Mythos Premier League Nichts für Weicheier

Gastbeitrag
Wir danken „F.Lampard“ für diesen Gastbeitrag.

Man nehme die englische Mentalität, gemixt mit ausländischen Spitzenspielern und hochmodernen Trainern, die von den Investitionen ausländischer Ölmilliardäre nähren, und was bekommt man? Die beste Fußballliga der Erde. Direktes und schnelles Kurzpassspiel, elektrisierende Zweikämpfe und der Schiri pfeift in der Regel erst dann, wenn ein Spieler offensichtlich regelwidrig zu Boden gebracht wurde. Fans feiern ihre Mannschaft trotz 0:5 Rückstandes zu Hause. Es singt auch nicht nur ein Block, wie das in Deutschland der Fall ist, sondern es singt fast das ganze Stadion mit. Bei jeder erfolgreichen Grätsche wird applaudiert, manchmal gibt es auch stehende Ovationen. Englische Fans sind kreativer in Bezug auf den Text und auch auf die Melodie der Gesänge. Die Lieblingsspieler bekommen ein eigenes Lied, das nach gelungenen Aktionen gesungen wird

„Steve Gerrard Gerrard he passes the ball 40 yards,

hes big and hes fucking hard Steve Gerrard Gerrard“

oder die ManUanhänger:

„Saw my mate the other day,

He said to me, he’d seen the white Pele,

So I asked, „Who is he?“

He goes by the name of Wayne Rooney.

Wayne Rooney, Wayne Rooney, goes by the name of Wayne Rooney”

Oder:

“He plays on the left,

He plays on the right,

That boy Ronaldo makes England look shite”.

“Oh Owen Hargreaves

You are the love of my life

Oh Owen Hargreaves

I’d let you shag my wife

Oh Owen Hargreaves

I want curly hair too”

Dagegen kommt einem das “Caio Caio” oder “Wir wollen euch kämpfen sehen” schon recht öde vor.

Als Wayne Rooney 2006 im Spitzenspiel in London sich den Fuß brach und weggetragen wurde, klatschte das ganze Stadion aufmunternd – einschließlich Chelsea Spieler und Trainer. Würden Jones und die Schalkefans applaudieren, wenn sich Miro Klose im Spitzenspiel den Fuß brechen würde?

Der englische Humor kommt auch nicht zu kurz, gegnerische Spieler und Trainer werden verhöhnt. So sangen die ManU-Anhänger nachdem John Terry den entscheidenden Elfmeter im Champions-League Finale verschossen hatte: „Viva John Terry, Cud of won the cup, but he fucked it up, Viva John Terry“, oder die Liverpoolfans nach der Führung gegen Chelsea “Bye-bye Mourinho”. Diese Liga ist eben nichts für Weicheier.

Der bei uns so heißgeliebte Schiedsrichter ist in England in der Regel unumstritten. Natürlich gibt es Ausnahmen. Wie etwa als Ashley Cole 2008 im Derby gegen Tottenham Hotspur sich demonstrativ mit dem Rücken zum Referee drehte, als dieser mit ihm redete. Daraufhin wurde in der Presse so lange verbal auf Cole eingeschlagen, bis er sich öffentlich entschuldigte. Auch das ist England. Da ist die Bild-Zeitung nur ein zahmes Lamm gegenüber Boulevardblätter wie die berüchtigte „The Sun“, wo sich Reporter auch mal als Scheichs verkleiden, um geheime Infos vom Ex-Nationaltrainer Eriksson zu entlocken.

Premier League bedeutet Spektakel – auch außerhalb des Platzes. Da schlägt Wayne Rooney den Martin Gray der Blackburn Rovers in einer Bar nieder, oder man bewirft sich mit Pizza im Spielertunnel nach Abpfiff beim Spiel ManU gegen Arsenal („Battle oft the Buffet“). Die Spieler des FC Chelsea hielten nach der 1:0 Führung gegen ManU im April ein Trikot hoch mit „R.I.P. Pat Lampard“ darauf, in Gedenken an die verstorbene Mutter von Frank Lampard.

Eine Winterpause kennt man nicht. Es wird am 26.12. sowie am 28.12. gespielt. Premier League bedeutet „sexy Football“: geile Tore und Top-Stars wie Ronaldo und Robinho. Polarisierende Selbstdarsteller verzaubern das Publikum.

Dieses Land atmet Fußball. Wo sonst kann man wetten, welcher Spieler von Arsenal als erstes Ashley Cole umgrätscht (weil dieser aus finanziellen Gründen von Arsenal zu den „Blues“ gewechselt ist – seit dem wird er nur noch Cashley Cole genannt)? Oder wann der lange Peter Crouch sich zum ersten Mal im Spielertunnel der Anfield Road an der Decke stößt? Oder, dass der eigene Sohn irgendwann mal Nationalspieler wird, so wie das Terrys und Scott Carsons Väter gemacht haben, und Jahre später abkassiert haben?

Die Dominanz der „Big Four“ in Europa ist unbestreitbar. Bis ein deutscher Klub mit diesen Teams sich messen kann, wird es noch lange dauern (trotz Ribery und Klinsi). Selbst unser Capitano hat Schwierigkeiten sich durchzusetzen und zu etablieren, wurde erst vergangenen Sonntag zur Halbzeit ausgewechselt. Die Premier League ein Schlaraffenland für Fußballer und Interessierte?

Es gibt auch die andere Seite der Medaille. Als der FC Chelsea nach dem Sieg im FA-Cup im März 2007 gegen die Tottenham Hotspur mit den Fans feierte, rannte ein „Fan“ aufs Feld und versuchte Frank Lampard niederzuschlagen. So beliebt und genial Eric Cantona war, so brutal trat er einen Fan während eines Spiels ins Gesicht, nachdem dieser ihn beleidigte. Eric Cantona gilt weiterhin als Legende bei Manchester United. Auch das ist England. Martin Taylor von den Blackburn Rovers brach Eduardo von Arsenal mit einer Blutgrätsche das Wadenbein. Roy Keane beendete mit einer Grätsche die Karriere seines Gegenspielers – nichts für Weicheier…

Spricht man über die englische Liga, dann spricht eigentlich ausschließlich über Manchester United, FC Chelsea London, FC Arsenal London und den FC Liverpool. In die Phalanx der „Big Four“ konnten in den letzten 10 Jahren nur Everton einmal eindringen – das wird sich auch erst ändern, wenn die Ölressourcen von Mutter Erde aufgebraucht sind (der Kicker in der Ausgabe vom Donnerstag behauptet das Gegenteil). Das kann u.U. langweilig sein. Da kommt es schon mal vor, dass Chelsea 6:0 zu Hause gegen den damaligen Tabellenvierten Manchester City gewinnt.

