Eintracht Frankfurt Aufholjagd

Wie man ein 1:4 aufholt, hat gestern Hansa Rostock beim SC aus Karlsruhe eindrucksvoll bewiesen. In einem Spiel, in dem beide Mannschaften zeigten, dass sie in der ersten Liga in der momentanen Form wohl zum gesicherten Mittelfeld gehören würden, kam nicht nur der unbeteiligte Zuschauer voll auf seine Kosten.

So in etwa muß sich der neutrale Beobachter gefühlt haben, als er die Eintracht am Freitag in Bochum im TV beobachten konnte. Nur stand’s da am Ende eben nicht 4:4, und das Niveau der Begegnung konnte nicht ganz mit dem Spitzenspiel in Liga zwo mithalten.

Inzwischen macht sich auch Friedhelm Funkel so seine Gedanken zum Auftritt seiner Truppe in Bochum. In der Kritik steht natürlich der dreifache Rotsünder Vasoski, aber auch der in der Öffentlichkeit laut gewordene Kapitän Amanatidis darf mit einem Gespräch unter vier Augen rechnen.

Gegen Dortmund wird also zwangsläufig eine andere Startelf auf dem Rasen des Waldstadions stehen. Rehmer für Russ? Reinhard für Spycher? Köhler für Fink oder Huggel? Viel mehr Alternativen bieten sich zur Zeit kaum. Und zumindest die Variante mit Rehmer dürfte bei vielen Fans nicht gerade auf Gegenliebe stoßen.

Immerhin: Markus Pröll scheint wieder Bälle zu fangen. Sollte der spielen, wird’s sicher laut in der Abwehr der SGE, am nächsten Samstag, in der vollen Hütte gegen Dortmund.

Schlagworte: , ,

20 Kommentare
KOMMENTIEREN »

  1. FCH – KSC 4:4, Zweitliga Geflunsche, kein Maßstab für unsere 1. Liga Ansprüche.
    Wie kann man auswärts eine 4:1 Führung 12 Minuten vor Schluß verspielen? Wie kann man als Spitzenmannschaft zuhause 4:1 in Rückstand geraten? Schwach! Wenn auch unterhaltsam für den neutralen Zuschauer.

  2. War das Spiel nicht im Wildpark?

  3. Sorry, stimmt. Ich ändere meine Meinung. Als Spitzenreiter zuhause 4:1 führen und unentschieden spielen, daß ist ja noch schlechter als schlecht.

  4. Vasoski als Sündenbock!!?? In den Medien muss Aleks als Sündenbock herhalten. Nach seiner Attacke sei das Spiel gekippt. Hier wurde schon wiederholt darauf hingewiesen, dass der Torwart hätte auch eingreifen müssen und versuchen, Gekas den Ball vom Fuß zu holen. Außerdem ist mir beim Zuschauen (imTV) aufgefallen, dass nach dem 0:2 aber die Angriffe der Bochumer – wenn auch planlos – wütender und zahlreich waren
    und dabei die Eintracht “wie ein Hühnerhaufen” wirkte und man Schlimmes befürchten musste. Der Trainer bemerkte dies ja auch, aber er bezeichnete diese unerklärliche Ver-
    unsicherung als “arrogant und selbstgefällig”. Diesen Eindruck konnte ich (übers TV gesehen) gar nicht bestätigen. Also, den Absturz an Aleks Vasoski festzumachen ist meiner Meinung nach nicht korrekt und schadet ihm.

  5. @ekrott:
    Bei der Spiel- und Spielerbewertung habe ich mich inzwischen dran gewöhnt, dass ich andere Partien sehe als professionelle Beobachter. Das Spiel ist nicht erst nach der Attacke von Vasoski gekippt. Das Spiel kippte, als Bochum bemerkte, dass wir mit hohen Bällen in den Strafraum immer ins Schwimmen kommen.

    Naja – mit Rehmer gegen Dortmund wird sicher alles gut.

