Heimspiel Klatsche gegen Augsburg

Foto: IMAGO / HMB-Media
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Eintracht Frankfurt legt gegen den FC Augsburg eine Halbzeit lang einen dominanten Auftritt hin, um dann in der zweiten Hälfte total einzubrechen.

Mit gnadenloser Effizienz hat der FC Augsburg Rückkehrer Adi Hütter das Heim-Comeback als Trainer von Eintracht Frankfurt gründlich verdorben und damit die Tabellenführung erobert. Nach erheblichen Startproblemen kamen die bayerischen Schwaben bei den Hessen zu einem 4:1 (0:1) und machten mit dem zweiten Sieg ihren Saison-Traumstart in der Fußball-Bundesliga perfekt. Der FCA ist damit erstmals in der Vereinsgeschichte nach einem Spieltag Spitzenreiter im Oberhaus.

„Ich glaube, für einen Großteil der Truppe ist es auf jeden Fall das erste Mal und schon was Besonderes, auch wenn es nur der zweite Spieltag ist. Und uns ist bewusst, dass es jetzt nicht die ganze Saison so bleiben wird. Es ist einfach toll“, sagte Augsburgs Torwart Finn Dahmen beim Streamingdienst DAZN.

Eintracht wartet auf ersten Liga-Sieg in dieser Saison

Unter den Augen von DFB-Sportdirektor Rudi Völler brachte Jonathan Burkardt (6. Minute) die Hausherren vor 59.100 Zuschauern zwar früh in Führung. Arijon Ibrahimovic (46.), Robin Fellhauer (47.) nach einem bösen Patzer von Eintracht-Torwart Noah Atubolu, Alexis Claude-Maurice (65.) sowie Fabian Rieder (89.) drehten aber nach der Pause die Partie.

Während der FCA nach zwei Spieltagen mit sechs Punkten ganz oben steht, findet sich die Eintracht mit nur einem Zähler in der unteren Tabellenhälfte wieder. Dabei sahen die Frankfurter in einer dominanten ersten Halbzeit wie der sichere Sieger aus. Der Augsburger Doppelschlag kurz nach der Pause innerhalb von nur 60 Sekunden warf die Hessen dann aber aus der Bahn.

„In der zweiten Halbzeit waren wir auch nicht kompakt, wir waren sehr weit auseinander“, sagte Burkardt. „Es war dann einfach viel zu wenig. Das tut enorm weh heute hier im ersten Heimspiel“, haderte der Torschütze.

Frankfurter Blitzstart

Eintracht-Trainer Hütter hatte sich riesig auf die Rückkehr in sein „Wohnzimmer“ nach fünf Jahren gefreut. Der Österreicher veränderte seine Startelf gegenüber dem Auftakt-3:3 beim 1. FC Union Berlin auf drei Positionen. Neuzugang Lilian Brassier rückte in die Innenverteidigung, Mario Götze ins defensive Mittelfeld und Ritsu Doan auf den rechten Flügel.

Bei den Augsburgern musste Anton Kade, der beim 3:0-Startsieg gegen Schalke 04 mit einem Tor und einer Vorlage geglänzt hatte, wegen muskulärer Probleme passen. Für ihn durfte Bayern-Leihgabe Ibrahimovic von Beginn an ran.

Die Eintracht begann schwungvoll und nutzte gleich die erste Chance zur Führung. Younes Ebnoutalib flankte von links auf den langen Pfosten, wo Burkardt höher stieg als FCA-Verteidiger Hennes Behrens und aus etwa fünf Metern per Kopf traf.
Eintracht vor der Pause dominant, aber ohne weiteren Treffer

Eintracht dominiert

Der Treffer beflügelte die Hessen zusätzlich. Wenige Minuten später hätte Can Uzun erhöhen können, doch der Offensivmann scheiterte frei vor Finn Dahmen am stark reagierenden Gäste-Torwart. Kurz darauf forderten die Frankfurter nach einem Strafraum-Zweikampf von Ebnoutalib Elfmeter, doch Schiedsrichter Daniel Schlager ließ zu Recht weiterspielen.

Augsburg stand auch in der Folge permanent unter Druck und konnte sich offensiv zunächst überhaupt nicht in Szene setzen. Frankfurt hatte die Partie fest im Griff, konnte die Überlegenheit aber nicht in weitere Tore ummünzen, weil FCA-Schlussmann Dahmen bei Schüssen von Raphael Onyedika und Elias Baum auf dem Posten war.

