Pleite am Rhein Bittere Niederlage

Foto: IMAGO / Jan Huebner
Foto: IMAGO / Jan Huebner

Die Nachbarn Mainz und Frankfurt liefern sich einen offenen Schlagabtausch. Die Eintracht kassiert nicht nur ein spätes Tor, sondern muss sich auch Sorgen um einen Nationalspieler machen.

Er war der Mann des Spiels: der Mainzer Paul Nebel sorgte mit einem Doppelschlag in der 6. und 89. Minute drei Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der Conference League erneut für großen Jubel bei den Rheinhessen, die sich mit nun 30 Punkten im Tabellenkeller etwas Luft verschafften. „Das war eine sehr, sehr gute Woche für uns“, sagte Nebel im DAZN-Interview.

Die Frankfurter, für die Nathaniel Brown (20.) vor 33.305 Zuschauern zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf, büßten durch die Pleite weiter an Boden im Kampf um die internationalen Startplätze ein. Der Nationalspieler konnte die Partie wegen einer Fußverletzung nicht beenden.

Brown: „Ich weiß auch nicht, woran es liegt“

Ob seine Reise zur DFB-Auswahl gefährdet ist, war zunächst offen, Brown gab aber leichte Entwarnung. „Natürlich habe ich noch Schmerzen, aber ich hoffe, es ist nicht schlimm. Ich werde alles geben, dass ich dabei sein kann“, sagte der 22-Jährige nach dem Spiel und kommentierte den Rückschlag der Eintracht ziemlich ratlos: „Ich weiß auch nicht, woran es liegt.“

„Wir liegen hinter den europäischen Plätzen und schaffen es nicht, den Anschluss herzustellen. Heute haben wir zu viel Chancen zugelassen und zu wenig kreiert“, klagte der Ex-Mainzer Jonathan Burkardt.

Götze fliegt aus dem Kader

Bei der erstmaligen Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte durfte Eintracht-Stürmer Burkardt, der von 2014 bis 2025 elf Jahre lang das Mainzer Trikot getragen hatte, von Beginn an ran. Der 25-Jährige blieb jedoch im gesamten Spiel blass. Zudem ersetzte Arthur Theate bei seinem Comeback nach einer Knieverletzung den gesperrten Robin Koch.

Dagegen stand Mario Götze nicht einmal im Kader. Der 33-Jährige, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, saß schon in den vergangenen beiden Spielen nur auf der Bank und wurde von Neu-Trainer Albert Riera für das Mainz-Spiel nun sogar ganz aus dem Aufgebot gestrichen.

„Wir kennen seine Qualitäten. Aber für dieses Spiel habe ich andere ausgewählt. Mario war nicht bei 100 Prozent“, sagte Riera vor dem Anpfiff bei DAZN zur Ausbootung von Götze. Ob es für den Weltmeister von 2014 bei den Hessen eine sportliche Zukunft gibt, erscheint zunehmend fraglich.

Eintracht kontert Mainzer Blitzstart

Als es dann losging, wurden die Gäste kalt erwischt. Nach einem feinen Zuspiel von Sheraldo Becker traf Nebel mit einem Rechtsschuss zur frühen Führung für die Mainzer. Rückkehrer Theate fälschte den Ball dabei unhaltbar für Eintracht-Torwart Michael Zetterer ab. Es war der erste Gegentreffer für die Frankfurter seit 298 Minuten.

Wirkung hinterließ der Rückstand aber nicht bei der Eintracht, die mit dem ersten gefährlichen Angriff zum Ausgleich kam. Auf Vorarbeit von Jean-Matteo Bahoya traf Brown per Direktabnahme. Für den 22-Jährigen war es das vierte Saisontor.

Frankfurter Sorgen um Brown und Collins

In der weitgehenden ausgeglichenen Partie wirkte Mainz in der Offensive etwas zielstrebiger und kam durch Becker (37.) zu einer weiteren guten Chance, die Zetterer vereitelte. Die Eintracht setzte auf Ballbesitz, strahlte aber kaum Gefahr aus. Ein Kopfball von Theate, der 05-Torwart Daniel Batz vor keine Probleme stellte, blieb bis zur Pause die einzige Ausbeute.

