Lust und Frust Frankreich im Halbfinale
Freitag, 10.07.26 um 05:00 Uhr | 2 Kommentare
Der Titelfavorit erreicht wieder die Vorschlussrunde einer WM. Und Kylian Mbappé steht wieder im Fokus. Bei Eintracht Frankfurt tritt Albert Riera gehörig nach.
Erst hüpfte Kylian Mbappé jubelnd vor der französischen Kurve, dann kam es kurz darauf am Spielfeldrand gar zur Umarmung mit TV-Experte Jürgen Klopp. So einen Stürmer hätte der designierte Bundestrainer auch gerne. Der Superstar von Real Madrid war beim dritten Halbfinal-Einzug bei einer Fußball-WM in Serie wieder der große Matchwinner für Frankreich. Der große Titelfavorit setzte sich im Viertelfinale hochverdient mit 2:0 (0:0) gegen Marokko durch und trifft nun auf den Sieger des Duells zwischen Spanien und Belgien, das an diesem Freitag in Inglewood bei Los Angeles steigt.
„Wir sind im Halbfinale, wir sind zuversichtlich. Der Weg ist noch lang. Es wird noch härter werden. Aber wir sind bereit“, sagte Mbappé, der das wichtige Führungstor für die Franzosen erzielt hatte. Entsprechend wusste auch Nationaltrainer Didier Deschamps, bei wem er sich zu bedanken hatte: „Wir haben eine Reihe von super Spielern, aber leicht ist es nie. Ein verschossener Elfmeter, viele vergebene Chancen, aber wenn du einen Kylian in der Mannschaft hast, musst du dir keine großen Sorgen machen.“
Knöchelverletzung offenbar nicht so schlimm
Auch der lädierte Knöchel bereitet offenbar keine Sorgen. „Ich habe einen Schlag auf den Knöchel bekommen, aber es ist okay“, sagte Mbappé. Nach seiner Auswechslung in der 77. Minute musste er allerdings seinen Knöchel kühlen, nachdem er in der zweiten Halbzeit einmal übel gefoult worden war.
Dabei lief es für Mbappé zunächst nicht nach Plan. In der ersten Halbzeit scheiterte er zunächst mit einem Elfmeter an Marokkos überragendem Keeper Bono. Dann traf Mbappé aber in der 60. Minute per Traumtor zur Führung. Der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé (66.) legte nach. Für Frankreich war es der sechste Sieg im sechsten Spiel bei diesem Turnier. Mbappé hat nun insgesamt 20 WM-Tore, nur eines weniger als Rekordhalter Lionel Messi aus Argentinien.
Marokko, das 2022 als erstes afrikanisches Team ein WM-Halbfinale erreicht hatte, wirkte vor 63.811 Zuschauern über weite Strecken überfordert.
Marokkos Bono hält herausragend
Die Franzosen waren in der Hitze von Foxborough von Anfang an das klar bessere Team, verzweifelten aber lange an Marokkos bestens aufgelegtem Schlussmann. Der 35-jährige Bono war schon nach wenigen Minuten bei einem Schuss von Mbappé und einem Kopfball von Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano zur Stelle – und wurde dann immer stärker.
In der 28. Minute hielt Bono sogar einen Strafstoß von Mbappé. Die Szene verlief aus Sicht des Schützen aber auch extrem unglücklich. Das Foul von Ex-Bayern-Profi Noussair Mazraoui am Kapitän der Équipe Tricolore war eine klare Sache. Ein vorangegangener Zweikampf zwischen Marokkos Achraf Hakimi und Frankreichs Désiré Doué wurde jedoch erstaunlich lange überprüft. Mbappé stand am Punkt bereit, wartete und wartete – und scheiterte schließlich.
Schiri-Diskussion dürfte weitergehen
Bonos Elfer-Statistik bei Weltmeisterschaften ist bemerkenswert: Von neun Schützen konnten ihn gerade mal zwei überwinden. Viermal parierte er, dreimal wurde anderweitig vergeben. Mbappé blickte nach seinem Fehlversuch derweil fassungslos zum argentinischen Referee Facundo Tello hinüber. Die Diskussion über die Schiedsrichter-Leistungen bei diesem Turnier dürfte weitergehen.