Über 480 Millionen Euro wurden in Transfers für die Saison 2008/2009 investiert. Die Millionenverschuldungen der Teams in England würden Bruchhagen den Magen umdrehen. Dubiose Personen wie etwa Roman Abramowitsch oder Thakshin Shinawartra pumpen Gelder in die Clubs und verschmähen konservative Anhänger. Uli Hoeneß hätte hier seinen Spaß. Die überhöhten Ticketpreise sorgen für teilweise leere Stadien, was es in der Bundesliga nicht gibt.

Die astronomischen Summen locken ausländische Spieler an. Der Ausländeranteil in England beziffert sich auf über 60%. Das ist auch das Hauptargument der meisten Gegner der Premier League: die Ausländer machen die Liga so gut, was auch stimmt, aber dass deswegen die Nationalmannschaft so schlecht abschneidet, halte ich für falsch. Das Training wird hinter verschlossenen Toren praktiziert. Die modernen Trainingsanlagen und Jugendakademien sind einerseits vorbildlich, andererseits werden junge Talente global gescoutet und im Kindesalter zum Verein geholt, sodass englische Talente es immer schwieriger haben, sich durchzusetzen. Englische Spitzentorhüter sind weiterhin Mangelware.

Und natürlich ist nicht alles One-Touch-Football. Bei manchen Spielen in England, könnte man glatt denken, hier spielt Eintracht gegen Hannover – und das ist wirklich nichts für Weicheier.

70 Kommentare
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  1. So richtig erhellend ist der Beitrag nun nicht gerade.

    Und was will er uns eigentlich sagen ?

    Habe ihn zweimal gelesen und die Botschaft wird mir trotz des Versuchs einen griffigen Titel zu haben nicht klarer.

    Auch wenn die Phrase dreimal wiederholt wird.

    Das Schiedsrichter “ bei uns “ heißgeliebt werden ist mir im übrigen völlig neu.

  2. Ja das ist schon ne tolle Liga.

    Da ist so viel Stimmung im Stadion das viele die Fans dort schon ehrfürchtig als „Prawn Sandwich Brigade“ bezeichnen, weil die so viel Stimmung machen. Absolut top. Und alle Fans die sich die teuren Tickets absolut leisten können, aber einen Hang zum masochistischen haben, fangen an Ausflüge nach Deutschland zu machen und sich kaputtzulachen was ze Germans doch für ne schlechte Stimmung im Stadion haben, und unsichere und ungemütliche Stehplätze und zu viel Bier.

    Die Gesangskunst ist tatsächlich der Wahnsinn. Da wird über über abstürzende Flugzeuge in München mit Manu Spielern am Bord hergezogen, Juden ‚runtergemacht und noch so einiges. Haben halt einen tollen Sinn für schwarzen Humor und liegen geschmacklich immer genau richtig.

    Der Schiedsrichter wird so sehr respektiert, das die FA aus Spass „Respect the Ref“ Kampagnen ins Leben ruft. Natürlich ist das seitens der FA ironisch gemeint, da ja der Schiedsrichter schon längst total respektiert wird.

  3. Sehr schön.

    Du heißt nicht zufällig Honigstein? :)

    Wer sich noch etwas intensiver mit dem eglischen Fußball beschäftigen will, hier noch ein kleiner Buchtipp. ( Danke Pia)

    http://www.amazon.de/Harder-be.....3462036629

  4. @Heinz und damit auch @Pia – nun habe ich mal anständiges zu lesen über Weihnachten – Danke !

    Ansonsten steht da ja auch „Mythos“ als Artikelüberschrift und Mythe haben mit der Realität in der Regel wenig gemein, siehe Wiki:

    „Ein Mythos (mask., von altgr. μῦθος = Laut, Wort, Rede, Erzählung, sagenhafte Geschichte, Mär, lat. mythus, Pl.: Mythen) ist eine erzählerische Verknüpfung von Ereignissen. In der Neuzeit hat der Begriff einen erheblichen Bedeutungswandel erfahren. Er wird in der Gegenwart zumeist für eine ideologisierende Erzählung verwendet.“

    Schöne Sonntag – geh jetzt mal Brötchen holen und frühstücken

  5. und ein paar „n“ kaufe ich auch noch, falls es die beim Bäcker geben sollte

  6. Morgen,

    gerade gelesen – ich meine es lohnt sich:

    http://www.zeit.de/online/2008.....w?page=all

  7. Vielsagend Adlers Aussage zum Gegentor gegen Engeland: „Aber ich habe die Situation noch einmal analysiert. An dem Tor habe ich sicher eine Aktie.“ Dieser Aktienwert bleibt wohl aber konstant im Gegensatz zu vielen anderen.

  8. ein anderer Stefan

    Auch wenn ich nicht direkt den Zusammenhang zur Eintracht sehe, danke für diese abwechslungsreiche Horizonterweiterung. Kleine Kritik: Den Zusammenhang zwischen Bar- und Pizza-Fight und hochgehaltenem Trikot finde ich komisch. Vor allem, da ich die Spieler nicht jeweils ihren Teams zuordnen kann.

  9. @xmaz

    der Artikel dient wie „ein anderer Stefan“ richtig erkannt hat, zur Horizonterweiterung.Dafür muss man natürlich auch offen sein, über den Tellerrand Eintracht Frankfurt hinauszuschauen.

    Es werden ein paar VOr- und Nachteile aufgelistet und der ein oder andere Aspekt kritisch hinterfragt. Der Leser soll sich dann seine eigene Meinung bilden.

    @Ben

    Idioten gibt es immer und überall (besonders in England), was natürlich nicht deine angesprochenen Fälle rechtfertigt, aber ich verfolge die Premier League seit 3 Jahren und habe von solchen Gesängen nichts mitbekommen in dieser Zeitspanne.

    Alle Monate wieder gibt es Kampagnen wie für mehr Toleranz, mehr Integration und gegen Rassismus und eben auch „Respect the ref“. Das sind allgemeine Themen, die weltweit verbesserungswürdig sind. Die Premier League mit den meisten Zuschauern dient hier als weltweiter Botschafter.

    @Heinzgründel

    Bin ich nicht, wäre es aber gerne ;).

    Habe das Buch, kann man schon mal lesen, witzig und interessant, aber nichts überragendes.

    @ein anderer Stefan

    Deine Kritik ist berechtigt. Das mit dem Trikot hochhalten passt dort nicht rein. Sorry!

  10. Nicht zu vergessen, dass es dort so toll ist, dass sich die United (ManU kennt man auch nur in Deutschland)-Fans mal eben lieber ihren eigenen Verein in den unteren Ligen gegründet haben, weil sie die Großartigkeit der Premier League nicht mehr ertragen haben.

    Oder natürlich das Stehverbot, dass von den Ordnern außerhalb des Gästeblocks rigoros durchgesetzt wird – die Stimmung ist so toll, dass man die Leute zum Sitzen nötigt, da im Stehen akute Gefahr für die Trommelfelle besteht. Wenn vor einem doch jemand akut das eigene Trommelfell gefährdet kann man glücklicherweise einfach eine SMS an den Ordnungsdienst schicken, der den Querulanten dann entfernt.