Nach dem Wechsel blieb Brown angeschlagen in der Kabine. Der Defensivspieler hatte bereits nach zwölf Minuten eine Blessur erlitten, als ihm der Mainzer Kaishu Sano unglücklich auf den Fuß fiel. Nach gut einer Stunde humpelte dann auch noch Rechtsverteidiger Nnamdi Collins verletzt vom Feld.

Kurz zuvor hatte Fares Chaibi die Führung für die Gäste verpasst, als er mit einem Kopfball am stark reagierenden Batz scheiterte. Der Mainz-Keeper rettete später noch einmal stark gegen Ritsu Doan. Weil Becker auf der Gegenseite nur den Innenpfosten traf, sah es lange nach einem Remis aus. Doch Nebel staubte kurz vor Ende zum 2:1 ab. (Eric Dobias, dpa)

Reaktionen auf die Niederlage

Markus Krösche: Die Niederlage tut extrem weh und ist ärgerlich. Wir haben nicht gut gespielt und haben uns zu wenige Möglichkeiten erspielt. Die eine richtig gute Chance, die wir hatten, hält der Torwart super. Wir hatten viel Ballbesitz, aber keine Durchschlagskraft. Dann ist es zu wenig. Das Spiel gegen tiefstehende Gegner ist schwierig, dafür haben wir nicht schnell genug gespielt. Wir müssen schneller, vertikaler spielen, um mehr Torchancen zu erwirken.

Mainz war giftiger, hat gut umgeschaltet, hatte eine gute Kompaktheit, hat gut verteidigt und die Räume eng gemacht. Jetzt heißt es, den Kopf freizukriegen.

Albert Riera: Die Spieler wissen, woran es gelegen hat, weshalb wir nicht das Resultat eingefahren haben, das wir uns gewünscht hatten. Wir wissen, wo die Fehler lagen und weshalb wir die Gegentore und gegnerische Chancen zugelassen haben. Das ist wichtig, denn nur wenn man weiß, warum man verloren hat, kann man es verbessern und abstellen. Wenn man das nicht sieht, hat man ein Problem. Wir müssen es defensiv und ohne Ball besser machen.

In den vergangenen Spielen, bis auf das Match gegen den FC Bayern, haben wir mehr Chancen kreiert als der Gegner. Natürlich wünsche ich mir, dass wir 25 statt elf Chancen herausspielen. Es liegt in meiner Verantwortlichkeit, den Spielern Optionen und Lösungen an die Hand zu geben, daran arbeiten wir im Training – ich muss ihnen noch mehr Werkzeuge geben. (Quelle: eintracht.de)

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28 Kommentare
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  1. Und täglich grüßt das Murmeltier. Man kann es nicht mehr hören….

  2. Gude Morsche,
    zu diesem Spiel sag ich nix! Nix!! NIX!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  3. Guten Morgen,
    die abgegebenen DaCosta und Kohr haben uns gestern geschlagen und der aussortierte Matinovic war der Matchwinner für Freiburg. Mainz und Freiburg, zwei Vereine denen wir im Sommer die besten Spieler weggekauft haben, die bei uns lange nicht so gut wie dort funktionieren. Das ganze sagt schon einiges aus. Was immer bei uns schief läuft, eines kann man wirklich sehen. Wir sind keine Mannschaft. Eher ein Gebilde von Einzelkönnern die auch Qualität haben und das reicht dann manchmal für gute Aktionen. Aber unterm Strich ist das alles emotionslos, langweilig und ohne Spielwitz. Aus meiner Sicht haben wir zu sehr auf Spielerentwicklung und Wertsteigerung gesetzt und dabei vergessen um was es beim Fußball eigentlich geht. Nämlich als Team zu gewinnen, gerne unterstützt von individuellen Fähigkeiten die unsere Spieler unbestritten haben. Was wir sehen ist keine Spielidee, einfach nur langweiliges Ballgeschiebe. Keine Torgefahr, nix. Sehr traurig wie sich das diese Saison entwickelt hat.

  4. Guten Morgen. Rieras Statements nach dem Spiel (Tenor: Es hätte schon ein Wunder gebraucht, um in Mainz zu gewinnen u. ä.) verwundern doch sehr.

  5. Individuell zu stark für den Abstieg, mannschaftlich zu schlecht für mehr ….

  6. Hätte man gleich Albertas Klimawiszys verpflichtet anstatt so eine billige Kopie aus Slowenen wäre uns einiges erspart geblieben.

