Das Training, das Christoph Daum und sein Assistent Roland Koch bei Eintracht Frankfurt abhält, ist und bleibt abwechslungsreich und gut. Keine Frage. Auch wenn inzwischen das Klatschen, das Fingerschnippsen und das gegenseitige Umarmen ausfällt. Es ist ganz normale Trainingsarbeit, es werden Standards geübt, Spielzüge, Zonenaufteilung - alles was eben so dazu gehört. Würde es nach dem Training gehen, wäre Eintracht Frankfurt inzwischen da unten raus. Aber, wie Daum selbst sagt: “Ich mag es auch nicht aufrechnen wie sind Spiele ausgefallen, wie sind Spiele ausgegangen, wie knapp waren einige Dinge, wie gut haben wir in einigen Spielen gespielt. Es ist und bleibt letztendlich am Tage ein Ergebnissport. Und das Ergebnis sieht im Augenblick negativ aus - insofern ist das ein Negativerlebnis was ich zu verbuchen habe. Das gehört aber genauso zu meiner Vita wie Meisterschaften, Europapokalspiele und andere Dinge. Es gibt im Leben nicht nur immer ein oben. Ich werde diese Sache schon richtig einordnen und aus so einer Situation wieder Lehren mitnehmen die mich in Zukunft vielleicht noch etwas besser machen.” Auch zum Gerücht, dass Thomas Doll als sein Nachfolger schon bereit stünde, äußerte sich Daum. Genau wie der neben ihm sitzende Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen (einen Audio-Mitschnitt gibt es weiter unten, nach dem Klick).
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Wenn der Trainer sagt, den Kontakt zu seinen Kölner Nachbarn habe er in den letzten Tagen gemieden, „ich habe alles rigoros abgesagt“, dann weiß man: Es ist etwas ungemütlich geworden in Frankfurt. Und weil der Kontakt des in Köln wohnenden Motivators die volle Konzentration auf das nicht ganz unwichtige nächste Bundesligaspiel stören könnte, erscheint es auch nur folgerichtig, dass Daum mit dem Kölner “express” ein paar Worte wechselt. Es geht um ihn und seinen Lieblingsverein, natürlich.
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Irgendwann im Laufe der gestrigen Trainingseinheit von Eintracht Frankfurt schnappte sich Christoph Daum dann selbst den Ball und zeigte seinen Spielern, wie er sich einen genauen Pass vorstellt. Etwas, was seine Vorgänger so nie gemacht haben. Auch dies ein Zeichen dafür, wie sehr sich die Zeiten in Frankfurt in den letzten paar Wochen geändert haben. Nicht nur das intensiver und härter geübt wird als zuvor, es wird auch deutlich anders trainiert. So werden auch mal ein paar Spieler aus dem normalen Trainingsbetrieb raus genommen, um mit ihnen Einzel- oder Gruppenübungen abzuhalten. Gestern, beim Trainingsspiel, waren das immer mal wieder die Offensivkräfte, die auf dem Nachbarplatz Torschussübungen abhalten mussten. Ja, auch Theofanis Gekas. Und auch der traf das ein oder andere mal.
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Christoph Daum ist ein Freund großer Zitate von großen Persönlichkeiten. Unlängst erst hat er sehr frei Winston Churchill bemüht, als es darum ging, das man im Leben niemals aufgeben solle. Von den Aussagen von Alex Ferguson zum Thema öffentliches Training erst gar nicht zu reden. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch mal einen Spruch eines gern zitierten Herren bringen: “Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.” Sagte einst Oscar Wilde, viel zitierter Dandy aus Irland. Was keinesfalls den Bogen zu Christoph Daum spannen soll, denn der kommt erst später wieder ins Spiel.
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“Ziel ist es natürlich drei Punkte mitzunehmen. Darauf haben wir uns vorbereitet.” Christoph Daum gibt sich vor dem Spiel in Sinsheim selbstbewusst. Auch wenn er, natürlich, nachschiebt: “Jetzt müssen wir nur noch spielen. Wenn’s mal so einfach wäre”. Vorher wurde im Training die “taktische Balance” einstudiert, viele Basics, das auf 50% verkleinerte Spielfeld in Zonen aufgeteilt, in denen sich die Spieler zu bewegen hatten, und die bei Verlassen an den Mitspieler übergeben werden mussten. Der Trainer zeigt sich zufrieden mit der Trainingsleistung seiner Mannschaft. “Wer mal im Training dabei war, kann das sicherlich sehr gut nachvollziehen. Wie hier in einigen Einheiten die Post abgeht, mit welchen Intensitäten gearbeitet wird, und wie man von Trainingseinheit zu Trainingseinheit eine kleine Stabilisierung und Verbesserung feststellen kann. Das ist gut. Wir sind weiter im Klassenerhaltskampf drin.”