    Toll ist natürlich auch, wenn man Montags um 21 Uhr zu einem Auswärtsspiel fahren darf. Und in ein paar Jahren ist ein Spiel United-Everton eben mal in Indien. Lernt man auch neue Länder kennen.

    Der englische Sinn für Humor kommt auch bei jedem Engländer durch, dem man bei einem Bundesligaspiel begegnet – reden die einem doch immer, ohne eine Mine zu verziehen, ein, man solle alles tun was man kann um den Status der Bundesliga zu bewahren und niemals so zu werden wie die PL. Dabei ist’s da doch so toll.

  11. Ich muss es gestehen! Auch ich habe „früher“ notschlachten gerufen, wenn ein gegnerischer Spieler am Boden lag.

  12. Wie früher ?

    7,8,9, 10…;)

  13. Der Umgang mit dem Schiri ist in England schon ein anderer. Da hat Rugby, der ultimative Gentlemen’s Sport einen großen Anteil.

    Ich durfte selber während meiner Studienzeit in Schottland im Team meiner Uni spielen. Dort hat man die Schiedsrichterentscheidung kommentarlos hinzunehmen, lediglich der Kapitän darf um eine Erläuterung der Entscheidung Nachfragen. Ich denke das würde dem Fußball auch gut tun anstelle des dauernden unsportlichen Theaters.

    Ich glaube das hieraus auch der andere Sinn für die Wahrnehmnung von körperlicher Härte kommt. Im Rugby gibt es sehr harte aber regelkonforme Tacklings. Hier in Deutschland und im Fußball ausserhalb Englands wird Foulspiel noch viel zu oft mit dem Wehleidigkeitsmaßband gemessen, anstelle einer reinen Regelorientierung. Warum sonst spielen sich immer wieder völlig unwürdige Schauspieleinlagen auf dem Platz ab? In England toleriert sowas niemand. In Deutschland gilt es als Clever.

  14. Früher gabs das hier auch nicht. Das wird jetzt als italienische Cleverniss verkauft.

    Der Büchenwurf auf Bonisegna wirkt bis heute nach.

    http://de.youtube.com/watch?v=.....re=related

  15. Stimmt. Aber es hat sich heute zu einem fast unerträglichen Maß hochgeschaukelt. Selbst in der Serie A ist das in meiner Wahrnehmung nicht so ausgeprägt wie bei uns.

    So Formulierungen wie „clever einen Freistoß rausholen“ implizieren ja schon reine Unsportlichkeit. Das Thema Sportsmenship ist halt in UK ein großes bei uns eher nicht.

  16. @untouchable

    Dass antikapitalistische und konservative Anhänger sich gegen eine weltweite Vermarktung (einschließlich der Konsequenzen) währen, resultiert aus deren ideologischen und politischen Ansichten.

    DIe BUndesliga sollte auch nicht zu einer zweiten Premier League werden, sondern sich den ein oder anderen positiven Aspekt abgucken.

    Ich freue mich, dass ich morgen Abend um 21 Uhr Everton gegen Chelsea gucken kann. In der zweiten Liga gibts ja auch an jeden Spieltag ein Match am Montagabend.

    @pgsmith

    das stimmt. Die Fans pfeifen ja selbst eigene Mitspieler aus, wenn die zu viele schauspielerische Einlagen produzieren.

  17. Meiner Meinung nach kommt dieser Gastbeitrag 5 Jahre zu spät. Die Premier-League hat den Höhepunkt längst überschritten und rutscht verstärkt in die Krise. Viele Stadien, die nicht ausverkauft sind, was sich zwangsläufig auf die Sponsoreneinnahmen und die fernsehgelder auswirken wird. Und irgendwann wird für die Eigentümer die rendite nicht mehr stimmen. und dann gehts da ab.

  18. Kann mich bei dem (kicker?) Interview des H96 Gönners Kind erinnern, dass dieser sehr offen zugegenben hat, dass eine Rendite bei einem Proficlub nicht zu erwarten sei.

    Ggf. geht das beim deutschen Marktführer aus Südpreußen oder dem Weltmarktführer ManU. Habe ohne mich mit der Materie tiefer beschäftigt zu haben den Eindruck, dass eher einige Superreiche ihre Profilneurosen ausleben. Meinetwegen schlägt ein Berlusconi politisches Kapital daraus aber schon die in einem anderen Bericht (Quelle vergessen) aufgeführten erzielten Netzwerkvorteile eine Abramowic klingen mir sehr nach schönreden.

    Stehe völlig auf Profilneurosen und habe mir vorgenommen, mir 2009 einige Altersneurosen zuzulegen. Als wirtschaftliche Basis für ein mittelständisches Unternhemen in der Unterhaltungsbranche tönt mir das aber arg dünn. Beschleunigt durch die Finanzkrise ist es durchaus möglich, dass diese Modewelle abebbt und sich das Geld wieder in die Kernbereiche der Hobbyunterhaltungsinvestoren zurückzieht (Öl, Gas, Medien, etc.) – ich denke dann werden wir unseren Staubkonservativen Verbandsverantwortlicheh danken, dass sich unsere VEREINE wenigstens zu einem sehr großen Teil durch auf den Kernmarkt erwirtschatete Mittel finanzieren können.

    Was ich von der Insel mitbekomme ist, dass tatsächlich die Fankultur (Gesänge), die „Sportsmenship“ oder meinetwegen Fairplay, das Spieltempo und der Siegeswille ein großer Vorteil sind – jedoch die sehr starke Ausrichtung nach dem Bezahlfernsehen und die Öffnung für Finanzabenteurer einen sehr bedrohlichen Wildwuchs angenommen haben. So nett es ist, Sonntag- / Montag- oder Sonstwannabendkicks im TV sehen zu können, so struppig ist es für die Gäste- und auch die Heimfans – und die sind eben für das Spiel wichtiger als Abonenten, auch wenn Sie weniger Deggungsbeitrach liefern.

    F. Lampard – danke für den Anstoss. Dein Beitrag gefällt mit, geht meiner Meinung nach etwas zu wohlwollend mit der PL um, aber wir sind ja alle alt genug uns unsere eigene Meinung zu bilden.

  19. @UweBein

    Hallo, Uwe, habe jetzt die „Geheimadresse“ des Moritz-Fiege-Depots in Frankfurt. Der Inhaber soll ein Sammler sein – deshalb. Da der Laden etwas an der Peripherie liegt, komme ich erst morgen oder übermorgen da hin. Werde mit dem ersten Fläschchen auf Dich anstoßen.

    Schönen Sonntag noch.

  20. traber von daglfing

    Naja, wenn ich mir die gigantische Verschuldung der PL Clubs anschaue (ManU ca. 750 Mio €), dann weiss ich nicht so Recht, ob das Loblied auf die PL noch lange anhält.

