Ich möchte meinen Beitrag mit einem Zitat starten
Meister Wolfsburg: VW verzeichnet Sponsoringerfolg
25.05.2009 aus FTD, S.23
Die Ausgaben waren hoch, doch am Ende haben sie sich ausgezahlt: Rund 60 Mio. Euro soll Trainer Felix Magath in den letzten zwei Jahren für Spieler ausgegeben haben, allein die Meisterfeier und die Spielerprämien belaufen sich, trotz Wirtschaftskrise, auf drei Mio. Euro. Das einfache Erfolgrezept der hohen Investitionen des Wolfsburger Autokonzerns VW in “seinen” VFL ging am Ende auf, denn nicht nur Experten schätzen den Imagetransfer vom Klub auf das Unternehmen als höchst erfolgreich ein. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch und Vorstandschef Martin Winterkorn sehen damit das Ziel erfüllt und wollen auch weiterhin hohe Investitionen in den Werksverein tätigen.
Ist das fair? 15 der 18 Mannschaften in der 1.Bundesliga müssen mach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip arbeiten. Sprich: Ausgaben dürfen Einnahmen nicht übersteigen, was sinnvoll und gut ist für die Liga. Aber dieses Prinzip gilt nicht für Wolfsburg, Leverkusen und Hoffenheim. Das ist eine Wettbewerbsverzerrung, denn laut den Statuten der DFL gibt es die 50+1 Reglung in Deutschland (die “50+1″-Vorschrift in der Satzung des Ligaverbandes legt fest, dass der Verein mehrheitlich an der lizenzierten Kapitalgesellschaft beteiligt sein und über 50 Prozent der Stimmenanteile zuzüglich mindestens eines weiteren Stimmenanteils in der Versammlung der Anteilseigner verfügen muss).
Warum diese Regelungen sinnvoll sind hat der 33. Spieltag vor kurz gezeigt — erstaunlicherweise hat die Allgemeinheit kaum davon Notiz genommen: Der VFL Wolfsburg spielt Auswärts bei Hannover 96, Hannover setzt fünf Spieler ein, die ansonsten zweite Wahl sind, Wolfsburg gewinnt das Spiel auswärts klar mit 5:1!
Nichts ungewöhnliches denkt man sich, aber VW ist auch ein Hauptsponsor von Hannover 96 und nun treffen hier Interessenskonflikte aufeinander. 25% des VW Konzern gehören dem Land Niedersachsen, d.h. VW setzt somit auch Gelder von Bürgern des Landes Niedersachsen beim VFL Wolfsburg ein. Gegen ein normales Sponsoring ist nichts zu sagen, aber eine ungerechtfertigte Subventionierung bedeutet Verzerrung des Wettbewerbs.
Die 15 anderen Vereine können da nicht mithalten, so wird die Bundesliga in der kommenden Saison von Wolfsburg in der Champions League vertreten. Bei einem möglichen Auswärtsspiel in der Champions League z.B. gegen Paris werden bestimmt 200 Wolfsburger Fans (VIP´s mitgezählt) nach Paris reisen. Diese Schieflage ist auch ungerecht gegenüber Traditionsvereinen wie BVB, S04, HSV etc. Diese Vereine sind zu dem was sie sind in 100 Jahren gewachsen haben bundesweit Millionen von Fans, nun kommen findige Gönner (oder Selbstdarsteller - die ihr EGO aufwerten wollen) und basteln mit viel Geld in der Tasche eine Mannschaft, die dann die Bundesliga weltweit vertritt, die Entwicklung ist m.E. gefährlich. Der Hahn wird dann wider schnell zugedreht, wenn die Geschäfte nicht mehr laufen.
Was können wir als Anhänger echter Traditionsclubs nun tun?
Wir können vom DFL eindeutige Regeln erwarten, die Subventionen in der Grössenordnung von Wolfsburg verbieten, es sei den: alle 18 Vereine der 1. Liga erhalten von VW die gleiche Subventionen. Da weder vom DFL kurzfristig eine Regeländerung zu erwarten ist, als auch Subventionen von VW an alle Vereine, bleibt uns eigentlich nur noch eine Möglichkeit:
“Die Anhänger echter Tradionsclubs sind auch Kunden von VW” - sollten wir zum Kaufboykott von VW Autos ausrufen, um VW davon abzuhalten mit Geld unseren schönen Sport kaputt zu machen? Die Gesellschaft kann ihre Macht in diesem Punkt einen und ein Umdenkungsprozess bei VW bewirken. Was sagen eigentlich VW Manager zu den vielen eigenen Mitarbeitern, wenn es nun durch Kurzarbeit zu Lohneinbussen kommen wird, aber auf der anderen Seite sich der Konzern den Luxus gönnt, Millionen an Fußballer zu zahlen?