  6. Genau, ist auch meine Meinung. Das Spiel ist nicht durch Vasoski gekippt, sondern schon vorher. Nämlich nach dem nullzwo. Das war dann ein Rückfall in längst vergessene Diva-Tage. Zwei Gänge rausnehmen, den Gegner schön vorführen wollen und damit stark machen. Vor dem einszwo hatten die Bochumer doch schon einen Riesenkaiser, als Oka den Ball mit dem Fuß von der Linie kratzte. Wahrscheinlich hätte er auch da schon vorher raus gemusst. Aber bevor der nächste zum Sündenbock gemacht wird: Das war eine ganz schwache Mannschaftsleistung. Auch Streit hat in der zweiten Halbzeit fast keine Vorlage mehr zu einem Mitspieler gebracht. Also Kopfwäsche für ALLE und gegen Dortmund MUSS eine Reaktion kommen.

  7. Rehmer!?!? Ich habe jetzt schon wieder Bluthochdruch. Ist Weissenberger wieder fit?

  8. Reicht Rehmer nicht? Mal schauen, wie lange er durch hält. Obwohl – dieser Rekord dürfte Weissenberger nicht mehr zu nehmen sein!

  9. Egal ob KSC oder Hansa: Die haben gekämpft, sind gelaufen und blieben trotzdem zu elft je Mannschaft auf dem Platz. Es geht also doch !

    Ob ich mir das Spiel gegen Dortmund wirklich reinziehen muss ? Da klingelt was in der Socke …

  10. Ich plädiere dafür dem Team PLUS Trainer am Samstag die Chance zur Rehabilitation für den unsäglichen Auftritt in Bochum zu geben. Wenn´s wieder so Kack-Gekicke wird, dann…?!

  11. Nicht zurückdenken, Vorwärts schauen. Optimismus. Wiedergutmachung. Der Mannschaft eine neue Chance geben.

    Alles wird gut, egal ob mit Rehmer oder ohne Pröll, mit Spycher oder mit Reinhard. Ein Freistoß von Streit, ein Kopfballtor von Ama, ein Absatuber von Meier, ein 1:0 ist allemal drin, wenn wir hinten gut stehen.

    Das ist nicht ironisch gemeint, die Dortmunder stehen mit dem Rücken zur Wand, erscheinen mir auswärts – ähnlich wie die Eintracht im Moment – gefährlicher als zu Hause. Im letzten Jahr hatten wir trotz eines 2:0 am Ende Riesendusel gegen Dortmund zu Hause. Die liegen uns. Bauchgefühl. Kontrollierte Offensive ist angesagt.

    Zum KSC-Spiel
    Den Klassenunterschied zwischen 1. und 2. Liga würde ich nicht unterschätzen. Natürlich war das Spiel schön anzusehen, nicht zuletzt, weil Rostock zunächst katastrophales Abwehrverhalten zeigte und der KSC offensichtlich am Ende platt war und sich Riesenräume ergaben; es waren sicher auch einige begabte, wirklich interessante Spieler auf Seiten des KSC dabei. Aber die beiden Mannschaften bei aller Lauf- und Einsatzbereitschaft und guten spielerischen Ansätzen gleich im Mittelfeld der 1. Liga anzusiedeln, erscheint mir etwas übertrieben, Stefan.

    Phrasenschwein; man spielt immer nur so gut, wie es der Gegner zulässt.

  12. “Aber die beiden Mannschaften bei aller Lauf- und Einsatzbereitschaft und guten spielerischen Ansätzen gleich im Mittelfeld der 1. Liga anzusiedeln, erscheint mir etwas übertrieben, Stefan.”

    Gut möglich. Da ist vielleicht ein wenig der Fußballfan mit mir durchgegangen. Lag vielleicht auch daran, dass die letzten zehn Fußballspiele, die ich in ganzer Länge gesehen habe, aus

    – 5x Kreisliga A
    – 1x DFB auf Zypern
    – 4x Eintracht Frankfurt

    bestanden. Nach dieser zehnfachen Härteprüfung findet man so ein Spiel wie das gestrige sehr erfrischend! ;)

  13. ich fand das spiel gestern auch durchaus bundesliga-tauglich. karlsruhe könnt’s packen, wird dann aber, wie immer, von den bayern leergekauft!

    zur eintracht: ob rehmer, reinhard oder vielleicht auch mal wieder cimen… eine chance haben sie (erneut) verdient. dortmund liegt uns!