    Kann mir nicht vorstellen, dass die Finanzkrise gerade dort nicht einschlägt.

    Aber vielleicht bin ich auch nur ein Kleingeist.

    Ärgere mich heute noch, dass es mir nicht gelungen ist einen Schuldenstand von min. 2-300 Mio € aufzubauen, denn ab da wird man meistens in Ruhe gelassen, oder darf sogar noch mit dem Ministerpräsidenten dinieren, der einem nochmal 100 Mio zusichert, natürlich nur wegen den Arbeitsplätzen ….

  21. Ergänzungspieler, stammt aus dem Hanoi Forum.

    Was soll an Abramowitsch falsch sein?“

    TEIL 1 des Doppelinterviews

    München – Die 50+1-Regelung spaltet die Bundesliga. Soll es in Deutschland weiterhin verboten bleiben, dass ein Investor mehr als die Hälfte der Anteile – sprich 50 Prozent plus eine Stimme – eines Vereins übernehmen kann? Oder ist die Regelung antiquiert?

    Im Doppelinterview von SPOX.com diskutieren Hannovers Geschäftsführer Martin Kind, vehementer Gegner der 50+1-Lösung, und Jürgen L. Born, Bremens Vorsitzender der Geschäftsführung, über das Für und Wider einer möglichen Abschaffung der Regelung.

    SPOX: Eine Aufhebung der 50+1-Regelung soll Investoren in die Bundesliga locken. Ist es so denkbar, dass in einigen Jahren ein Superstar wie Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo aus Spanien oder England nach Deutschland wechselt?

    Jürgen L. Born: Wir haben mit Diego bereits einen solchen Spieler, auch wenn er günstiger war als die genannten Namen. Bremen ist organisch sehr gut gewachsen, aber in der Preiskategorie eines Messis oder Ronaldos werden wir uns auch in der Zukunft nicht bewegen. Da ist es egal, ob Großinvestoren zugelassen werden oder nicht.

    Martin Kind: Solche Superstars werden mit Sicherheit nicht zu Hannover 96 wechseln. Und das ist auch gar nicht unser Ziel. Mir ist es vielmehr ein Anliegen, dass Grundsatzentscheidungen getroffen werden, indem einem Verein wie Hannover die Möglichkeit gegeben wird, frisches Geld zu akquirieren – nicht um absolute Topspieler zu holen, sondern um mittel- und langfristig etwas aufzubauen.

    SPOX: Was heißt „etwas aufbauen“?

    Kind: Der FC Bayern oder Bremen sind so stark, dass sie selber die Spielregeln bestimmen können. Andere Vereine wie wir sind dafür aber zu schwach, daher müssen wir einen anderen Weg der Kapitalbeschaffung gehen. Während 96 keinen Gewinn verbucht, erwirtschafteten die Bayern knapp 20 Millionen. Daher ist klar, dass Hannover nicht konkurrenzfähig ist und Geld braucht, um den nächsten Schritt einzuleiten. Wenn nicht, stagnieren wir. Und Stagnation bedeutet Rückschritt.

    SPOX: Herr Born, Bremen ist einer der deutschen Vorzeigeklubs. Warum kommt ein Kauf eines Superstars dennoch nicht in Frage, wenn die 50+1-Regelung kippen sollte?

    Born: Sollte uns frisches Kapital zufließen, würde ich es lieber sehen, wenn wir zum Beispiel die 50 Prozent des Weser-Stadions, die der Stadt gehören, ihr abkaufen, um zukünftig die Miete zu sparen. Dadurch würden wir nachhaltig einen Finanzierungsvorteil schaffen.

    SPOX: Herr Kind, polemisch formuliert könnte man sagen: Sie wollen mit einem Fingerschnipp eines Investors das aufholen, was Uli Hoeneß oder Werder Bremen in den letzten Jahrzehnten aufgebaut haben.

    Kind: Nein. Das wäre auch absolut unrealistisch. Kein Investor wird kommen und uns einfach mal so 100 Millionen zur Verfügung stellen, um es mit dem FC Bayern aufzunehmen. Die Realität ist eine ganz andere: Die Spitzenvereine sind eine andere Liga und die Entwicklung von Hannover 96 wird noch eine Zeit dauern, bis wir in deren Nähe kommen.

    SPOX: Herr Kind, können Sie als Gegner der 50+1-Regelung erklären, warum nicht nur Ihr Verein, sondern die Liga davon profitieren wird, wenn die Regelung aufgehoben wird?

    Kind: Das ist ganz einfach: Die Vereine werden wettbewerbsfähiger. International tritt die Bundesliga auf der Stelle. Die 50+1-Regelung ist typisch deutsch, kein anderes Land, egal ob England, Spanien, Italien oder Frankreich, hat etwas Vergleichbares. Deutschland ist einen Sonderweg gegangen. Ein Sonderweg, der einen Nachteil im Wettbewerb darstellt.

    Born: Schauen Sie sich die Fünfjahreswertung der UEFA an. Wir haben mittlerweile Probleme, uns gegen Länder wie Rumänien oder Portugal durchzusetzen. Wenn wir international vorwärts kommen wollen, müssen wir uns was einfallen lassen.

    SPOX: Herr Born, das klingt fast so, als ob Sie sich mit dem Wegfall der 50+1-Regelung abfinden könnten. Dabei gelten Sie als Gegner der Aufhebung.

    Born: Ich bin nicht prinzipiell dagegen. Nur für Bremen kommt es nicht in Frage, dass ein Investor mehr als die Hälfte der Anteile aufkauft. Als der Profibereich mit der Zustimmung der Vereinsmitglieder ausgegliedert wurde, hat man ihnen ein Mitspracherecht bei der Veräußerung von Besitzanteilen zugebilligt. Auch wenn wir damals sehr viel weniger Mitglieder hatten als heute, nehmen wir dieses Abkommen weiterhin ernst.

    SPOX: Warum gehen Sie davon aus, dass die Vereinsmitglieder dagegen votieren würden, wenn ein Investor mit Millionen lockt?

    Born: Unsere Mitglieder haben eine gewisse, sagen wir hanseatische Mentalität, da findet kein rascher Sinneswandel statt. Wir haben eine über 109 Jahre alte Klubkultur und eine etablierte Marke. Wir können nicht unser Image, unser Wappen, unsere grün-weiße Vereinsfarbe an irgendjemanden verkaufen, von dem wir nicht wissen, was er mit uns vorhat.

    Kind: Aber es gibt doch ausreichend Möglichkeiten, die Interessen eines Vereins zu wahren, wenn ein Investor kommt. Wer sagt denn, dass ein Klub die Vereinsfarbe wechseln muss? Darüber hinaus kann, wenn sich ein Investor engagiert, alles vertraglich so geregelt werden, dass die Identität und die Marke des Vereins nicht verloren gehen.

