Testspiel-Blamage „Geht nicht“

Foto: IMAGO / Shutterstock
Foto: IMAGO / Shutterstock

Beim FC Brentford kassiert Eintracht Frankfurt eine empfindliche Niederlage und verliert auch noch Kapitän Koch. Der Trainer ist besorgt.

Adi Hütter redete nach dem Testspiel-Debakel bei der Saison-Generalprobe Klartext. „Bei einem 0:7 braucht man nicht zu diskutieren: Das geht auch in einem Testspiel nicht“, sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt der „Bild“-Zeitung nach dem desaströsen Auftritt des Fußball-Bundesligisten beim englischen Premier-League-Club FC Brentford.

Knapp eine Woche vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal beim SC St. Tönis herrschte im Eintracht-Lager Entsetzen statt Enthusiasmus. Die von Hütter in der Vorbereitung erzeugte Aufbruchstimmung ist dahin. Die katastrophale Vorstellung auf der Insel führte den Verantwortlichen und Fans schmerzhaft vor Augen, dass die Eintracht in dieser Besetzung und Verfassung in der Bundesliga nicht um die angestrebten Europa-Startplätze kämpfen kann.

„Wir haben viele Hausaufgaben mitbekommen“, räumte Rückkehrer Hütter ein. Seine Hoffnung: „Vielleicht war das zum richtigen Zeitpunkt ein Schuss vor den Bug, bevor jeder glaubt, es ist alles schon sehr, sehr gut.“ Immerhin hatte die Eintracht zuvor alle Testspiele gewonnen.

Bekannte Abwehrschwächen

In Brentford wurden dem Team vom Neunten der letzten Premiere-League-Saison nun schonungslos die momentanen Grenzen aufgezeigt. Kevin Schade (2. Minute/70.), Igor Thiago (41./68.), Mamadou Sangaré (12.), Dango Ouattara (52.) und Keane Lewis-Porter (57.) trafen für die Engländer.

In einer ganz schwachen ersten Halbzeit offenbarte Frankfurt vor allem im Defensivverhalten – wie schon in der vergangenen Spielzeit – große Schwächen. Zum Überfluss leistete sich Torwart Kaua Santos beim zweiten Gegentor einen Fauxpas, als er den Ball durch die Finger rutschen ließ. Das dürfte die Torwartdiskussion um die Nummer 1, für die der Brasilianer eigentlich vorgesehen war, neu aufflammen lassen.

Koch erleidet leichte Gehirnerschütterung

Und dann musste Kapitän Robin Koch nach einem Zusammenprall wegen Schwindelgefühlen auch noch vorzeitig vom Platz. Der Abwehrchef zog sich dabei eine leichte Gehirnerschütterung zu. Eine strukturelle Verletzung konnte nach einer eingehenden Untersuchung ausgeschlossen werden. Der 30-Jährige werde nun ein „entsprechendes Regenerationsprotokoll absolvieren“, teilte der Verein mit.

Die Viererkette war danach völlig überfordert. Nach der Pause brach das Hütter-Team dann komplett auseinander. Völlig wehrlos kassierten die Hessen in kurzer Abfolge zwei Doppelschläge. „Wir waren nicht nur spielerisch, sondern auch physisch deutlich unterlegen“, befand Hütter.

Der 56 Jahre alte Österreicher muss nun darauf hoffen, dass Sportvorstand Markus Krösche den Kader schnell mit Neuzugängen auffüllt, die den Frankfurtern auf Anhieb weiterhelfen. Die bislang verpflichteten Malik Pimpong, Noel Aseko, Raphael Onyedika und Otavio konnten diesem Anspruch bisher nicht gerecht werden.

Französischer Supercup: Toppmöller holt Titel

Der ehemalige Eintracht-Trainer Dino Toppmöller und der RC Lens haben dem französischen Rekordmeister Paris Saint-Germain eine bittere Niederlage im französischen Supercup zugefügt. Lens, amtierender Pokalsieger, gewann das Duell gegen den Meister aus der französischen Hauptstadt am Sonntag trotz langer Unterzahl mit 1:0 (1:0).