  14. fredi, sag mir einen beschissenen grund, warum ich optimistisch an das spiel gegen dortmund denken sollte. all meine thesen sind nicht widerlegt. ff kehrt den harten hund raus und gibt irgendwelche spielstatements ab, die jeder c-jugend-kicker erkannt hätte. wie kann man so bieder sein? langweilt sich der mann nicht schon morgens, wenn er in den spiegel guckt? gut, lassen wir das persönliche mal weg.

    ich sehe keinen grund dafür, zu hoffen, dass es am samstag ein GUTES spiel gibt. die saison ist für mich jetzt schon versaut. und das es andere pfuscher wie funkel gibt, die genauso aktionistisch und unqualifiziert mit ihren teams umgehen, beruhigt mich keineswegs. mich kotzt es an, dass in dem hochgejazzten bundesligabusiness es an jedem spieltag maximal ein spiel gibt, das man sich anschauen kann, ohne sich mit grausen abzuwenden.

    insofern halte ich die partie von gestern auch erwähnenswert. was ich von karlsruhe gesehen habe, war großer sport. die haben rostock an die wand gespielt, betonung auf GESPIELT, haben nur vergessen denen sechs bis acht einzuschenken. anyway, nicht mein problem. aber mein team hat so eine leistung (1.oder2.liga-hinoderher) diese saison noch nicht abgeliefert. hatte die hoffnung, das es am freitag so kommt (NACH DEM 2:0), doch es folgte….

  15. und wenn dann mal einer klartext redet (ama), dann kriegt er noch n anschiss…

  16. franz
    Meine Gründe für (begrenzten) Optimismus auf einen Dreier:

    1. Grund: (angebliches?) Reizklima beim Training der Mannschaft (siehe Bericht der FR); die Mannschaft hat (vielleicht) erkannt, was sie verbockt hat.

    2. Grund: Thurk ist verletzt und Pröll hat wieder trainiert.

    3. Grund: Chris und Jones machen (wenn auch kleine) Fortschritte und trainieren wieder, was ich nie für möglich gehalten hätte. Neben dieser ganz allgemein postiven Nachricht und der Hoffnung, dass die beiden vielleicht nach der Winterpause doch wieder zum Kader stoßen, erhöht die Anwesenheit der beiden auf dem Trainingsplatz evtl. den Druck auf Fink und Huggel, mehr Leistung zu bringen.

    4. Grund: die leise Hoffnung, das der Gegner Dortmund vielleicht doch nicht so defensiv spielen wird wie viele andere.

    Dass es ein GUTES Spiel geben wird, habe ich nicht behauptet, wird es wohl auch nicht werden, Hauptsache ein Sieg.

    Dass einer wie Ama mal Klartext redet, finde ich OK, nur sollte er das intern tun und nicht öffentlich. Das ist eine Frage des Stils. Dass ein Trainer das nicht dulden kann, ist auch verständlich. Amas Reaktion war aber absolut nachvollziehbar und richtig.

    Der Ama hat übrigens nach meiner Ansicht die für sein “junges Alter” erstaunliche Begabung, die Dinge auf den Punkt zu bringen und Spiele unmittelbar nach Spielschluss ganz gut zu analysieren. Vielleicht sollten er und Streit die Fähigkeiten, die sie ja zweifellos besitzen auch im Spiel mehr nutzen, um die Mannschaft zu “führen”.

    Dass es in der BL so wenige ansehnliche FußballSPIELE gibt, mag man bedauern. Auch ich bedauere dies zutiefst. Die Angst geht um in den BL-Stadien, in den Köpfen der Trainer und Spieler. Nur nicht verlieren. Abwarten und erst mal auf 0:0 spielen. Ein Punkt ist besser als keiner. Dementsprechend sind die Team taktisch eingestellt und trainiert.