    SPOX: Besteht nicht die Gefahr, dass sich ein Investor abseits von Wappen und Klubfarben zu sehr in das Alltagsgeschäft einmischt?

    Born: Eine berechtigte Frage. Was passiert denn, wenn ein Investor über die Hälfte der Anteile besitzt, bei der Aktionärsversammlung sein Stimmrecht ausnutzt und die Geschäftsleitung, den Trainer oder die Mannschaft austauscht? Insofern fände ich es gut, wenn nicht nur der Klub den Investor prüfen würde, sondern auch eine neutrale Stelle wie die DFL. Der Klub muss in seinen finanziellen Entscheidungen autonom bleiben.

    Kind: Diese Haltung ist natürlich legitim. Bremen hat die letzten Jahrzehnte sehr professionell gearbeitet und so lange Werder wirtschaftlich derart stark ist, haben sie einen Investor sicherlich weniger nötig. Die Situation bei 96 ist aber deutlich anders. Mittlerweile sind wir an einem Punkt angekommen, an dem wir überlegen müssen, wie wir national und mittelfristig auch international konkurrenzfähig sein können.

    Der Profi-Fußball und die Investoren

    SPOX: Herr Born, Sie betonen die Bedeutung von Tradition und Geschichte. Ist solch eine Haltung im kommerziellen Fußball noch zeitgemäß?

    Born: Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn wir mehr Geld erwirtschaften würden. Der entscheidende Punkt ist aber, dass Wachstum langfristig anhalten muss. Im Gegensatz zu einem Investor, der einmalig einen Betrag einzahlt, ist mir ein Sponsor lieber, der sich zehn Jahre engagiert, und auf den wir uns verlassen und somit langfristig planen können.

    SPOX: Herr Kind, sehen Sie keine Gefahr darin, wenn ein Neureicher aus Russland einen Bundesligisten aufkauft, so wie es Roman Abramowitsch mit dem FC Chelsea tat?

    Kind: Die Angst vor den Russen ist eine typisch deutsche Hybris. Warum soll Geld aus Russland schlechter sein als aus anderen Ländern? Und was soll schlimm daran sein, wenn ein Herr Abramowitsch ankommt und den FC Chelsea mit viel Geld von einer grauen Maus in einen Spitzenklub verwandelt? Abramowitsch macht einen guten Job. Punkt. Die in Deutschland gängige Stigmatisierung sollte man schleunigst vergessen.

    TEIL2 des Doppelinterviews

    „Red Bull ist ein Vorbild“

    München – Im zweiten Teil des Doppelinterviews von SPOX.com sprechen Hannovers Geschäftsführer Martin Kind und Jürgen L. Born, Bremens Vorsitzender der Geschäftsführung, über Gelder aus Moskau, Probleme beim FC Liverpool und den Zuschauermagneten FC Arsenal.

    SPOX: Herr Born, was halten Sie von russischen Investoren?

    Born: Als langjähriger Bankier weiß ich, dass die geografische Herkunft von Geld keine Rolle spielt. Ob jetzt ein Geldgeber aus Miami, Moskau oder Nairobi kommt, das ist egal. Geld ist Geld. Wenn aus Russland oder aus den USA Interesse besteht, in die Bundesliga zu investieren, dann muss man sich dem öffnen.

    SPOX: Gerüchte, wonach Abramowitsch mit der organisierten Kriminalität in Verbindung gebracht wird, sind nicht weiter von Belang?

    Kind: Ich habe aus England noch nie etwas gehört, das darauf hinweist, dass dort unseriös gewirtschaftet wird. Uns ist kein Vorgang bekannt, in dem Probleme mit Investoren entstanden sind.

    Born: Mir sind auch keine Beispiele bekannt, die für Werder Bremen abschreckend wirken könnten. Dennoch kommt es für uns nicht in Frage, mehr als die Hälfte des Vereins zu verkaufen. Wenn überhaupt, würde uns eine strategische Partnerschaft interessieren, so wie es der FC Bayern vorgemacht hat, indem er zehn Prozent der Anteile für 75 Millionen Euro an „Adidas“ weitergegeben hat. Das ist eine tolle Sache, zumal die Bayern die Einnahmen auch dafür genutzt haben, um die Allianz-Arena zu bauen. So werden nachhaltig Werte geschaffen.

    SPOX: Herr Kind, befürchten Sie nicht, dass ein Investor seinen Einfluss auch auf sportliche Belange ausdehnt? Beim FC Liverpool etwa diktieren offenbar die neuen amerikanischen Besitzer die Transferpolitik des Trainers.

    Kind: Wo soll das Problem sein? Die Sachlage ist einfach: Wer viel Geld gibt, hat das Sagen. Die Kapitaleigner wollen natürlich Einfluss nehmen auf den Verein, auf die Besetzung der Geschäftsführung, auf die Ausgaben des Vereins, auf alles, was ihnen relevant erscheint.

    SPOX: Über die Fußballkompetenz der Geldgeber kann man jedoch streiten.

    Kind: Aber kein Kapitalgeber wirft sein Geld aus dem Fenster, um es zu vernichten. Jeder Investor will Rendite sehen, und das geht nur mit sportlichem Erfolg. Daher gehe ich davon aus, dass die Finanziers das Wohl des Vereins im Blick haben.

    SPOX: Herr Kind, gibt es im Ausland einen Verein, der ein Vorbild sein könnte für die Bundesliga, was die Integration eines Investors anbelangt?

    Kind: Bei Red Bull Salzburg läuft es sehr gut, auch in der Schweiz oder in England gibt es entsprechende Beispiele.

    SPOX: Stichwort „Red Bull“. Es heißt, Besitzer Dieter Mateschitz wäre neben der amerikanischen „Anschutz-Gruppe“ sehr daran interessiert, in Deutschland einzusteigen. Aber besteht nicht die Gefahr einer neuen Ungleichheit in der Bundesliga, wenn einige Vereine von solchen Weltkonzernen unterstützt werden und andere nicht?

    Kind: Sicherlich würde sich die Bundesliga verändern. Nehmen wir das Beispiel Leipzig: „Red Bull“ würde sich dort allzu gerne engagieren, um Rahmenbedingungen für den Profifußball zu schaffen. Selbstredend würde sich dadurch die Fußball-Landkarte ändern, aber das Engagement eines großen Geldgebers könnte den Markt neu beleben. Und das kann nur förderlich sein. Solange die Abschaffung der 50+1-Regelung sauber geregelt wird, bin ich davon überzeugt, dass weiterhin ein funktionaler Wettbewerb gewährleistet sein wird.

    SPOX: Was verstehen Sie unter „sauber geregelt“?

    Kind: Die DFL müsste über die Lizenzierung sehr umfassend sowie mit einem tiefen Reglungswerk sich weiter entwickeln und außerdem Wirtschaftprüfungsgesellschaften einbinden.

