Auswärtsspiel Eintracht ohne Koch

Screenshot Eintracht.tv
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Jonathan Burkardt kehrt nach dreimonatiger Verletzungspause ausgerechnet gegen Bayern München zurück. Dafür muss Eintracht Frankfurt auf seinen Kapitän verzichten.

Während Eintracht Frankfurts Kapitän Robin Koch krank passen muss, steht Jonathan Burkardt im Bundesliga-Spiel beim FC Bayern München vor seiner Rückkehr auf den Rasen. Wie der Nationalspieler im vereinseigenen Podcast mitteilte, gehe es ihm gut. „Ich freue mich und kann es kaum erwarten, endlich wieder auf dem Platz zu sein, sagte der 25-Jährige vor der Partie beim deutschen Fußball-Meister am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Allianz-Arena.

Robin Koch mit Fieber im Bett

Coach Albert Riera bestätigte dies. Ob der Stürmer allerdings gleich von Beginn an spielen wird, ließ er offen. Genauso wie den Einsatz von Arnaud Kalimuendo, der an einer Schulterverletzung laboriert. „Jonny ist fit, aber man darf nicht vergessen, dass er lange ausgefallen ist. Er ist bereit, uns zu helfen“, sagte Riera. Auch Kalimuendo sei bereit, zu helfen. „Er ist nicht bei einhundert Prozent, aber wir brauchen ihn“, betonte der Spanier. Wie er die Minuten zwischen den beiden Offensivkräften aufteilen will, steht noch nicht fest.

Nicht mit nach München reist hingegen Koch. Der Kapitän und Abwehrchef ist krank. „Er ist nicht fit mit 39 Grad Fieber und nicht bereit für das Spiel. Die Energie fehlt“, sagte Riera. Wer für Koch einspringen wird, ließ der Spanier offen. Bayern sei so schon im Vorteil. Da müssten sie nicht auch noch wissen, „wie wir planen“, sagte der Trainer. „Alle Spieler sind wichtig, gerade in der aktuellen Situation. Dieses Gefühl gebe ich ihnen. Wir haben Lösungen. Lassen Sie sich überraschen“, sagte der 43-Jährige.

Riera: „Sollte lieber in die Kirche beten gehen“

Jammern wollte er nicht und den Spielern mit auf den Weg geben, sich gut zu fühlen und es zu genießen. „Wir haben eine Menge zu gewinnen und nur wenig zu verlieren“, betonte er. Dennoch sei man nicht gerade vom Glück verfolgt. „Anstelle jeden Morgen zum Arzt zu gehen und nach den Spielern zu fragen, sollte ich lieber in die Kirche gehen und beten. Denn was hier gerade passiert, ist nicht normal“, sagte er eher mit Galgenhumor.

Langsam gehen den Hessen nämlich die Optionen aus. In der Defensive fehlen mit Rasmus Kristensen, Arthur Theate und nun Koch wichtige Spieler. In der Offensive muss Riera auf Younes Ebnatoulib, Michy Batshuayi, Ansgar Knauff und Can Uzun verzichten. Umso froher dürfte er daher sein, dass Burkardt sich drei Monate nach seiner Muskelverletzung in der Wade wieder zurückmeldete.

Kompanys eindringliches Statement

Beim Gegner der Eintracht lässt unterdessen der Trainer aufhorchen. Als Vincent Kompany auf den mutmaßlichen Rassismus-Vorfall um Fußballstar Vinícius Júnior angesprochen wird, rückt alles andere schlagartig in den Hintergrund. Der deutsche Fußball-Clásico gegen Borussia Dortmund in einer Woche? Die drohenden Gelb-Sperren des Münchner Nationalspieler-Trios Joshua Kimmich, Jonathan Tah und Leon Goretzka im Bundesliga-Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Eintracht Frankfurt?