  7. moinmoin, AR wurde doch als Trainer angekündigt, der eben keinen Ballbesitzfußball spielen lassen will – oder täusche ich mich da?

  8. Doan war in Freiburg auch sehr erfolgreich – erfolgreich erregt Aufmerksamkeit, ist aber nur ein Kriterium unter vielen, die passenden sollten

  9. wir sollten uns die nächsten jahre konsolidieren und stabilisieren. weg von den exzessen bei gehältern. radikaler schnitt bei goetze @ co. klares bekenntnis von kroesche ob er diese neue vereinspolitik mitträgt. erbärmlich auch was so bei der u21 rumläuft. ich war einer von 660 zuschauern und kanns beurteilen. hoffnungsvolle talente spielen anders.

  10. ZITAT:
    „Individuell zu stark für den Abstieg, mannschaftlich zu schlecht für mehr ….“
    +1

  11. Schreibt die FR hier schon den Trainer raus?

    An die Plan- und Hilflosigkeit in der Offensive hat man sich unter dem neuen Trainer Albert Riera ja schon gewöhnt. Im Angriffsspiel hat die Eintracht unter seiner Führung nicht nur einen, sondern gleich mehrere Schritte zurückgemacht. Da ist kein Feuer und kein Konzept, ja gar keine Idee zu erkennen. Ob der Spanier schon mit seinem Latein am Ende ist?

    (…)

    Den Frankfurtern fiel recht wenig ein, sie schoben den Ball von rechts nach links und wieder zurück. Man kennt das mittlerweile. Ein offensives Konzept ist unter dem neuen Trainer Albert Riera nicht zu erkennen. Da fragt man sich wirklich, wofür die Mannschaft steht, wie sie eigentlich im Angriff zum Erfolg kommen will? Welche Idee steckt dahinter?

    https://www.fr.de/eintracht-fr.....29849.html

  12. ZITAT:
    „erbärmlich auch was so bei der u21 rumläuft. ich war einer von 660 zuschauern und kanns beurteilen. hoffnungsvolle talente spielen anders.“

    Die speilen fünfte Liga, welche hoffnungsvollen Talente wollen da spielen?

  13. ZITAT:
    „Individuell zu stark für den Abstieg, mannschaftlich zu schlecht für mehr ….“

    Dieser eine Satz sagt eigentlich alles aus.

  14. Norbert de Fruck

    Zu kein Konzept: Die Pest des Südens überspielt die tief stehende Abwehr des Gegners auch ganz oft mit einem langen Chipball, den der mit einem Antritt sich von seinem Verteidiger lösende Stürmer dann versucht zu verarbeiten. Wenn es klappt, gibt es nen Torschuss oder die Ablage auf einen mitgelaufenen Mitspieler. Ich bin der Meinung, dass das unsere Stürmer auch können. Man muss sie nur in die Gelegenheit bringen, Bälle im Strafraum annehmen zu können. Unsere Abwehrgranden sollten mMn mehr den gefühlvollen tiefen Ball – wenigstens – versuchen, als hunderttausendmal quer zu spielen! Wer sagt es dem COACH???????

  15. Der Schebbe klang Samstag noch gsnz anders.

  16. Gut, nach den tollen Spielen gg Pauli und HDH war man siegesgewiss.
    Um so größer jetzt die Enttäuschung.

  17. OT – laut der FR brennt ein Treibstofflager in der Region Leningrad.

    https://www.fr.de/politik/ukra.....30542.html

  18. Von sieben Spielen unter Riera hatten wir nur drei mit mehr als einem Tor, jedes Mal war Götze auf dem Platz.
    Gladbach und Freiburg habe ich im Stadion gesehen und damit Götze, der zwar keine Torbeteiligung hatte, aber überall auf dem Feld das Spiel am Laufen hielt.
    Klar, es geht nicht um Einzelspieler, sondern um die Mannschaft.

    Als Riera gefragt wurde, warum Götze nicht mal im Kader stand, gab es die Gegenfrage, wen er hätte draußen lassen sollen, er könne nur 20 Spieler nominieren, aber wenn 21 möglich wären, hätte er es in den Kader geschafft. (PK)

    „Angesprochen auf die fehlende Durchschlagskraft meinte Riera [u.a.]: „… Manchmal sehe ich von außen die Lücke, aber ich stehe nicht auf dem Platz. Am Ende ist es eine Qualitätsfrage. Wir Trainer sind keine Magier. Am Ende liegt es an den Spielern.““

    https://www.kicker.de/so-simpe.....16/artikel

    Erinnert an Glasners Offenbarungseid: „Qualität kann man nicht trainieren.“

  19. Ich werde meinen Chef jetzt auch mal um eine Woche Sonderurlaub bitten – um den Kopf frei zu bekommen. Findet er scher sinnvoll.