    Born: Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wenn schon, müsste ein Katalog an Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit wie angesprochen die Klubidentität gewahrt werden würde.

    SPOX: Abgesehen von „Red Bull“ und „Anschutz“: Wie groß wäre überhaupt das Interesse von Investoren an der Bundesliga?

    Born: Sie stehen nicht Schlange. Wenn man wirklich Investoren anlocken will, müsste man aktiv dafür werben – genauso wie für alle anderen schönen Dinge auf der Welt auch.

    SPOX: Dementsprechend haben noch keine russischen Milliardäre angerufen?

    Born: Nein.

    SPOX: Und bei Ihnen, Herr Kind? Immerhin soll Hannover dank Alt-Kanzler Gerhard Schröder glänzende Beziehungen nach Russland haben.

    Kind: Das stimmt nicht. Ich kenne einige Persönlichkeiten, die bereit wären, sich für 96 zu engagieren – aber sie alle haben einen Bezug zu Hannover, was uns auch äußerst wichtig ist. 96 will regionale Investoren, keine Russen und auch sonst keine aus dem restlichen Deutschland.

    SPOX: In der Premier League führte die Öffnung des Marktes dazu, dass die Eintrittspreise extrem angestiegen sind. Erwartet das auch die deutschen Fans, wenn die 50+1-Regelung gekippt wird?

    Born: Beim FC Arsenal etwa liegt der Ticketpreis im Schnitt bei zirka 70 Euro, im Weser-Stadion bei rund 15 Euro. Das Emirates-Stadion ist trotzdem immer sehr gut gefüllt, so dass Arsenal alleine durch den Kartenverkauf bei Heimspielen 85 Millionen Euro pro Saison einnimmt. Das ist fast soviel wie unser gesamter Umsatz in einem Jahr. Also warum soll die Premier League da etwas falsch machen?

    Kind: Ich sehe das ähnlich. Der Markt wird es regeln. Wenn die Eintrittspreise zu sehr steigen, wird es weniger Zuschauer geben, und dann wird die Schraube wieder zurückgedreht.

    SPOX: Herr Kind und Herr Born, Sie sind mit ihren Positionen gar nicht soweit entfernt. Dennoch glaubt DFL-Präsident Reinhard Rauball, dass in der Bundesliga nicht die benötigte Zweidrittel-Mehrheit vorhanden ist, um die 50+1-Regelung aufzuheben. Warum?

    Kind: Ich glaube, dass sich einige Entscheidungsträger in der Liga noch nicht ausreichend tief mit der Materie auseinandergesetzt haben. Ich gehe aber davon aus, dass wir einen Konsens finden werden, der alle Befürchtungen vor den Investoren berücksichtigt, aber am Ende eine Öffnung des Marktes bewirkt. Nur um das zu betonen: Kein Verein würde gezwungen werden, seine Anteile zu verkaufen. Nur sollte es in der Entscheidungsgewalt eines jeden Klubs liegen, ob man Investoren haben will oder nicht.

    SPOX: Weil?

    Kind: Weil wir uns dem Kapitalmarkt öffnen und entsprechende Strukturen schaffen müssen, damit wir wettbewerbsfähig bleiben.

    Born: Als Verfechter der Marktfreiheit muss man mit der Zeit gehen und modern denken. Daher bin ich nicht kategorisch gegen Veränderungen – solange man darauf achtet, die eigene Entscheidungsgewalt zu wahren. Die Aufhebung der 50+1-Regelung wird aber nur schrittweise voran gehen und es wird lange an den Rahmenbedingungen geschraubt werden. Ich denke, es kann zwei bis fünf Jahre dauern, bis sich die Tür öffnet.

    Kind: Auch wenn es eine gewisse Zeit dauern sollte, eines ist klar: Die 50+1-Regelung muss fallen. Als es vor über 30 Jahren mit Jägermeister den ersten Trikotsponsor gab, war der Aufschrei groß. Aber Märkte leben, Märkte entwickeln sich. Und die Bundesliga muss Schritt halten.

  22. @F.Lampard

    Danke für die Horizonterweiterung, denn die PL spielt ja für mich irgendwie weit weg, halt „auf der Insel“. Wie stehst Du zu den Äußerungen von Buli-Managern, dass sich in England Geringerverdienende den Stadionbesuch nicht mehr leisten können? Vermarktet sich die Pl zentral wie die Buli oder balgen sich die Vereine selbst um ein möglichst großes Stück vom Kuchen?

  23. @HeinzGründel

    Verwandlung „von einer grauen Maus in einen Spitzenclub“ = Wunnebar! Könnte das Schattenkabinett nicht mal dort tagen und einen reichen Geldsack mit Profilneurose an den Haken nehmen? Anstatt immer auf der Konsti säuerlichen Obstwein (Lage „Kreisstraße L3245 Ostseite“) vernichten. Das Ziel für die nächste Kabinettsitzung: http://www.billionaireclub.it/

  24. Man sollte eines nicht vergessen: 50+1 gibt’s auch in der Bundesliga nur noch auf dem Papier.

  25. Naja – wie ist das mit den Werksclubs und den Clubs, die von einem Mäzen abhängen?

  26. Haha, genau, alles Anti-Kapitalisten, die keinen Bock mehr auf den Zirkus PL haben und sich nach Fußball sehnen. Widde Widde Wit.

    Und schön, dass du dich über das Montagabend-Spiel freust. Immerhin der deutsche Fernsehkonsument ist mit dem Schwachsinn, der da abläuft, zufrieden.

    Das dort besser gespielt wird als hier ist eine Tatsache. Das es für Fans hier im Vergleich zu England ein Paradies ist ebenfalls.

  27. traber von daglfing

    Zu Weihnachten wünsch ich mir dann einen (selbstverständlich von Herrn Hopp persönlich autorisierten) Beitrag über die TSG 1899 Hoppenstedt.

    Bitte. Danke.

  28. @28: Der Unterschied ist beispielsweise, dass einem Verein nicht die Kosten für eine Übernahme aufgebürdet werden können. Und dass der Mäzen im Tagesgeschäft nichts zu sagen hat, wenngleich seine Meinung sicher gehört wird, und kein Geld aus dem Verein herausziehen kann. Klar sind Bayer und Co. auch von ihrem Geldgeber abhängig, aber nicht mehr oder weniger als jeder andere Club von seinen potenten Sponsoren. Im Gegensatz zum Inhaberwechsel sehe ich da schon noch beträchtliche Unterschiede. Vor allem, weil eben potentielle Gewinne im Verein verbleiben.

  29. „Und dass der Mäzen im Tagesgeschäft nichts zu sagen hat, wenngleich seine Meinung sicher gehört wird, und kein Geld aus dem Verein herausziehen kann.“

    Ja, so schildert das der „Verein“ Hoffenheim gerne.