Alle Nicht-Werk-Mannschaften sollten nun an einem Strang ziehen und VW stoppen - eine Anti-VW-Stimmung in der Gesellschaft kann sich ein Konzern wie VW nicht leisten. Lasst uns starten.
(Das gleiche gilt natürlich für Bayer Leverkusen, aber in einer kleineren, aber durchaus sympathischen Art - das Modell Hoffenheim ist zwar auch nicht koscher, aber da investiert ein Privatmann sein Privatvermögen, dagegen ist nichts zu sagen.)
Dies ist ein Gastbeitrag des BLOG-G-Lesers “Haldun”. Gastbeiträge stellen nicht zwingend die Meinung der Blog-G Redaktion dar. Vielen Dank für den Beitrag
Ich stimme zwar in der Sache in Teilen mit dir überein, muss dir allerdings in der Argumentation widersprechen:
Es ist unerheblich, dass das Land Niedersachsen 25% anteil an VW hält, das garantiert VW erst mal nur Sitze im Aufsichtsrat + zurecht umstrittenes Vetorecht (Volkswagengesetz). Für das Sponsoring ist erst mal der Vorstand zuständig. Und wenn der findet, dass Sportsponsoring lohneswert ist, dann kann er das machen. Das hat dann erst mal nichts mit Subventionen zu tun, schließlich verspricht man sich einen Gewinn (wie genau sei mal dahingestellt) vom Sponsoring.
Übrigens, die Fraport befindet sich auch in Staatsbesitz:
# 31,94% Land Hessen
# 20,40% Stadt Frankfurt
# 18,27% Bundesrepublik Deutschland
Demnach werden wir auch subventioniert.
So einfach ist dieses komplexe Thema leider nicht zu behandeln.
Zu Leverkusen: Ich kann es zwar nicht belegen, kann mich aber erinnern, dass die Zuwendungen vom Mutterkonzern bei Bayer 04, zumindest während der Zeit von Callmund, auch nicht gerade gering waren.
Hoppla, falsche Zahlen zu Fraport:
# 31,57% Land Hessen
# 20,16% Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fraport
“das Modell Hoffenheim ist zwar auch nicht koscher, aber da investiert ein Privatmann sein Privatvermögen, dagegen ist nichts zu sagen”
Widerspruch. Das Modell Hoffenheim ist noch viel gefährlicher für die Bundesliga als Werksvereine. Hinter einem Werksverein steht ein Wirtschaftsunternehmen, dass auch auf die eigene Wirtschaftlichkeit achten muss, hier gibt es eine Investitionsgrenze.
Ein Verein, der nur zur Steigerung des Selbstwertgefühls und zur Selbstdarstellung eines Milliardärs dient hingegen ist in seinen Investitionen nur durch das Budget des Milliardärs beschränkt. Für Bundesligaverhältnisse kann dies bei einem Multimillardär als de facto unendlich beschrieben werden.
Das Problem haben sich die Vereine oder der DFB/die DFL selbst gemacht. Als diese 50+1 Regel eingeführt wurde, hat man sich ja aus irgendeinem Grund (falls ihn jemand kennt würde ich ihn gerne hören) Bayer Leverkusen davon ausgenommen und dem Konzern erlaubt 100% der Anteile einer möglichen Fussball GmbH zu übernehmen. Um das zu ermöglichen wurde eine Klausel der 50+1 Regel hinzugefügt, wonach Wirtschaftsunternehmen (und nur diese) einen Verein übernehmen dürfen, wenn sie ihn 20 Jahre oder länger unterstützt haben. Eine Regel die dann auch der VfL Wolfsburg eingefordert (bzw- geklagt) hat und ein paar Jahre nach Bayer Leverkusen ging auch die VfL Wolfsburg Fussball GmbH mehrheitlich in den Besitz von VW über. Das bei beiden Clubs die Investitionen in die Spielerkader stiegen, just in dem Moment wo die volle Kontrolle über die Klubs erlangt wurde ist sicherlich kein Zufall.
Allerdings nutzen diese Konzerne eben eine Regel die der DFB selbst verabschiedet hat. Das hätten sie auch einfach sein lassen können. Denn egal wie die Unterstützung in den Jahren davor ausgesehen haben mag (in Wolfsburg war sie zumindest sehr rudimentär bis nicht wirklich erwähnenswert), heute geht es einfach um Werbung, Branding und was auch immer da für Begriffe passen. Bei Bayer hatte mein kein Problem andere Sportarten finanziell wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen, da sie einfach nicht genügend werbe- und imagemäßig hergaben.