Toppmöller, der bis Mitte Januar 2026 noch bei Eintracht Frankfurt an der Seitenlinie stand, hatte im Juni einen Zweijahresvertrag beim RC Lens unterzeichnet. Für den 45-Jährigen ist der Titel der bislang größte Erfolg seiner Trainerkarriere. Zuvor hatte er mit dem luxemburgischen Klub F91 Düdelingen einige Erfolge gefeiert und als Co-Trainer von Julian Nagelsmann beim FC Bayern München zwei deutsche Meisterschaften gewonnen. (dpa, red)

23 Kommentare
KOMMENTIEREN »

  1. JG555Pflichtspiele

    Das mit A. von Freiburg ist oberpeinlich. Da musste man zuerst mal 0:7 verlieren, um auf den zu kommen?
    Und dabei trifft Kaua bei der Klatsche gar nicht die Hauptschuld. Santos iss durch mental – dann muss aber auch Zimbo hochkant raus. Wie kann man über Monate so blind gewesen sein? Aber Fehler zugeben ist schwer – trifft noch mehr auf MK zu. Das gibt ein Torwart-Fiasko wie seit Funk und Jüriens nicht mehr.

  2. Hiess es bei den Gehältern nicht immer, dass diese „stark leistungsorientiert“ seien, einen niedrigen Festanteil und einen hohen Prämienanteil hätten, derben nur im Erfolgsfalle zu zahlen sei? Und war das nicht auch die Begründung dafür, dass nach dem EL-Grwinn sowie der CL-Quali über Platz 3 überraschend wenig übrig blieb? Und jetzt sind die Fixgehäkter doch plötzlich so groß, dass sie Neuzugänge blockieren und man am Ende froh ist, Futkeu und wohl auch Wahi wenigstens über Leihen loszuwerden?

    Also irgendwie ist da manches einfach unstimmig.

  3. Welche Ohnmacht muss man besitzen um jetzt mit einem Transfer von Atubolo zu beschäftigen der zu allem Überfluss 25 Mio lt . Transfermarkt kosten soll .

  4. Marktwert (geschätzt) ist nicht gleich Ablösewert (verhandelt).

  5. Re: @4

    Deswegen steht ja kosten soll

  6. Keine Ahnung, ob sich die Eintracht mit einer neuen Nr. 1 beschäftigt oder ob es sich dabei nur um eine Ausgeburt der Medien und des Umfelds handelt. Und ob sich Atubolu überhaupt einen Wechsel zur Eintracht vorstellen könnte, ist auch nicht klar – so ohne internationales Geschäft, worauf Bundestrainer besonders wert legen und mit der Gefahr seinen Ruf hinter einer desolaten Abwehr zu verlieren.

  7. ZITAT:
    „Re: @4

    Deswegen steht ja kosten soll“

    Und eben das ist nicht richtig.

  8. Atubolu hat sich in Freiburg ordentlich verpokert. Der wartet jetzt nur noch auf so ein Angebot eines verzweifelten Vereins….

  9. Marktwert-Definition

    https://www.transfermarkt.de/n.....definition

    „Die Transfermarkt-Marktwerte sind nicht pauschal mit den tatsächlich gezahlten Ablösesummen gleichzusetzen. Das Ziel ist nicht, einen Preis vorherzusagen, sondern einen Erwartungswert.“

  10. „Atubolu hat sich in Freiburg ordentlich verpokert.“

    Dann würde er ja zu uns passen.
    Aber das Spiel ist noch nicht beendet, da das Transferfenster noch offen ist.
    Vielleicht gibt es ja Verhandlungen im Hintergrund und/oder mögliche Interessenten warten darauf, dass Freiburg mit ihren Preisvorstellungen runtergeht, weil die auch etwas unter Druck stehen, da sie den Nachfolger schon verpflichtet haben und das Torwartteam steht. Manche könnten auch sagen, Freiburg hätte sich verpokert.