Das alles verblasst im eindringlichen Zwölf-Minuten-Statement des Bayern-Trainers am Ende einer eigentlich routinemäßigen Spieltags-Pressekonferenz. Der 39 Jahre alte Belgier mit kongolesischen Wurzeln ist emotional angefasst – und seine nachdenklichen Worte dürften über Deutschland hinaus nachhallen.

Kompany hat das Champions-League-Spiel von Benfica Lissabon gegen Real Madrid am Dienstagabend live im Fernsehen gesehen. Der Brasilianer Vinícius Júnior, der sein 1:0-Siegtor für Real exzentrisch bejubelte, beschuldigte Benfica-Profi Gianluca Prestianni danach auf dem Platz, ihn auf Spanisch als „Affen“ bezeichnet zu haben. Real-Stürmer Kylian Mbappé bestätigte das, der Schiedsrichter unterbrach die Partie. Im fraglichen Moment hatte Prestianni sein Trikot über den Mund gezogen. Der Argentinier bestreitet die Vorwürfe.

Kompany stellte sich klar hinter Vinícius Júnior, beklagte grundsätzlich den Umgang mit Rassismus im Fußball und in der Gesellschaft. Und er kritisierte Benfica-Coach José Morurinho in der Sache hart. Dem Portugiesen warf er ein schweres Fehlverhalten in einer Führungsposition vor. Doch der Reihe nach.

„Es gibt immer nur schwarz und weiß“

„Es ist ein schwieriges Thema“, sagte Kompany zu Beginn seiner Ausführungen, bei denen er lieber vom Deutschen ins vertrautere Englisch wechselte. „Wenn es wahr ist, dass der Spieler von Benfica das gesagt hat, würde ich mir wünschen, dass es einen Raum für eine Entschuldigung gibt. Niemand auf der Welt ist perfekt. Aber wir berauben uns dieser Option. Es gibt immer nur links und rechts, schwarz und weiß“, beklagte der Belgier.

An Vinícius Júnior, der den Vorfall auf dem Platz bei Schiedsrichter François Letexier anzeigte, zweifelt Kompany nicht. „Wenn du die Aktion siehst, kann die Reaktion von ihm nicht vorgetäuscht sein. Es ist eine emotionale Reaktion. Und ich sehe keinen Nutzen für ihn darin, zum Schiedsrichter zu gehen und das ganze Elend auf seine Schultern zu nehmen. Aber er macht es, weil er findet, es ist in dem Moment das Richtige“, erklärte Kompany.

Er selbst hat in seiner Zeit als Spieler und auch als Trainer rassistische Anfeindungen erlebt. Vinícius Júnior sei im Gegensatz zu vielen anderen schwarzen Fußballern als berühmter Spieler „wenigstens in einer Position, dass er eine Stimme hat zu protestieren“, bemerkte der Bayern-Coach.

„Krasser Fehler“ von Mourinho

Deutlich äußert er sich zum Trainer-Kollegen Mourinho. Der Portugiese habe nach dem Spiel „den Charakter von Vinícius Júnior attackiert, indem er dessen Torjubel anführt“, schilderte Kompany. Das lenke ab vom eigentlichen Kern. „Das ist für mich ein krasser Fehler in Sachen Führung. José Mourinho erwähnt den Namen Eusebio, um zu sagen, dass Benfica nicht rassistisch sein könnte, weil der beste Spieler in Benficas Geschichte ein Schwarzer gewesen sei.“

Er kenne viele schwarze Spieler, die von Rassismus betroffen waren und sind. Neben Eusebio zählte Kompany namentlich Ex-Stars wie Samuel Eto’o, Mario Balotelli und Patrick Vieira auf. „Ich urteile nicht über José Mourinho als Person“, sagte Kompany ausdrücklich: „Aber er hat einen Fehler gemacht. Und ich hoffe, das wird in der Zukunft nicht mehr passieren.“

Schon vor seinen Ausführungen hatte Kompany gesagt, dass er im Anschluss keine weiteren sportlichen Fragen beantworten werde. Es war aber eh alles gesagt. Das kommende Topspiel gegen den sechs Punkte zurückliegenden Titelkonkurrenten Dortmund will Kompany ohnehin erst nach dem Frankfurt-Spiel in den Mittelpunkt rücken.