  30. Man kann ja mal in Uerdingen nchfragen ,was man so von Bayer hält.

  31. Was macht eigentlich Fortuna Köln? Ich denke nicht, dass es der Eintracht so ginge, wenn „fraport“ aussteigen würde. Vielleicht bin ich aber auch nur ein Romantiker.

  32. Fortuna wird gerade so ein deusches Ebbsfleet.

    http://www.deinfussballclub.de...../

  33. @34: Wir sind auch in der glücklichen Lage, nicht von einem Sponsor abhängig zu sein. Zumindest nicht in dem Maße. Octagon ist zum Glück lange her.

  34. @untouchable

    geiler Fußball bedeutet auch mehr Spaß im Stadion. Das Preisleistungsverhältnis ist das gleiche wie in der Bundesliga. Mehr Stars, schnellerer Fußball etc = mehr Geld zu zahlen. Hier gibts das alles nicht, also müssen wir auch weniger bezahlen.

  35. traber von daglfing

    Mal was anneres ….

    Also wenn der Beinhart Werner unseren Neuen dermaßen über den grünen Klee lobt, dann müsste er zumindest kein Fehlkauf (ich weiss er ist erstmal nur geliehen) werden, denn für Lobhudeleien ist der Grantel-Werner wahrlich nicht bekannt …..;)

  36. Was Octagon bei uns wollte habe ich bis heute nicht begriffen – ggf. diente die Eintracht als finanzpolitisches Vehikel um für die US-Bilanz einen ordentlichen Verlustvortrag zu generieren, der dann Abermillionen an Steuervorteilen bewirkt hat. Was anderes kann ich mir nicht vorstellen (bin aber kein Buchhalter), oder die waren schlichtweg dämlich.

    @35 SGE-Fraport: Wenn es mit einem graumäusigen Buli-Verein unwahrscheinlich, wenn nicht gar unmöglich ist Rendite zu erzielen – ohne Einfluss auf das operative Geschäft eher unmöglich, beschränkt sich das finanzielle Engegement halt auf Marketing/Kommunikation. Und da sind die Budgets nicht so uferlos, dass eine Marke einen Club komlett finanzieren kann. Die daraus resultierende Streuung ist doch erfreulich gesund.

    Was Buchhalter in Disziplinen anrichten, von denen sie keine Ahnung haben, zeigt doch auch teilweise die aktuelle Finanzkrise: Buchhalter sind halt keine Unternhemer.

    Lev / Wob / 1899 sind Ausnahmen. Was passiert, wenn sich den Buchhaltern oder Mäzene die Lust oder die Mittel verlassen sieht man ja beim KriminnelenFörderungsClub oder Fortuna Kölle.

  37. 37:

    Rein Interesse halber, wie viele Spiele der PL siehst du denn so pro Saison im Stadion?

  38. ein anderer Stefan

    Zitat:

    „Lev / Wob / 1899 sind Ausnahmen. Was passiert, wenn sich den Buchhaltern oder Mäzene die Lust oder die Mittel verlassen sieht man ja beim KriminnelenFörderungsClub oder Fortuna Kölle.“

    Ist Leverkusen nicht mittlerweile relativ unabhängig von B04?

  39. Die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH gehört zu 100% der Bayer AG.

  40. Noch was, zum Thema geltungssüchtiger Multimilliardär und Fußball“verein“:

    http://www.rnz.de/hp_headtitle.....el_vor.php

  41. Zitat Kleinkind:

    „Während 96 keinen Gewinn verbucht, erwirtschafteten die Bayern knapp 20 Millionen. Daher ist klar, dass Hannover nicht konkurrenzfähig ist und Geld braucht, um den nächsten Schritt einzuleiten. Wenn nicht, stagnieren wir. Und Stagnation bedeutet Rückschritt.“

    Ich versteh aus Kinds Ausführungen immer noch nicht wie es für H96, nachdem er also mal von jemandem Geld bekommen hat, dann weitergehen soll. Einen anderen finden der Lust hat Millionen in Hannover zu versenken? Aller Titanic-Romantik zum Trotz, dem fehlt irgendwo der Reiz. H96 wird auch mit „frischerem“ Geld auf Dauer keinen Gewinn verbuchen.

  42. @ 40

    Keins. Aber leuchtet doch ein, dass wenn das im Fernsehen Spaß macht, dann im Stadion noch mehr gefällt.

    So ist es ja auch hier.

  43. @untouchable

    Doof: „No input file specified“

  44. KEINS? Du erzählst wilde Geschichten von der genialen Stimmung in England und dann haust du tatsächlich ein „keins“ raus?! Du lässt dich über „antikapitalistische“ Fans aus, die sich aus ideologischen Gründen von der genialen PL lossagen, ohne irgendwie beurteilen zu können, ob es da nicht ganz vielleicht doch ein paar andere Gründe geben könnte? Respekt, so dreist muss man erstmal sein.

    „Macht vor’m Fernseher Spaß, also im Stadion noch mehr.“ Soll man über sowas lachen oder weinen?

    Stefan, ich hab hier noch einen alten Reiseführer über Mexiko. Ich war zwar noch nie da, aber ich könnte einen prima Reisebericht schreiben!

    46:

    Ahrg. War ein Artikel über die JHV von Hoppenheim e.V.: In kurz hat Didi in einer Brandrede durchgesetzt, dass die Satzung so geändert wird, dass zwischen fördernden und ordentlichen Mitgliedern unterschieden wird. Wer eintritt wird ordentliches Mitglied ohne Stimmrecht. Nach 5 Jahren, in denen man im Verein als Spieler, Trainer o.ä. aktiv war kann man AUF ANTRAG und nur nach Beschluss eines Gremiums förderndes Mitglied mit Stimmrecht werden. Didi begründete das damit, dass man gerade in Hamburg sehen könnte, wie „45.000 neue Mitglieder“ dem Verein schaden wollten und eine Opposition bilden würden.

    So kann also Didi effektiv verhindern, dass sich im Verein jemals eine Opposition bildet. Er sprach von einer „Horrorvorstellung“.

    Saugeiles Demokratieverständnis. „Da könnten Leute mit anderer Meinung eintreten! Sowas muss verhindert werden!“

    Im übrigen ist alles was in Hamburg passiert, dass der Supporters Club (sozusagen deren FuFA, der über 80% der Mitglieder des HSV e.V. stellt) sich tatsächlich erdreistet, Kandidaten für den Aufsichtsrat zu nominieren. Diese „neuen Mitglieder“ sind in den letzten FÜNFZEHN JAHREN eingetreten, aber Didi darf ja regelmäßig den größten Schwachsinn babbeln, ohne dass irgendjemand von der Presse auf die Idee käme das ganze zu hinterfragen, nicht mal in eigentlich halbwegs kritischen Zeitungen wie der FR (Hier erinnere ich an den Artikel zum Thema Stadionverboten, JCM war der Übeltäter wenn ich mich recht entsinne).