Die Franzosen versuchten es wieder und wieder. Ein Schlenzer von Ousmane Dembélé flog am Tor vorbei (33.), Doué brachte die Kugel aus guter Position nicht an Bono vorbei (35.), Lucas Digne hämmerte sie an die Latte (45.+2).
Und Marokko? Blieb offensiv erstaunlich blass. Die Nordafrikaner mussten zwar den angeschlagenen Ismael Saibari, der ab der kommenden Saison für Bayern München spielt, draußen lassen. Dennoch war es im Angriff viel zu wenig.
Doppelschlag bringt die Entscheidung
Kurz nach der Pause ließ Marokko eine vielversprechende Konterchance liegen, dann übernahmen wieder die Franzosen das Kommando. Mbappé tauchte nach einem guten Antritt von Bayern-Star Michael Olise plötzlich frei vor Bono auf. Er jagte den Ball deutlich über das Tor, stand aber ohnehin im Abseits (56.).
Und dann war’s doch soweit: Mbappé erlöste sich und seine Franzosen – und wie. Von der Strafraumgrenze aus schlenzte der Stürmer von Real Madrid den Ball herrlich ins rechte Eck. Bono konnte diesmal nur noch hinterherschauen. Der Bann war gebrochen, Dembélé entschied die Partie mit einem Flachschuss.
Riera drastisch: „Feigling“
Bei Bundesligist Eintracht Frankfurt tritt unterdessen ein ehemaliger Angestellter öffentlich nach. Nach der jüngsten Kritik von Vorstandssprecher Axel Hellmann an Ex-Coach Albert Riera hat dieser mit markigen Worten gekontert. „Ich werde deinen Namen nicht nennen“, schrieb der Spanier in einer Story bei Instagram, „denn du bist ein Niemand, unbekannt und hast nichts getan. Ich weiß immer noch nicht, warum dir der Verein Geld bezahlt.“
Hellmann hatte in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ unter anderem gesagt, dass Riera nicht bereit gewesen sei, „sich mit der Bundesliga, diesem Club und dem ganzen Umfeld auseinanderzusetzen“.
Wilder Post bei Instagram
Das wollte der Trainer nicht auf sich sitzen lassen. „Du hast entschieden, über mich zu sprechen. Das mache ich auch!“, schrieb Riera und schimpfte dann in grammatikalisch eigenwilligem Englisch: „Feiglinge reden erst hinterher und hinter dem Rücken.“ Die Eintracht sei während seiner Zeit wie ein Geist gewesen. „Kein Präsident, keine Direktoren oder jemand anderes war da. Die tauchen vermutlich nur in guten Momenten auf.“
Riera behauptete, er und Sportvorstand Markus Krösche seien die einzigen Leute gewesen, die von morgens bis abends für den Verein gekämpft hätten. „Sonst niemand!“ Der Spanier hatte die Eintracht im Februar nach der Trennung von Dino Toppmöller übernommen – danach aber den Einzug in den Europapokal verpasst. (dpa/red)

Gude Morsche,
liebe Mitblogger, ihr solltet Euer A. Riera-Trauma endlich in den Griff bekommen!
Muss man als erwachsener Mensch nicht in der Lage sein, im WWW verbreiteten Schwachsinn als solchen zu identifizieren und entsprechend zu ignorieren?
Dass es in der letzten Saison einige merkwürdige Personalentscheidungen bei unserer Eintracht gab, das müssen wir nicht thematisieren. Nach dem dieses eine große Missverständnis korrigiert wurde, sollte man zur Tagesordnung übergehen und „Luftpumpen“ eben solche sein lassen.
Außerhalb des Eintracht-Kosmoses tut man sich ganz sicher nicht so schwer damit, das Geltungsbedürfnis dieses Herren als solches zu erkennen und entsprechend mit Missachtung zu würdigen.
Morsche!
Dieses wiederholte Nachtreten zeigt doch nur, welches Geistes Kind Riera ist.
Am Ende muss man sich wirklich fragen, wie Krösche auf so jemanden reinfallen konnte…
@Andrich: ich könnte mit dieser Verpflichtung leben, aber es wäre für mich nicht die 1a oder 1b sondern eher die 1c Lösung. Ich hoffe, es werden parallel noch bessere Lösungen verprobt.