Kurz vor der Pause vergab dann Ebnoutalib zweimal die Chance zum 2:0. Erst scheiterte der Stürmer mit einem Heber an Dahmen, dann verfehlte er aus spitzem Winkel knapp das Tor.

Augsburg schlägt zurück – und wie

Und wie so oft im Fußball rächte sich der Chancen-Wucher. Nur 30 Sekunden nach Wiederbeginn traf Ibrahimovic per Kopf zum Ausgleich. Die Frankfurter waren noch dabei, sich von dem Schock zu erholen, da lag der Ball schon wieder im Netz.

Atubolu ließ einen harmlosen Schuss von Ibrahimovic aus den Fingern gleiten, Fellhauer staubte aus Nahdistanz ab. Als auch noch der eingewechselte Claude-Maurice mit einem platzierten Schuss ins Eck traf, war die Partie entschieden. Rieder erzielte dann mit einem traumhaften Freistoß-Tor den Endstand. (Eric Dobias, dpa)

Reaktionen nach der Partie

Markus Krösche: Die erste Halbzeit war richtig gut, die Intensität war hoch, wir haben uns gute Möglichkeiten herausgespielt, wenig zugelassen. Mit dem Doppelschlag sind wir sind gar nicht mehr richtig ins Spiel gekommen und haben das aus der ersten Halbzeit nicht mehr auf den Platz gebracht und am Ende gegen effektive Augsburger leider verloren. Wir sind momentan nicht stabil genug. Zum einen dürfen zwei so schnelle Gegentore nicht passieren, zum anderen wir aber auch danach nicht den Faden verlieren. Wir haben es nicht geschafft, bei uns zu bleiben. Das hat Augsburg ausgenutzt. Wir haben junge Spieler und Eigengewächse wie Elias Baum, denen wir vertrauen. Wir haben verloren, müssen aber nicht alles komplett in Frage stellen. Wir haben einen neuen Spielansatz, eine neue Zentrale. Es geht nur übers Training und um Zeit.

Adi Hütter: Die erste Halbzeit war genau der Fußball, den ich mir vorstelle. Ein Spiel hat aber 90 und nicht nur 45 Minuten, mit nur einer Halbzeit gewinnt man in der Bundesliga kein Spiel. Wir müssen unsere Chancen in der ersten Hälfte nutzen. Dass dann aus fast keiner Chance zwei Tore fallen, ist sehr selten, das war sehr bitter für die Mannschaft. Was wir tun müssen, ist Stabilität reinzubringen, mit unseren Fans im Rücken weiter nach vorne spielen und auch mal was erzwingen. Wir haben aber nicht mehr ins Spiel gefunden und waren auch weit weg von dem, was ich sehen möchte. Unsere Organisation hat nicht mehr gepasst, ich habe zudem keine wirklich gute Chance mehr gesehen. Augsburg hat es gut gemacht. Wir können nicht in zwei Spielen sieben Gegentore kassieren, in Berlin und gegen Augsburg haben wir eine Führung aus Hand gegeben. Das müssen wir schnellstmöglich abstellen. Wir müssen physisch noch besser werden. Wir sind in einem Prozess, der aktuell sehr unangenehm ist. Wir müssen das schnellstmöglich aus den Köpfen bekommen.

Jonathan Burkardt: Du kommst aus der Halbzeit und auf einmal steht es 1:2 und du weißt gar nicht so wirklich, was passiert ist. Die ersten beiden Gegentore haben echt wehgetan. Sehr bitter. Dann noch das 1:3 und 1:4 zu kassieren, muss einfach nicht sein. Da müssen wir erstmal beim 1:2 bleiben und versuchen, in der letzten Viertelstunde oder so auf den Ausgleich zu gehen. Augsburg war in der zweiten Hälfte deutlich reifer. Das kann schon mal passieren, wir befinden uns als junge Mannschaft in einem Prozess. Der Umbruch war groß. Trotzdem sollte es nicht passieren, dass wir zu Hause 1:4 verlieren. (Quelle: eintracht.de)

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3 Kommentare
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  1. Früh desillusioniert. Erstmal 40 Punkte sichern. Mainz wird schwööör.

  2. JG555Pflichtspiele

    FCA, SCF, MZ05 -viel Ruhe in und um die Vereine = viel Erfolg !

  3. Ist das alles bitter. Und dann noch dieser Torwartfehler.

    Wie kommen die da raus aus diesem grauenhaften Murmeltiertag?

    Keine Ahnung…

 

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