Allerdings wäre es durchaus gut wenn denn Vereine wie Leverkusen und Wolfsburg langfristig die Champions League Plätze belegen, denn erst so entsteht auf die anderen Vereine der nötige Druck aktiv zu werden und etwas in die eine oder andere Richtung zu ändern.
“aus irgendeinem Grund (falls ihn jemand kennt würde ich ihn gerne hören)”
Ich weiß es nicht, aber ich habe eine Vermutung:
Man saß mit der üblichen Altherrenriege am Tisch, hat darüber verhandelt, und weil keiner nach 11 zu Hause sein wollte hat man das halt so beschlossen, ohne über die Konsequenzen nachzudenken.
Eine Frage, die sich mir stellt: Wenn der Imagetransfer so erfolgreich ist wie oben behauptet, warum versuchen es denn andere Unternehmen nicht ähnlich wie Volkswagen.
(Bayer hat es versucht und beim UEFA-Cupgewinn wurde ähnlich argumentiert).
Auch die Fraport dürfte finanziell durchaus in der Lage sein, die Mittel für die Eintracht zu erhöhen, wenn man denn der Meinung wäre, dies wäre dem Image des Unternehmens zuträglich.
Ich würde mich an einem VW-Boykott nicht beteiligen (auch wenn ich zuletzt nach 20 Jahren VW erstmals einen Opel erworben habe), da ich dem Unternehmen nichts vorwerfe, es sei denn zwischen dem Hannover-Ergebnis und dem Sponsor bestünde ein Zusammenhang.
P.S. FRA-Port ist quasi ein natürlicher Sponsor der Eintracht, tragen sie doch den Namen der Stadt im Unternehmensnamen.
@5 So ähnlich wird es gewesen sein, allerdings halte ich das Anliegen im Falle von Bayer Leverkusen für legitim, denn schliesslich wurde der Verein als Werkssportclub gegründet, warum sollte man ihn nach über 90 Jahren verbieten ?
“Eine Frage, die sich mir stellt: Wenn der Imagetransfer so erfolgreich ist wie oben behauptet, warum versuchen es denn andere Unternehmen nicht ähnlich wie Volkswagen.”
Die Sache ist, um beim Thema fraport zu bleiben, recht einfach: Es geht nicht nur um “Imagetransfer”. Es geht vielmehr ganz konkret darum, Produkte an den Mann zu bringen.
Was hat fraport dem Normalbürger zu bieten? Bayer nur indirekt etwas, Volkswagen sehr direkt.
@8 Dann wechseln wir den Sponsor und nehmen Binding oder Possmann.
Bayer hat mir viel zu bieten. Ganz direkt, unmittelbar. Aspirin.
@8 Nochmal zu Fraport. Ich denke, dass Froaport dem Normalbürger nicht so viel zu verkaufen hat, aber ein sehr großes Interesse daran hat, dass die Normalbürger im Rhein-Main-Gebiet dieses Unternehmen kurz gesagt in Ruhe arbeiten lassen. Die sind einfach wirklich an gutem Image interssiert, weil sich so gewisse Projekte einfacher
(und billiger !) umsetzen lassen.
Aber was würde es ändern, wenn die Du die Regeln änderst? Dann stecken VW, Bayer oder Hopp/SAP ihr Geld halt als Sponsoren in den Verein. So wie das bei anderen Vereinen eben auch der Fall ist.
@11
Da hast du Recht. Aber das macht fraport viel geschickter. Frag mal in den Gemeinden Kelsterbach etc. nach, wer dort Sportplätze, Gemeinschaftshäuser etc. finanziert. Sehr gerne kurz vor Kommunalwahlen.
” allerdings halte ich das Anliegen im Falle von Bayer Leverkusen für legitim, denn schliesslich wurde der Verein als Werkssportclub gegründet, warum sollte man ihn nach über 90 Jahren verbieten ?”
Weil es eh kein Verein mehr ist. Und weil es manchmal auch einfach nicht zählt was früher einmal war. Fussball ist kein Amateursport mehr und die Spieler von Bayer Leverkusen sind keine Feierabendkicker aus dem örtlichen Bayer Werk. Warum sollte man da einer Firma ein großartiges Marketingspielzeug einfach so mit Ausnahmegenehmigung zur Verfügung stellen?
Entweder erlaubt man das inklusive Namenswechsel auch anderen Klubs, oder man überlegt sich was neues.