  20. Der hat jetzt schon fertig, der neue Coach. Eine Woche Freizeit für die Spieler??? Na klar doch, absolut verdient.

  21. Und Toppi hat den Kölnern abgesagt laut ntv. Wäre auch echt seltsam geworden nächstes Wochenende.

  22. Ist bestimmt förderlich für die interne Stimmung wenn die eine Hälfte ne Woche frei hat und die andere Hälfte mit der Nationalelf unterwegs ist.

  23. @21:

    Man kann Rieras Aussage auch anders deuten. Ich bin da bei Deiner Auffassung, wollte die Gegenposition dennoch mal ins Spiel bringen.

    Die Fehler auf dem Platz machen immer die Spieler. Bei Stürmern sind das falsche Entscheidungen: fehlende Läufe, verhungerte Pässe, Fehlschüsse. Da kann der Trainer noch so viel reden, wie er will – am Ende treffen die Spieler die Entscheidungen. Riera hat insofern Recht, als das er den Spielern nur (s)einen Plan an die Hand geben kann. Wie gut oder wie schlecht die Spieler diesen Plan dann umsetzen, liegt dann bei den Spielern.

    Allerdings gibt der Trainer die Taktik und die Aufstellung vor. Ich zitiere hier mal Basti Red, weil der es so anschaulich auf den Punkt brachte: Bahoya und Kalimuendo stehen auf dem Platz so weit auf Außen und in der Breite, dass sie sich das nächste Mal erst auf dem Weg in die Kabine wiedersehen werden. Und das ist die Vorgabe des Trainers, ebenso die vielen positionsfremden Aufstellungen.

    Gegen Köln hat Riera schon eine Art Endspiel. Nicht für seinen Platz auf der Bank, sondern um die Gunst der Fans. Alle lechzten nach Einsatz, Willen, Leidenschaft, nachdem die Spiele unter Toppmöller oftmals lethargisch und abtörnend waren. Dann tritt Reira auf, spricht von Balkonen, Haien und dicken Eiern – und dann zeigt das Team davon wenig, sondern verfällt in alte Muster und ergibt sich in Hilfslosigkeit. Die Stimmung kann daher recht schnell gegen Riera kippen. Das wäre vielleicht schon irgendwie der Anfang vom Ende. Jedenfalls muss er seinen Worten Taten folgen lassen und schnell liefern.

  24. Morsche,

    tsja, entweder finden Spieler und Trainer schnell zusammen, oder das Kapitel Riera könnte früher beendet werden, als geplant.

    Ich kann wirklich nicht einschätzen, ob Riera ein genialer Trainer ist (und die Spieler nur zu blöd sind, sein Konzept zu verstehen und umzusetzen) oder ob er einfach überschätzt ist und seine Gestaltungsmöglichkeiten wirkungslos verpuffen.

    Wenn man ihn mit Alonso und Leverkusen vergleicht, muss man zugestehen, dass auch Leverkusen seinerzeit ein paar befremdliche Niederlagen zu Alonsos Start einstecken musste, bevor die Maschinerie ins Laufen kam und ein Rädchen ins andere gegriffen hat. Insofern bin ich geneigt, ihm weitere Einarbeitungszeit zu gewähren, bevor ich ein Urteil zu ihm abgebe.

    Was mich dann aber irritiert: wenn noch soo viel zu tun (sprich zu trainieren) ist, warum dann die vielen freien Tage? Ich hätte vermutet, dass man jetzt 2 Wochen Zeit hat, weiter intensiv am System Riera zu arbeiten und in der Länderspielpause eher noch einen Test-Kick einzubauen und nicht eine Woche Urlaub zu machen.

  25. „Und Toppi hat den Kölnern abgesagt laut ntv.“

    Gestern stand auf kicker.de, Toppmöller wäre nie Thema gewesen. Ich hab’ mich eh gefragt, wie sie ihn bezahlen sollen.
    Die Eintracht zahlt gut, erst recht nach der Vertragsverlängerung.

 

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