Endgültig von seinen Gefühlen zum Titanen überwältigt war am Samstag der Lieblingsschiri der Eintracht, Herr Fandel

Bild: ddp
Zu den ersten Gratulanten gehörte Bayern-Altmeister Mehmet Scholl. » Mehr…
Beton ist ein kaltes Material. Beton kann hohen Druck aushalten, versagt aber schon bei niedrigen Zugbeanspruchungen. Friedhelm Funkel, amtierender Übungsleiter des amtierenden Erstligisten Eintracht Frankfurt, hat in den letzten zwei Bundesligaspielen unglaublich viel dieses Baustoffs verbraucht. Und er hat dabei, bei aller Euphorie über den nicht erwarteten Sieg gegen den FC Bayern München, sein Glückskonto erheblich belastet.
Nicht immer wird im Kampf um den Klassenerhalt Fortuna mit Friedhelm sein. Aus vier Chancen in zwei Spielen drei Treffer und vier Punkte - das ist nicht das, was auf Dauer Erfolg verspricht. Das ist auch nicht das, was man als Konzept für den Rest der Saison sehen will und kann.
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Die alte Frankfurter Schule hat ausgedient. Der neuen geht’s auch nicht so gut. Wer also Lust und Laune hat, kann beim Spiel gegen die Bayern hier mitfiebern. Die Autoren werden nicht dabei sein, aber später am Abend gibt’s auch den Kommentar von uns zum Desaster Spiel. Der Spieltag hat dem Sieg von Cottbus in Berlin schon mal toll angefangen. Berlin hat mittlerweile ein Problem, zumal Aufbaugegner SG Eintracht Frankfurt erst am letzten Spieltag auf dem Programm steht.
Bis später also…
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November 1975. Heimspiel. Eintracht Frankfurt gegen Bayern München. 55.000 Zuschauer im Waldstadion, wie immer gegen diesen Gegner mit Sicherheit 20.000 Bayern-Sympathisanten. Das Spiel endete 6:0 (5:0) für die Gastgeber, wobei sich die Eintracht in in der zweiten Halbzeit damit begnügte, einen Eckball, geschossen von Bernd Nickel, gegen Sepp Maier direkt zu verwandeln. Morgen werden wir nicht mal einen haben, der Ecken über Kniehöhe in den Strafraum bringt. Ich war damals, wie immer gegen die Bayern, nicht da.
Das Heimspiel davor, an das kann ich mich noch erinnern. 10.000 Zuschauer gegen den VFL Bochum. Nur 10.000. War auch normal damals. Das Spiel gewann die Eintracht übrigens - mit 6:0 (1:0).
Zwei aufeinander folgende Heimspiele mit dem gleichen Ergebnis. Damit könnte man auch im März 2007 leben.
Ich gebe zu, ich bin ratlos. Die Meldungen vom Übungsgelände der Eintracht versprechen vor dem Spiel gegen die Bayern aus München nichts Gutes. Fehlt nur noch die Beschwichtigungsformel “gegen die Bayern muss man nicht gewinnen, was zählt, sind die Spiele gegen Mannschaften auf Augenhöhe”. Sie wird noch kommen, wenn nicht heute, dann morgen oder am Spieltag. Richtig wird sie dadurch nicht.
Streit hat Grippe. Pröll hat “wir wissen nicht was es ist”. Fink hat Eisbeutel an Wade. Amanatidis hat Trainingsrückstand. Jones einen an der Waffel. Zimmermann eine kaputte Hand. Huggel hat den Schlämmer-Horst. Funkel die Ruhe weg.
Optimismus hat keiner der Herren, nur Preuß ein wenig. Der muss ihn haben, ist er doch mit seinen 25 Lenzen schon gefühlte 30 mal abgestiegen.
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früher, als ich noch ein Bub war, musste ich mich in meinem sozialen Umfeld manchmal behaupten. Das war einfach so in den frühen Siebzigern, und ich nehme an, es ist heute auch noch so. Ich konnte mich nicht permanent den Gängeleien der Großen ohne Reaktion ausliefern, weil, lieber Friedhelm, hätte ich dies ohne Gegenwehr gemacht, wäre ich irgendwann ganz einfach hinten runter gefallen. Ich hätte die Achtung vor mir selbst verloren. Und es hätte keiner mehr mit mir kicken wollen.
Also nahm ich eines Tages meinen ganzen Mut zusammen, ging auf einen der Großen zu und trat ihm mit voller Wucht vor das Schienbein. Dabei ist es nebensächlich, dass ich mir bei dieser Aktion wahrscheinlich mehr weh tat als ihm. Seine Kumpels lachten über meinen dreisten Angriff, ich machte mir fast in die Hose, war aber fortan einer von Ihnen. Ich durfte mitspielen mit den Großen. Weil ich mich gewehrt hatte.
Warum erzähle ich Dir das eigentlich?
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Hier schreibt mein Namensvetter von der Kölner Südtribüne eine schöne Anmerkung, wie es ihm am Mittwoch erging, als kurz vor Schluß beim Spiel Bayern München gegen Real Madrid ein Treffer der Spanier wegen Handspiels nicht gegeben wurde. Ich fühle mich beobachtet.
Doch jetzt kommt’s. Mir ging es umgekehrt.
Ja, liebe Freunde, ich hab mich gefreut, dass es weiterhin 2:1 stand. Was aber nichts mit Nationalstolz zu tun hat. Und schon gar nicht mit Sympathie für den FC Bayern.
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Und ich hatte mir schon Sorgen um Loddar gemacht. Spät, aber nicht zu spät, meldet er seinen Anspruch auf den Job des Bayern-Trainers. Hat ihn ja auch wieder mal keiner gefragt. Menno.
Da kann man sagen, was man will: Langweilig war’s nicht, an diesem zweiten Spieltag des Jahres 2007.
Fangen wir mal mit unserer lustigen Tipprunde an. Mit 17 Punkten hat “Ippie” die meisten Zähler geholt und darf sich somit zweier Eintrittskarten für das Derby am Samstag gegen Mainz erfreuen. Herzlichen Glückwunsch, E-Mail geht gleich raus.
Raus* aus dem Abstiegsstrudel möchte auch der Gast vom kommenden Samstag, Kloppos Mainzer Schunkeltruppe. Und sie sind auf dem besten Weg dorthin. Zwei Siege in Folge, und schon wurde die rote Laterne abgegeben. Und jetzt geht’s ins Waldstadion zur Eintracht.
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Man kann in Aachen gewinnen. Und das geht so:
Pröll - Kyrgiakos, Russ, P. Ochs - Rehmer, M. Fink, Spycher - A. Streit, A. Meier, Köhler - Takahara
Analysiert, Herr Magath? Nein? Okay, Obacht: Einen Stürmer vorne rein, und der macht die Buden. Nicht fünf, die sich dann gegenseitig im Weg rumstehen, ja? Gerne geschehen.
Ein durchaus unterhaltsamer Pokalabend gestern. Und als es nochmal eng zu werden drohte, schnappte sich Schlaudraff die Kirsche und beendete das Spiel mal so eben. Ich schätze, jetzt wird Bayern ihn “koste es was es wolle” holen. Muß ja. Den darf ja kein anderer Verein kriegen. Dann sitzt er auf der Bank und kann mit Poldi Karten spielen. Oder Playstation.
Plus, auch von gestern, die erste Trainerentlassung 2007: Andreas Möller in Aschaffenburg. Wo ist eigentlich Namensvetter Brehme?