@9 nur leider hat binding nix mehr mit frankfurt zu tun…
@Stefan: Es ist schon ein Unterschied ob Du auf dem Trikot oder an anderer Stelle mit deinem Logo bei einem Verein vertreten bist, oder ob der Klub als ganzes mit Deiner Firma unzertrennlich assoziert wird. Außerdem suchen sich andere Sponsoren Vereine die vom aktuellen Erfolg/Wahrnehmng etc. zu ihnen passen anstatt sich umgekehrt einen Klub so zu stricken wie man es grad braucht und dazu entsprechendes Geld investieren.
@Ben
Deshalb sage ich ja: fraport macht das mit dem “Imagetransfer” geschickter.
@ 16
Stimmt. Eine normale Sponsoringunterstützung ist OK, darauf sind ja auch alle Bundesliga-Clubs angewiesen….. hier im Fall Wolfsburg summieren sich die Subventionen von VW am Cluba auf über € 150 mio. in nur 3 Jahren !!!
Was sollen da erst Traditionsvereine wie Braunschweig (liegt auch in sexy Niedersachsen) etc. sagen, die komplett leer ausgehen? Die Sache ist wesentlich komplexer, und längst nicht auf Deutschland oder Europa (–> arab. Halbinsel) beschränkt. Wenn in D nicht bezuschusst wird, egal von wem oder wieviel, spielen die Stars eben woanders. Diese Entwicklung ist leider nicht mehr aufzuhalten, außer man stoppt weltweit TV Übertragungen, schafft internationale Obergrenzen für Sponsoring, schafft einen Rahmen für Spielergehälter etc. Es lebe der Kommunismus.
“Es lebe der Kommunismus.”
So lange es die amerikanische Sorte Sportkommunismus ist, fände ich das nicht schlimm und auch nicht durchsetzbar.
Ein zurück zur fröhlicher ” Vereinsmeierei” wird es nicht mehr geben. Das hat übrigens auch Vorteile. Die Zeiten in den Die Anzahll der konsumierten Pilsbierchen über den Präsidenten entschieden haben sind nicht mehr möglich.
Man kann sich über VW aufregen oder auch nicht. Einen Boykott der Marke VW finde ich eigentlich wenig hilfreich, auch wenn ich Halduns Ärger nur zu gut nachtvollziehen kann. Gerade vor dem Hintergrund einer möglichen Mauschelei mit Hannoi.
Egal. Die Entwicklung wird ohnehin in die andere Richtung gehen. Die 50 plus 1 Regelung wird in absehbarer Zeit fallen. Es ist unschwer zu erkennen, dass die entsprechende Regelung den freien Kapitalverkehr behindert. Sie ist somit Europarechtswidrig. Gegen dass, was wir dann zu erwarten haben , war Bosmann nur eine Petitesse.
Obs gut ist, obs schlecht ist? Keine Ahnung. Teurer wirds auf jeden Fall.
[…] Stoppt das Modell Wolfsburg | Blog-G - Notizen zu Eintracht Frankfurt "… sollten wir zum Kaufboykott von VW Autos ausrufen, um VW davon abzuhalten mit Geld unseren schönen Sport kaputt zu machen?" (tags: wirtschaft wolfsburg sponsoren bayerleverkusen eintrachtfrankfurt) […]
“Obs gut ist, obs schlecht ist? Keine Ahnung. Teurer wirds auf jeden Fall.”
Seht es mal so:
Uli Hoeness hat sich letztens über Valencia und deren Schuldenberg lustig gemacht, gerade da sie ihr altes Stadion dank der Immobilienkrise nicht mehr zu den angedachten überteuerten Preisen verkaufen konnten. Was passiert? Ein anonymer Investor, der auch den Klub übernehmen möchte kauft das Areal für überteuerte €400m und der Klub ist einen Großteil seiner Schulden los und hat möglicherweise sogar noch einen neuen Sugardaddy.
Manchester City hat große Probleme nachdem ihr korrupter ex-Premier Thailands nicht an sein Geld kommt. Sie müssen sich kurzfristig Geld leihen um Rechnungen zu bezahlen und auch sportlich läufts net so toll. Einen Tag später sind sie der reichste Klub der Welt. Sportlich lief es freilich dann immer noch nicht so toll. Aber bei den finanziellen Ressourcen ist das auch nur eine Frage der Zeit.
Die Serie A sollte als ganzes eigentlich schon dreimal Pleite gegangen sein.