  45. @untouchable

    Das ist ein Gastbeitrag. Brauchen wir da Stefan als großen Zensor oder was?

  46. War nicht wirklich ernst gemeint, nur sollte ein Autor schon dazu schreiben, wenn er etwas nur aus dem Fernsehen kennt, zumal wenn im Beitrag dann langatmig von der grandiosen Stimmung in England berichtet wird.

    Das Stefan weder Lust noch Zeit hat solche Artikel zu überprüfen ist mir auch klar. Hätte ich auch nicht. :)

  47. Right, right. ;-)

  48. Der Kind sollte mal nachlesen was er von sich gibt. Das passt alles hinten und vorne nicht.

    Schön, wenn RB Leipzig kommt, dann kann er sich gleich eins weiter hinten einordnen, bis irgendwann hinten auf einmal die Liga 2 wartet.

  49. ein anderer Stefan

    Zitat:

    „Die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH gehört zu 100% der Bayer AG.“

    Ah ok, ich hatte nur irgendwas in Erinnerung, dass nach der Calmund-Ära irgendwie Gelder gestrichen wurden. Auch egal.

  50. @21:

    Born(iert): „Als langjähriger Bankier weiß ich, dass die geografische Herkunft von Geld keine Rolle spielt. Ob jetzt ein Geldgeber aus Miami, Moskau oder Nairobi kommt, das ist egal. Geld ist Geld. Wenn aus Russland oder aus den USA Interesse besteht, in die Bundesliga zu investieren, dann muss man sich dem öffnen.“

    dem kann man nur mit Sokrates hinzufügen:

    „ich weiss, daß DU nichts weisst!“

    und mit Klementine:

    „PL wäscht Geld so weiss, weisser geht’s nicht…“

  51. traber von daglfing

    @53 backup – sorry beckip,

    ….und mit Klementine:

    “PL wäscht Geld so weiss, weisser geht’s nicht…”

    Jaja, darf man sowas mittlerweile laut sagen, oder gibt’s immer noch Karzer (mindestens) dafür ?

    Sollen mir doch aufhören mit dem Geheule von dem bösen Russen-Geld.

    Meine Erfahrung ist die (leider) – egal wo die Kohle herkommt – Hauptsache sie ist da !

    Ich grüße an dieser Stelle Siemens, Flick, Zumwinkel, Würth, den VW Aufsichtsrat, etc. pp. und wen auch immer, besonders auch Parteien, die im Wahlkampf stehen (gilt natürlich hinundwieder für Fußballbosse, die wiedergewählt werden möchten ….

    Grüße auch noch an unsere ausländischen (Steuer)Helden wie Franz Beckenbauer, M. Schumacher und Bobbele, etc. pp. und natürlich an die B**D, die uns immer umfassend auf dem Laufenden hält ….

    Gute Nacht, erstmal ….

  52. traber von daglfing

    Nein – ich fang jetzt garantiert keine Neiddebatte an.

    Aber ich kann’s auch nicht mehr hören, dass das Gras anderswo immer VIEL grüner ist …!

  53. traber von daglfing

    @ 54

    hab natürlich noch Berlusconi, die verschiedenen Sorten von Mafiosi, etc. etc vergessen.

    Wie gesagt, ich freu mich schon auf das nächste (undifferenzierte) Loblied ….

    Auch auf Gastbeiträge nach dem Motto „Versuch und Irrtum“.

    Nein. Ich schreib vorerst keinen.

    Meine unqualifizierten Beiträge müssen erstmal reichen ..

  54. @57:

    „Die URL enthält eine fehlerhafte Video-ID.“

  55. Hm , geht nict. Wer weiß für was es gut ist.

    N8

  56. Eine einer der größten Enttäuschungen in meinem Groundhopping-Leben war Arsenal-Blackburn, damals noch im alten Highbury.

    Von wegen Stimmung. Pffft.

    Kreative Gesänge? Pffft.

    Aber Ordner, die einen anschnauzen: „Sit down and don´t use foul language here.“

    Am nächsten Tag bei SGE-VfB war gottseidank die ersten 15 Minuten Stimmungsboykott. So konnte ich mich langsam wieder akklimatisieren.

    Und die ganzen Engländer, die hierher kommen, um sich mal wieder ein Fußballspiel zu leisten, krigen sich gar nicht mehr ein, was hier so abgeht.

    Don´t believe the hype!

  57. England ist schon eine ganz andere Liga, genauso aber auch wie die englische Mentalität. Die deutschen könnten gewiss etwas kreativer sein bei ihren Liedern. Wobei ich finde in Frankfurt wird immerhin gesungen und es gibt auch einige Vielfalt, in anderen Stadien ist das selten der Fall. Trotzdem wäre es auch hier mal Zeit für ein paar neue Lieder….

  58. traber von daglfing

    Unser nächstes Saisonziel wäre somit auch schon definiert …..

  59. Dortelweil-Adler

    Zitat:

    „Ich muss es gestehen! Auch ich habe „früher“ notschlachten gerufen, wenn ein gegnerischer Spieler am Boden lag.“

    „Der zuckt ja noch!“

  60. Dortelweil-Adler

    Zitat:

    „Das Schiedsrichter “ bei uns “ heißgeliebt werden ist mir im übrigen völlig neu.“

    http://uk.youtube.com/watch?v=.....a7jxY96u1Q

  61. Ups, manche Links tun schon weh…

  62. Dortelweil-Adler

    Banause

  63. Nö. das tut mir jetzt aber auch ein bisschen weh… ;-))

    Vielleicht liegt meine abwehrende Reaktion an meiner ausgeprägten Hochton-Schwäche? Hihihi

  64. wer einen äußerst formidablen artikel über die seele des englischen fußballs lesen will, sollte sich die 11Freunde 01/2007 zulegen. großes kino. den artikel gibbet nich online, aber ein vorgeschmäckle:

    http://www.11freunde.de/intern.....2db2a3c40d

    und hier eine nette anekdote über die im rahmen der artikel-recherche getätigte reise mit british railway, nur falls jemand wirklich mal in erwägung ziehen sollte live vor ort einer begegnung in der premieren liga beizuwohnen:

    https://www.11freunde.de/druck.....HPSESSID=0

  65. […] Ersatzbefriedigung: Chelsea v West Bromwich Albion Live! 24Dez08 Ganz ohne geht dann eben doch nicht. Nicht nur in der deutschen Winterpause verfolge ich auch den englischen Fußball mit großem Interesse und um dem Leitspruch von Any Given Weekend, “Nicht nur ein BVB-Blog”, noch etwas gerechter zu werden, soll sich das in Zukunft vermehrt im Blog niederschlagen. Darüber nachgedacht hatte ich schon länger, letztendlich dazu inspiriert haben mich zwei Beiträge über die Premier League in anderen Blogs. […]