„Clásico-Gefühl“ erst nach Frankfurt

„Sie haben das Dortmund-Spiel im Kopf, wir nicht, ich nicht. Ich bin nur auf das Frankfurt-Spiel fokussiert“, sagte er. Erst müsse man diese Hausaufgabe lösen – und auch der BVB müsse erstmal am Samstagabend in Leipzig gewinnen.

„Und dann können wir ab nächste Woche alle dieses Clásico-Gefühl genießen“, meinte Kompany. Noch eines tat er kund: Er werde bei der Personalauswahl gegen Frankfurt keine große Rücksicht auf mögliche Gelb-Sperren bei Kimmich und Co. nehmen. „Das ist kein großes Thema. Wir müssen schlau sein, aber wir können auch nicht überschlau sein. Man kann nicht alles planen.“ Sicher ist: Im Münchner Tor wird Jonas Urbig den verletzten Manuel Neuer vertreten. (dpa)

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35 Kommentare
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  1. Die Geburt der neuen Wundermannschaft!

    Alle, die zurückkommen, werden es schwer haben, da wieder einen Platz zu finden!

  2. „I don´t give a fuck“ ist ein wundervolles Lebensmotto!

  3. Da war jetzt kein Sarkasmus dabei. Nur positive Vibes!

  4. Riera hat den sechsten Kapitän bekannt gegeben: Nene Brown.

  5. Ich musste sehr lachen.

    Reporter: „Former Bundesliga players Martin Harnik and Max Kruse have criticized your appearance, claiming they‘d like to see someone like you fail.“

    Riera: „Who?“ 🤨

  6. Bob „Ammour“

    https://www.zeit.de/sport/2026.....le/seite-2

    Das Team Deutschland hat ihnen einen Filter angeboten, der Hasskommentare auf Social Media herausfiltert. „Quotenausländer, Möchtegerndeutscher“, so was schrieben die Leute immer wieder, natürlich auch noch Schlimmeres, sagt Issam Ammour. Er nutzt den Filter trotzdem nicht. „Es ist teilweise schmerzhaft, das zu lesen, aber ich stehe da drüber. Als Sportler leiste ich mehr für Deutschland als diese Leute, die den Hass verbreiten.“
    Sie wollen auch nicht auf ihre schwarzen Haare und ihre Bärte reduziert werden. „Wir sind Deutsche, Migrationshintergrund hin oder her“, sagt Issam Ammour. „Wir wollen unseren Sport machen und für Deutschland die nächste Medaille nach Hause holen.“

    Morgen 1. + 2., Sonntag 3. + 4. Lauf Viererbob, der eine von dreien mit drei Eintrachtlern und Schaller, dem Anschieber im Bronze-Zweierbob.

  7. @5
    Ja, das war gut, wie die PK überhaupt.

  8. Die Ammours sind sowas von Eintracht Frankfurt!

  9. ZITAT:
    „Ja, das war gut, wie die PK überhaupt.“

    Ich finde ihn angenehm authentisch.

  10. @10

    Ja, ich auch.

  11. Und wenn ich was glaube, hat die Murmel seinen Fauxpas längst eingesehen.
    Das ist am Ende doch ein Guter… schon immer.

  12. Ich finde mich auch authentisch 😁 Frei nach Christian Steiffen!

  13. Es ist halt nicht mehr wie früher. Da hätte es eine Ansage von Stefan gegeben und die Diskussion wäre vorbei oder zumindest eingehegt gewesen. Kannste halt heute nicht mehr machen, da es einige Experten gibt, die die Diskussion immer wieder aufnehmen. Und da meine ich explizit nicht die Murmel.

  14. Stefan hatte den Blog auch ab und zu dicht gemacht – sogar ein-, zweimal für länger.
    Kollektivstrafe – damit können wir doch umgehen.