Irgendwie treffen die von Bundesliga Chefs und Fans prognostizierten Horrorszenarien nie so richtig ein. Und dementsprechend ging bisher die Bundesliga auch noch nie als lachender Dritte triumphierend aus dem ganzen Zirkus hervor. Bleibt nur die Rolle als Zaungast und die beruhigende Gewissheit das selbst die grauenhaftesten deutschen Nationalmannschaften ständig irgendwo im Finale stehen und die Engländer vorher mal wieder an ihrer Hybris und elf langen Metern gescheitert sind.
@Ben
“Weil es eh kein Verein mehr ist. Und weil es manchmal auch einfach nicht zählt was früher einmal war.”
Immer wird die Fahne des Traditionsvereins hochgehalten, aber für Leverkusen soll das nicht gelten? Wenn ich mich nicht täusche ist jede Profiabteilung der heutigen Bundesligavereine in eine GmbH ausgegliedert. Man könnte als argumentieren, dass es keine Traditionsvereine mehr gibt. Auch leitet sich aus dem Status “Traditionsverein” kein Anspruch ab. Das beste Team soll gewinnen und nicht das traditionsreichste. Ich muss gestehen, dass mir ein Meiste VfL Wolfsburg auch komisch vorkommt und es mir emotional betrachtet nicht gefällt.
Und zum Schluss kann man noch einen Hinweis auf da gestrige CL-Finale machen. Mit Barca hat ein Traditionsverein gewonnen in dessen Startelf sechs Eigengewächse standen. Wenn man als Verein zu so etwas in der Lage ist, dann braucht man auch nicht über die Investionen der Retortenclubs zu lamentieren.
In Gladbach ist man sich übrigens sehr sicher, dass der neue Trainer Funkel heißt.
Hi hi hi, habe soeben das Ende des Internets erreicht….
Mal eine Frage: angenommen die Deutsche Bank stiege mit 30 Mio jährlich bei der SGE ein, würde man dann auch “stopp” rufen? Vielleicht sollte man eher mal hinterfargen, warum sich Traditionsvereine so schwer tun, derartige Gönner zu finden.
“Immer wird die Fahne des Traditionsvereins hochgehalten, aber für Leverkusen soll das nicht gelten? Wenn ich mich nicht täusche ist jede Profiabteilung der heutigen Bundesligavereine in eine GmbH ausgegliedert. Man könnte als argumentieren, dass es keine Traditionsvereine mehr gibt. Auch leitet sich aus dem Status “Traditionsverein” kein Anspruch ab. Das beste Team soll gewinnen und nicht das traditionsreichste. Ich muss gestehen, dass mir ein Meiste VfL Wolfsburg auch komisch vorkommt und es mir emotional betrachtet nicht gefällt.”
Das Wort Traditionsverein habe ich bisher kein einziges mal benutzt und werde es auch weiterhin vermeiden, weil es extrem irreführend ist und es mich auch stört das die ganze Diskussion immer auf dem Level Tradition vs … geführt werden muss.
Es geht hier nicht um Tradition sondern um fragwürdige Sonderregelungen.
Sommerpause und trotzdem 2 Beiträge am Tag? Es lebe die Verschwendung ;-
Oka bleibt bis 2010!
Zitat:
“Mal eine Frage: angenommen die Deutsche Bank stiege mit 30 Mio jährlich bei der SGE ein, würde man dann auch “stopp” rufen? Vielleicht sollte man eher mal hinterfargen, warum sich Traditionsvereine so schwer tun, derartige Gönner zu finden.”
Ich denke , dass ist der falsche Ansatz. Für mich ist die entscheidende Frage ob ich dann “besseren” sprich erfolgreicheren Fußball zu sehen bekommen würde.
Das erscheint mir zweifelhaft. Wenn die Deutsche Bank bei uns mit 30 M einsteigen würde , würde möglicherweise Conti bei Hannover mit 32 einsteigen usw .
Im Endeffekt bedeutet dies, das ich immer noch Am
a sehe ( ja , ich sehe ihn ja gerne:))
Es wäre halt nur teurer.
Ein weiser Mann hat mal gesagt. “Im Fußball bedingt der Erfolg des einen den Mißerfolg des anderen.”
Da liegt m.E. auch der Denkfehler den Herr Kind und andere begehen.
Traditionsvereine?
Das hier hat Tradition! …und zwar eine Gute!
ten years ago…
youtube.com/watch?v=zIpdpYSeOi4&feature=r...
Das wirklich schlimme an der Sache ist, dass vermutlich ab nächster Saison lauter Vollspacken hier in VW-Trikots auftauchen werden und dir versuchen die Bundesliga zu erklären oder so ähnlich.