  11. „Ich weiß nicht, ob es schon jemals eine solche Tracht Prügel für die Eintracht in einem Vorbereitungsspiel gab.“

    Was man weiß, ist, dass es in einem offiziellen Spiel noch keine höhere Niederlage gab:

    https://www.bundesliga-statist.....te_man_erg

  12. Re: @7

    https://www.transfermarkt.de/n.....ler/526845
    Es gibt wenig Sinn aus allem eine Wissenschaft zu machen hier ist erstmal ein Preisschild was Realität wird abwarten . Ich würden keine 5 Mio ausgeben für Atubolo

  13. „hier ist erstmal ein Preisschild“

    Ich gebe auf.

  14. Und Dino schlägt Paris zu Null. Kannste dir nicht ausdenken.

    Liegt vielleicht doch an unseren Abwehrdiletanten. Ich vermisse Hinti und den Capitano.

  15. ZITAT:
    „Das gibt ein Torwart-Fiasko wie seit Funk und Jüriens nicht mehr.“

    Wenn mich meine Erinnerungen nicht trüben, dann Wandas Funk und Pahl. Wobei Pahl sich dann am Ende durchgesetzt hat, nie fehlerfrei war (remember Abwurf ins eigene Tor), aber immerhin Europapokal- und Pokalsieger wurde.

  16. “waren das“ muss es heißen

  17. Hradecky für die Kabine und das Tor holen, das Geld in gute Verteidiger investieren, Kaua nach Belgien verleihen, beobachten, wie er sich entwickelt, und parallel eine alternative, neue Nummer 1 scouten – das wäre mein Wunsch… wird nicht passieren.

  18. ZITAT:
    „Und Dino schlägt Paris zu Null. Kannste dir nicht ausdenken.“

    Fottgejacht!

  19. Morsche!
    Einen echten Härtetest in die Vorbereitung einzubauen, war unbedingt richtig und wichtig – die bisherigen Gegner waren ja handverlesen.

    Allerdings stellt sich die Frage, ob man in der Reihenfolge den stärksten Gegner nicht früher in der Vorbereitung hätte bespielen können, da es absehbar ja wohl das (schwerste) Spiel ist, aus dem man die meisten Lehren zieht und Korrekturen im Training vornehmen kann.

    Jetzt steht man wenige Tage vor dem ersten Pflichtspiel und ist völlig desillusioniert (statt euphorisiert) und der Kader wird komplett in Frage gestellt.

    Natürlich wächst jetzt der Druck auf Krösche (zu Recht) allerdings stellt sich die Frage, was er realistischer Weise kurzfristig noch machen kann, so lange auf der Abgangsseite wenig passiert und das Rest-Budget überschaubar ist?

    Pokal und Saisonbeginn werden wohl mit dem gleichen Kader bestritten werden. Ob Hütter nochmal mit dieser Aufstellung (d. h. ohne Larsson aber mit dem unsteten Uzun) beginnt, wage ich zu bezweifeln. Möglicherweise wird auch Theate reaktiviert werden, nicht zuletzt, weil man jetzt jedes Quantum Erfahrung zusammenkratzen wird, um einen vernünftigen Saisonstart (gegen machbare Gegner) zu ermöglichen.

  20. Jedenfalls braucht Krösche nix mehr zu erzählen von wir sind vorbereitet und wir wollen den Kader zu Beginn der Vorbereitung weitestgehend zusammen haben.

  21. Re: @13

    Lesen und verstehen. Bei Atubolu ist die Situation wie bei Onyedika. Letztes Vertragsjahr, keine Chance auf Verlängerung.

    https://www.transfermarkt.de/f.....ews/484772

  22. „Hradecky für die Kabine und das Tor holen, das Geld in gute Verteidiger investieren, …“

    Warum sollte Monaco zum Saisonstart ihren Nr. 1 Torwart abgeben? Hradi hat noch ein Jahr Vertrag plus Option auf ein weiteres. Was heißt, dass wir ihm mindestens einen Vertrag über zwei Jahre anbieten müssten. Günstig würde es zumindest nicht werden, haben wir ihn doch als harten Verhandler, der weiß, was er will, kennengelernt.

 

KOMMENTIEREN

Bitte beachten Sie unbedingt die Regeln