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Wenn dieser Tage Pressesprecher Carsten Knoop die obligatorische Fragerunde vor einem Bundesligaspiel mit den rituellen Worten “die Fragen bitte an den Trainer” einleitet merkt man, wie viel sich in kürzester Zeit schon bei Eintracht Frankfurt verändert hat. Denn nicht die Journalisten eröffnen das Gespräch, sondern der Trainer ergreift sofort das Wort. “Ich fange erst mal mit einer ganz kurzen Beurteilung der Situation an. Wir haben sieben Endspiele vor uns gehabt. Das erste haben wir jetzt erfolgreich mit dem Punktgewinn beim unglaublich starken Gegner absolviert. Auch mit den Bremern, wo jetzt einige Spieler wieder zurück gekommen sind, treffen wir wieder auf einen Gegner, der personell eigentlich so gut besetzt ist, dass er da unten auch nichts verloren hat. Insofern wird das für uns auch wieder ein Tanz auf der Rasierklinge werden. […] Im Mittelpunkt steht auch da wieder, dass wir kämpferisch und läuferisch auf dem im Augenblick höchstmöglichen Niveau auftreten, und dass wir darüber hinaus im spielerischen Bereich den ein oder anderen Fortschritt machen.” Und so weiter und so fort. Gut fünf Minuten währt die “ganz kurze Beurteilung” zum Auftakt. So lange dauerte manch eine Pressekonferenz von Daums Vorvorgänger nicht im Ganzen.
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Christoph Daum zeigte sich auf der heutigen Pressekonferenz doch einigermaßen überrascht. “Ich weiß nicht mit welchen Zielen Eintracht Frankfurt gestartet ist.” Und auf die Ansage, dass 50 Punkte ausgegeben waren: “Ziel waren 50 Punkte? 50 Punkte ist ein sehr hoher Anspruch.” Inzwischen ist allerdings das “Maximalziel, den Klassenerhalt zu sichern.”
So ist das im modernen Fußballsport. Audio-Aufsschnitt nach dem Klick.
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In den zwölf Tagen der Regentschaft Daum hat sich schon einiges verändert bei Eintracht Frankfurt, ohne Zweifel. Nicht nur, dass bei Ecken gegen die Eintracht jetzt beide Pfosten abgedeckt werden, was am Sonntag mit dazu beigetragen hat diesen einen wichtigen Zähler aus Wolfsburg mit an den Main zu nehmen, nein, auch und besonders im Training geht es nunmehr ganz anders zur Sache. Man stelle sich nur mal vor was unter Daums Vorgänger an einem Montag passiert wäre, wenn man am Sonntagabend ein schweres Auswärtsspiel bestritten hätte. Lockeres besteigen des Rades, ein paar Kilometer durch den Stadtwald, dann “Pflege” um am Dienstag: Nichts. Denn schon in vier Tagen hätte das nicht weniger schwere Heimspiel gegen Werder Bremen auf dem Plan gestanden. Tut es jetzt natürlich auch, und doch ist einiges anders dieser Tage. Der nächste trainingsfreie Tag für die Profis ist erst am kommenden Sonntag, bis dahin ist schwitzen und schuften angesagt.
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“Ich steige nicht mehr irgendwo ein, wenn ich nicht alle Fäden in der Hand halte. Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen. Aber nur, wenn ich meine Vorstellungen verwirklichen kann”. Diese Worte sprach einst Christoph Daum, als es darum ging, ob er sich eine Rückkehr nach Köln vorstellen könne. Ein knappes halbes Jahr ist das jetzt her, und Daum schloss ein Comeback beim Verein seines Herzens aus, auch weil er beim FC Köln seinerzeit mit seinem Wunsch, ein neues Trainingsgelände für den Verein zu erstellen, gescheitert war. Jetzt, da Daum einen anderen Traditionsclub aus der Liga übernommen hat, scheint er auf andere Voraussetzungen zu treffen. Daum übernimmt einen Club, dem jedes Mittel recht ist um nur wieder aus der Krise heraus zu kommen. Beste Voraussetzungen für einen Trainer, der seine Vorstellungen verwirklichen will. Denn noch ist niemand da, der es wagen würde dem vermeintlichen Retter irgendwo zu widersprechen.
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Das gestrige Vormittagstraining der Eintracht war eher unter dem Begriff “Regenerativ” einzuordnen. Diesmal nur 75 Minuten, ein kurzes Aufwärmprogramm mit Gymnastik, dann ein Spiel über dreiviertel des Platzes. Den Aufreger gab es gleich am Anfang, als der Torschütze vom Dienst, Theofanis Gekas, sowieso nur in Laufschuhen auf den Platz gekommen, nach einer halben Runde das Training abbrach. Seiner Gestik nach zu schließen hat er wohl irgendwelche Probleme in der Leistengegend. Auch wenn die Intensität spürbar zurückgefahren wurde, ist das Training trotzdem bis ins letzte Detal von den beiden Übungsleitern geplant. Mit DIN A4 Blättern in der Hand wird jedes Hütchen sorgfältig gesetzt, jeder Einsatz eines Spielers auf welcher Position und für welche Dauer scheint schon vorher genau geplant zu sein, nichts wird dem Zufall überlassen.
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