Ob das Sponsoring jetzt über 50+1 gedeckt ist, oder nicht ist doch unerheblich. Man schaue sich nur mal Bayern München an und ordne den Aufsichtsrat zu. Dazu dann noch die Sache mit Pizarros Handgeld die Publik geworden ist.
spiegel.de/sport/fussball/0,1518,626406,00.ht...
Glaubt hier jemand ernsthaft, dass das Einzigartig ist?
Schaut euch an, wie und wieso der BVB noch lebt.
Auch hier in Frankfurt gibt es da die eine oder andere Geschichte zu erzählen.
Zum Beitrag: Auch wieder ein komplexes Thema, zu dem keine einfachen Antworten möglich sind.
Grundsätzlich ists (wie) die Weltwirtschaft: Immer höher, schneller, weiter. Ob mans gut findet oder nicht, ändern wird man es nicht, aber man kann stundenlang drüber reden, wie früher alles besser war.
“Geschmäckle” hats wirklich in dem Moment, wo wirtschaftliche Interessen in den Sport eingreifen. Sprich Hannover besser nicht gewinnt. Aber das würde VW natürlich nie irgendwie irgendwo vor dem Spiel zur Sprache bringen. Der Fußball ist sauber (Hey, noch so ein Thema)
Ich sag zu der ganze Sache nur ein Wort: Octagon
Zitat:
„Nchts ungewöhnliches denkt man sich, aber VW ist auch ein Hauptsponsor von Hannover 96 und nun treffen hier Interessenskonflikte aufeinander. 25% des VW Konzern gehören dem Land Niedersachsen, d.h. VW setzt somit auch Gelder von Bürgern des Landes Niedersachsen beim VFL Wolfsburg ein. Gegen ein normales Sponsoring ist nichts zu sagen, aber eine ungerechtfertigte Subventionierung bedeutet Verzerrung des Wettbewerbs.“
Das sehe ich als klassisches Eigentor an oder besser auf einem Auge blind.
Anteile Fraport: 31,57 % Land Hessen, 20,16 % Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH
Was ist mit den Sponsoren: Stadtsparkassen, Stadtwerke, Landesbanken und EVUs?
Nein das Problem liegt nicht bei Kapitalgesellschaften und dem Niedersachsen VW-Gesetz.
Unsere Herren (die Damen interessiert das weniger) Komunalpolitiker, die in den Aufsichtsgremien sitzen, lassen sich gerne als Sponsoren feiern und noch viel lieber ist ihnen dann ein Doppelmandat im AR eines Fußballvereins. Da werden eine große Anzahl Bürger Sponsoren, die mit (Profi) Fußball nichts am Hut haben.
Viele gute Beiträge hier.
Ich setze ganz auf die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus und glaube (ex negativo) an das Zusammenbruchsszenario des Kapitalmarktes Fußball. Das wäre der Neubeginn. Aber gibt es den wirklich? Die Krise ist ja konstitutiv für den Kapitalmarkt Fußball…Zwischen Kommunismus, Kibbutzfußball (sic!), Vereinsmeierei und radikaler Markliberalität flimmert für mich momentan aufgrund der schieren Utopielosigkeit wie ein “gerechteres” Model zukünftig aussehen könnte nur die banale und alltäglich Erkenntnis auf, dass Tradition keine Tore schießt, aber gerne welche kassiert.
“Im Finale des Niederrhein-Pokals setzte sich der Sechstligist VfB Speldorf am Mittwochabend sensationell gegen den Deutschen Meister von 1955, Rot-Weiss Essen, mit 3:2 durch.” (kicker)
@ 36.
Hubi, nochmal: Es ist m.E. ein Unterschied, ob Fraport als Hauptsponsor € 2-3 Mio. (kenne die genaue Zahl nicht) pro Jahr als SPonsor beistuert oder ob ein VW Konzern € 60 Mio. in zwei Jahren subenvtioniert……
Da sieht der, der gegen die Eintracht ohne Fraport Hilfe konkurrieren muß, anders.
@39 Der sieht das ganz genauso, weil er möglicherweise vom örtlichen Baustoffhändler mit 2000 € gesponsort wird.
@25
Gibbet ne Quelle dazu?
In seiner frühen Jugend soll Funkel nach eigener Aussage ja auf dem Bökelberg in der Kurve gestanden haben. Wäre also fast ne Herzensangelegenheit.
Wenn wir durch den möglichen Nürnbergaufsteig schon 6 Punkte sicher weniger haben, dann aber auch durch einen Fritze in München-G. Spiele gegen Funkelmannschaften habe ich nicht unbedingt in positiver Erinnerung.