  15. ZITAT:
    „Riera hat den sechsten Kapitän bekannt gegeben: Nene Brown.“

    Persönlichkeitsentwicklung. Das macht der Albert gut.
    Wenn der sich bei uns mal irgendwann abnutzt, dann hoffentlich zur gleichen Zeit wie Kompany bei den Bauern.

    Letzterer kann dann gerne kommen. Klare Haltung.#069

  16. „Das Abwehrquartett auf der linken Seite komplettieren wird Nationalspieler Nathaniel Brown – und das möglicherweise in besonderer Rolle. Auf die Frage, wer denn sein sechster (!) Kapitän sei, antwortete der Spanier: „Es wird Nene (Brown, Anm. d. Red.) sein.“ Und das „nicht wegen seinen zwei Toren zuletzt“, quittierte Riera mit einem Lächeln. Vom Außenbahnspieler, der im Sommer 2024 vom 1. FC Nürnberg an den Main wechselte und sich auf Anhieb zur Stammkraft entwickelte, erwarte sich sein Trainer „noch mehr Kommunikation, noch mehr Verantwortung“. Sofern Mario Götze nicht in die Startelf rückt, dürfte Brown das Debüt mit der Binde am Arm in der Allianz-Arena winken.2

    https://www.kicker.de/abwehr-e.....87/artikel

  17. „Sofern Mario Götze nicht in die Startelf rückt, …“

    Was für eine Annahme, nicht das er sich auch noch was holt.
    In meiner Vorstellung wird sich alles auf ihm aufbauen.

    Dur über Götze:
    https://www.fr.de/eintracht-fr.....79734.html

  18. „Dur über Götze:“
    „ Aber die Eintracht hat nicht nur Strahlkraft und Energie, sondern auch eine Atmosphäre geschaffen, in der sich die meisten wohlfühlen und aufblühen können.“
    Das ist dann aber nicht diese „Wohlfühloase“, von der zuletzt immer wieder geredet wurde?

  19. ZITAT:
    „Und wenn ich was glaube, hat die Murmel seinen Fauxpas längst eingesehen.
    Das ist am Ende doch ein Guter… schon immer.“

    +1
    Zurück zum Spocht:
    Ich erwarte, nichts.

  20. Ich glaube nicht an einen „Fauxpas“ – und dafür gibt es etliche Gründe. Aber gerne zum Sport.

  21. Das nerft so unglaublich hier.

  22. ZITAT:
    „Das nerft so unglaublich hier.“

    Wenn dich das „nerft“ läuft einiges richtig.

  23. ZITAT:
    „Das nerft so unglaublich hier.“

    Da gäbe es ja eine ganz einfache Lösung.

  24. Zum Sport: Großartige PK

    Kein Schwätzer, der Albert. Der Mann hat was zu sagen.

  25. Philadelphia Eagle

    @5
    ZITAT:
    Riera: „Who?“ 🤨“

    und dann: „You cannot hurt me, if I don’t love you.“

    Klarer geht es nicht.

  26. ZITAT:
    „Ich glaube nicht an einen „Fauxpas“ – und dafür gibt es etliche Gründe.“

    Genau solche Sch…sprüche meinte ich.

  27. Morgen gewinnen wir in München.

    Völlig überraschend…

  28. Wird wieder extrem geschauspielert da in Mainz. Vor allem von den Hamburgern.

  29. Und Narrhallamarsch.

  30. Da Costa Hamburgs bester Mann.

  31. Ein jeder blamiert sich so gut er kann.

  32. Die Schauspielerei und Schwalberei der Hamburger ist wirklich unsäglich. Scheint eine taktische Vorgabe von Polzin zu sein. Erinnert an Schuster einst bei den Lilien.

  33. Oh, ein junger Eintracht Fan in seinem Trikot im Publikum, bei der Heute Show.

    Wir sind überall.

  34. Matchday:

    AUSWÄRTSSIEG!!!

    🎶Zieht den Bayern die Lederhosen aus…🎶

 

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