Woche, an seinen Tipps und dann geht es nicht.
Gewinne: Keine.
Punktausbeute: Keine.
Abschaffen: JA
Link zum ZITAT:
” hat einer von Euch noch den Alternativlink ins Tippspiel - ich komme in das motherfickin’ Ding nicht rein. “
Hier:
http://tinyurl.com/6d8ac7
Viel Glück!
Dieser ” Untermenschen”- Flyer ist ja wohl unterste Schublade. Es gibt bei uns auch wirkliche Geistesriesen:(
“Dieser ” Untermenschen”- Flyer ist ja wohl unterste Schublade. Es gibt bei uns auch wirkliche Geistesriesen:(”
Wo ist der denn zu sehen?
ZITAT:
” Dieser ” Untermenschen”- Flyer ist ja wohl unterste Schublade. Es gibt bei uns auch wirkliche Geistesriesen:( “
da hat wohl einer einen Böller zuviel abbekommen (so der Flyer so existiert)
Der Ergänzer spürt Isaradlers heißen Atem im Nacken. Nur noch 3 Punkte vorne.
Nimm dies:
http://www.kicktipp.de/blog-g
ZITAT:
” “Dieser ” Untermenschen”- Flyer ist ja wohl unterste Schublade. Es gibt bei uns auch wirkliche Geistesriesen:(”
Wo ist der denn zu sehen? “
Guck mal bei Beitrag 134, dann ziemlich weit unten.
ZITAT:
” Ja. Aber ich geb ihn nicht her.;) ”
:-))
Schaumerma / Isaradler - Ihr seid wahre Sportsmen.
12 Punkte, Ihr Greenhorns
Welcher geistige Tiefflieger hat denn das mit den “Untermenschen” verfasst?
wovon redet Ihr?
gefunden - Danke
ZITAT:
” Unter den ersten 35 Tippern hat sich nur einer daran erinnert, daß Nemberch der absolute Angstgegner der Schwaben ist. Ich sage mal: Schlüsselspiel! “
Ich sach ma, da haben dann 34 Tipper Ahnung und einer nicht ; )
Albert, dieser Trainer von den Bayern hat so eine fettige Haut. Widerlich. Gibts da keine Pflegeserie?
Der Holländer ansich ist Seefahrer - im Binnenland fettet der ein.
Bunjacku, den hätte mer hole solle.
ZITAT:
” Bunjacku, den hätte mer hole solle. “
Zu teuer. Nein. Nein. Nein.
Im unteren sechsstelligen Bereich.
ZITAT:
” Im unteren sechsstelligen Bereich. “
Sag ich doch. Zu teuer.
“Sag ich doch. Zu teuer.”
Viel zu teuer. Wir müssen sparen.
http://www.sonneberg-info.de/soljanka.htm
ZITAT:
” Welcher geistige Tiefflieger hat denn das mit den “Untermenschen” verfasst? “
Den nächsten SAW sollte das Murmeltier verfassen.
Komme gerade von Geschäften nach Hause und muss hören, dass die Bayern praktisch vorzeitig Meister sind!?
@dj ergänzungspieler
großartiger abend - danke!
wenn ich dich krrrieege, zeigt dir mein zauberstab die liebe …
http://www.youtube.com/watch?v=lD7QmKJ1LyQ
ich wusste gar nicht mehr, dass ich diesen song mal kannte ;-)
Der Zauberstab steht bei mir im Schrank. Im Plattenschrank. ;-)
@kid
“klassenfahrt zum titisee” bestimmt auch, oder!?
Klar. “Kamikaze” steht gleich nach “BRDigung”.
hachja, die “BRDigung” hatte ich auch …
Wir sind halt “so taktvoll” - wie Dreiklangdimensionen. ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=EoNOQs0QI68
yeah!
rheingold!
Wie wäre es mit etwas “Sex-Appeal”?
http://www.youtube.com/watch?v=bcePL1IiNZ4
Ich habe Jahre gebraucht, bis ich den Song wenigstens auf einem Sampler gefunden habe …
Und mit Axel Bauers Cargo überlasse ich dir die # 200 und den Rest der Nacht: :-)
http://www.youtube.com/watch?v=gf09M1vBw00
Nighty night.
200! yeah!
“sex appeal” kannte ich gar nicht.
aber damit verabschiede ich mich auch. dortmund wartet.
gute nacht!
Gute Fahrt!
Guten Tach.
Am Ende des Tages werden die Toten gezählt.
Und Dortmund ist ein schlechtes Pflaster.
http://www.youtube.com/watch?v=7lHr5Q2MODE