@.Stefan (8):
Ja, so isses. Das bezieht sich allerdings nicht nur auf Autos. Dazu zählen in Zukunft, noch mehr als heute, Finanzoptimierer (ist doch höchst aktuell), Versicherungen, Bankinstitute usw., weil a der Trend zur Dienstleistung zunimmt und b diese Branche sich ein beschissenes Image erarbeitet hat. Produktsponsoring ist ein Teil der Produktwerbung und da hat VW es diesmal besser gemacht, als alle Jahre zuvor.
Und weil die Herren mit mehreren Marken in Süddeutschland vertreten sind, haben sie sich einem zweiten Vitaminstoß zur Etablierung international verweigert und Magath kann das Schlacke Trikot küssen.
@.Haldun:
Das Thema ist wichtig aber auch vielschichtig. Es lässt sich, auch wenn der aktuelle Anlass es nahelegt, nicht auf den VFL Wolfsburg konzentrieren. Ganz einfach, weil mit hoher Wahrscheinlichkeit, der „ Return of Invest“ stimmt und es risikobehaftet war, zum Neid wäre noch jede Menge Häme gekommen.
Deiner Arbeit und dem Versuch sich diesem doch komplexen Thema zu nähern, gilt mein Respekt.
@ Hubi:
ich sehe es ja auch als Denkanstoß für unsere Community hier und wollte einfach mal eure Meinung zu dem Thema wissen……… es ist richtig, das Thema ist sehr komplex und mit Sicherheit von mir durch eine Eintracht-Brille dargestellt und unvollständig, trotzdem ist die Entwicklung nicht gut für den Fussball.
Jetzt kommt in der kommenden Saison der Deutsche Meister in die Comba-Arena und es wird nicht ausverkauft sein, da Wolfsburg mit 300 Fans anreisen wird (
Waldstadion.
Wie war das noch mit dem berühmten Modell aus Wolfsburg?
Läuft… und läuft… und läuft…
Solange der Markt es am Laufen hält bzw. es sich rentiert.
Natürlich ist das ganze unfair gegenüber Traditionsvereinen, aber ich bin bestimmt kein Fan von Deckelungen. Höchstens wenn diese auf internationale Ebene durch die FIFA abgesegnet wären. Ansonsten gibt es bald nur noch englisch-spanische CL-Finale.
Haldun, Du sprichst mir größtenteils echt aus der Seele.
Wenn ich mit dem Argument ankomme, dass es mich anwidert, dass ein “Marketingtool eines Konzerns” sich Deutscher Meister schimpfen darf und dass deren anhänger nie in der CL ein Gästeticketkontingent füllen werden, während woanders Menschen bereit sind, bei Ebay ein halbes Vermögen dafür zu opfern, scheitere ich schnell. “So ist das heute halt.”
Aber Deine Argumente hinsichtlich der Interessenkonflikte haben echt Gewicht! Und im Gegensatz zu dem Kurzarbeiter-Argument dürfen diese nicht auf taube Ohren stoßen!
man, oh man,
schwafel time is an
Shit, Nbg. führt 0:2 in Cottbus.
Ich mache mich jetzt mal wissentlich unbeliebt:
1. Hurra Hurra, keine Ost Clubs mehr in der Liga
2. Zum Gastbeitrag: Da spricht der Neid, dass es ein Traditionsclub wie Frankfurt entweder nicht versteht oder es verschlafen hat sich einen finanzstarken Sponsor zu suchen, der trotz der 50+1 Regel diese Summen ausgibt.
Neben Bayer/Bayer, Vfl Wob/VW, Hopp/Hoffenheim gibt es nämlich noch die weniger bekannt Beispiele Adidas/Bayern und Gazprom/Schalke. Ziel muss es sein und hier zitiere ich HB “den Gesetzen der Bundesliga zu folgen” und sich endlich einen gescheiten Geldgeber zu suchen und eben gerade nicht sowas wie Oktagon!
Ui! 0:3
Boakye erinnert mich an einen anderen Stürmer der (spätestens) in einem Relegationsspiel auf sich aufmerksam gemacht hat.
Gut für Nürnberg, dass der Aufstieg so wahrscheinlich ist, sonst wäre er (eher) weg.
Tja, nur gut, dass wir einen Neuanfang mit neuem Trainer bekommen, sonst würde ich mir für die nächste Saison sorgen machen, wie wir gegen Nürnberg gewinnen sollen.
Hans Mayer ist frei!Steht für Kontinuität!
hmm… Nürnberg war gar nicht schlecht
@ 53
die mache ich mir auch so…immerhin haben wir letzte Saison ganze 8 (!) Spiele gewonnen..genau so viel wie Cottbus und KSC…
@schwitzfüßchen
“Ziel muss es sein und hier zitiere ich HB “den Gesetzen der Bundesliga zu folgen” und sich endlich einen gescheiten Geldgeber zu suchen und eben gerade nicht sowas wie Oktagon!”
und wenn einer von der Brücke springt, dann springst du auch hinterher. gell?