    Das Einstudieren des perfekten Defensiveverhaltens nimmt wohl auch im täglichen Trainingsbetrieb mehr Raum ein als ein “gepflegtes Offensivspiel”.

    Es mag daran liegen, dass dies den “Deutschen” mehr liegt als alles andere. Um offensiv zu glänzen, braucht man nun Mal neben perfekter Technik, eine gewisse Kreativität und Stärken im 1 gegen 1. Solche Spieler gibt’s halt nicht viele in der BL. Schau sie dir doch an.

    Es wird sich aber leider – befürchte ich – daran wenig ändern. Ein gewisser Fortschritt war doch schon am Wochenende erkennbar. Wenn mal ein frühes Tor fällt, werden die Spiele in der Regel schon attraktiver.

    Das Dumme ist halt nun mal, dass der Mut zur Offensive nicht immer belohnt wird und man die Quittung in Form eines Kontertores einfängt.

    Grundsätzlich ist es sicher auch eine Frage der Erwartungshaltung an das Niveau der BL bzw. der Mannschaften. Ich habe oft den Eindruck, dass du den Möller-Bein-Yeboah-Zeiten oder vielleicht sogar Grabowski-Hölzenbein-Nickel-Zeiten hinterher trauerst. Die sind nun mal endgültig vorbei.

    Selbst die spielerisch sicher nicht schlechten Bremer können dieses hohe Niveau offensichtlich über einen längeren Zeitraum nicht halten. Also runter mit der Erwartungshaltung und sich an den kleinen positiven Dingen des Spiels erfreuen und ergötzen.

    Du kannst es dir nicht vorstellen, aber ein gelungener Doppelpass in der gegnerischen Hälfte unter Bedrängnis löst bei mir bereits eine enorme Ausschüttung von Glückshormonen aus. Zugegeben auch dies sieht man bei der Eintracht eher seltener.

    Jetzt hab ich mich aber wieder verausgabt.

  17. Grund 1-4 kann ich unterschreiben.

    Zitat Fredi:
    Grundsätzlich ist es sicher auch eine Frage der Erwartungshaltung an das Niveau der BL bzw. der Mannschaften. Ich habe oft den Eindruck, dass du den Möller-Bein-Yeboah-Zeiten oder vielleicht sogar Grabowski-Hölzenbein-Nickel-Zeiten hinterher trauerst. Die sind nun mal endgültig vorbei.
    Dazu:
    Glücklicherweise durfte ich noch die Zeiten erleben als in der Regel alle Spieler der SGE einen Ball unfallfrei stoppen konnten. Jedoch bei genauerem Nachdenken fallen mir jede Menge Spiele ein die man besser nicht mehr erwähnt. Und bei aller Wertschätzung, alle unsere Mannschaften sind bis jetzt in einem immer gleich gewesen: Kein Titel!
    Pokalsiege ausgenommen, dafür braucht man nicht das was leider immer gefehlt hat, Kontinuität!

  18. trauere diesen zeiten sehr wohl hinterher, sehe aber auch keinen grund, warum man heute nicht mehr gut fußballspielen könnte. bin nicht bgereit, mich irgendeinem ergebnisorientierten, lediglich nach-kohle-hechelndem gekicke zu unterwerfen bzw. mit diesem abzufinden.

    und remo, klar hätt ich mir auch mehr titel gewünscht, hat-halt-nicht-sollen-sein, aber ich bin stolzer auf ein team, dass guten fußball spielt, als auf 12-fc-bayern-beamtenfußball-meisterschaften.

  19. Dazu liebe ich das SPIEL zu sehr!

  20. @all:Auch ich trauere den Grabi-Holz-Nickel-Zeiten nach und zwar vor allem, weil die Schlüsselspieler über Jahre hinweg ihrem Verein die Treue gehalten haben und es sich noch gelohnt hat, sich die Namen zu merken.
    Zwar zwar auch das spielerische Niveau damals höher als heute, aber die Eintracht hat auch in dieser Zeit jede Menge Grottenkicks abgeliefert und sinnlose Niederlagen eingefangen , das sollte man vielleicht nicht völlig vergessen…