Endlich schreibt mal jemand über dieses Thema.
Ich sehe es auch so, daß diese 3 Vereine den Wettbewerb verzerren und dadurch den Fußball kaputt machen.
Die großen Verlierer sind die Fans der echten Vereine. Ich finde, wir sollten alle eine gemeinsame Initiative starten und den DFB drängen dagegen was zu tun.
Externes Geld darf nicht in die Bundesliga fließen, egal von wem und über welchen Umweg!
Werbung ja! Besitz- und Mäzentum nein!
Alle sollen die gleichen Bedingungen haben. Der Wettbewerb soll fair bleiben!
jemand spontan Interesse, mit mir und ca 20 Leuten am Samstag da hin zu fahren? www.dam-2009.de
“Alle sollen die gleichen Bedingungen haben. Der Wettbewerb soll fair bleiben!”
das wäre ja ohne 50+1 gegeben.
In meinem familiären Innenverhältnis “boykottiere” ich VW schon seit längerem….(allerdings nicht nur wegen VfL (zB Nutten in Rio, jetzt Seuergelder für Kurzarbeit und für die VW Bank kassieren usw)
meine Freundin hat sich damals einen Polo gekauft…seitdem fahren wir mit meinem Auto zu den Eintracht-Spielen. Hab Sie bald soweit, dass sie umsteigt :-)
Das ist doch schon mal ein Anfang :-)
Zitat vom FC Köln-Blog (http://suedtribuene.twoday.net/):
“13. Eintracht Frankfurt
Die Fans wollten Funkels Kopf und dieses Jahr haben sie ihn bekommen. Wohl auch, weil die Mannschaft tiefer im Schlamassel steckte als gedacht. Aber im nächsten Jahr greift die Eintracht ganz sicher die UEFA-Cup-Plätze an.
(Mein Tipp: Platz 8)”
Wir scheinen überschätzt zu werden beim FC :-)
@62 Kann ganz schnell gehen. Zwei geniale Verpflichtungen á la Falkenmeyer und Bein und schon geht die Post ab. Hölzenbein hatte mal die beste Nase der Liga, was Neuverpflichtungen angeht. Woran hängt’s ?
Zitat:
“VW setzt somit auch Gelder von Bürgern des Landes Niedersachsen beim VFL Wolfsburg ein. “
Nicht nur deren Geld, auch meines - Stichwort ‘Abwrackprämie’.
[…] Update: Ein schöner Beitrag dazu ist auch im Blog-G, dem Eintracht-Blog der Frankfurter Rundschau, erschienen. […]
Zitat:
“”das Modell Hoffenheim ist zwar auch nicht koscher, aber da investiert ein Privatmann sein Privatvermögen, dagegen ist nichts zu sagen”
Widerspruch. Das Modell Hoffenheim ist noch viel gefährlicher für die Bundesliga als Werksvereine. Hinter einem Werksverein steht ein Wirtschaftsunternehmen, dass auch auf die eigene Wirtschaftlichkeit achten muss, hier gibt es eine Investitionsgrenze.
Ein Verein, der nur zur Steigerung des Selbstwertgefühls und zur Selbstdarstellung eines Milliardärs dient hingegen ist in seinen Investitionen nur durch das Budget des Milliardärs beschränkt. Für Bundesligaverhältnisse kann dies bei einem Multimillardär als de facto unendlich beschrieben werden.”
Ich dachte immer Hoffenheim bezieht seine Kohle aus der Hopp Stiftung. Diese als Privatvermögen zu bezeichnen ist gewagt. Immerhin unterstützt sie aber auch noch jede Menge anderen und “kleineren” Sport.
Insgesamt ist sie viel anfälliger als VW, denn es wird immer Idioten geben die einen VW kaufen, aber irgendwann nicht mehr genug die SAP kaufen.
Zitat:
“@62 Kann ganz schnell gehen. Zwei geniale Verpflichtungen á la Falkenmeyer und Bein und schon geht die Post ab. Hölzenbein hatte mal die beste Nase der Liga, was Neuverpflichtungen angeht. Woran hängt’s ?”
Absolut korrekt! Genau daraus speist sich meine Hoffnung vor jeder Saison wieder aufs neue!!!
Ich fahre Volvo, nehme bei Kopfschmerzen ASS und arbeite nicht mit SAP-Software. Ich habe ein reines Gewissen.