Länderspiel „Nicht alles schlecht“
Montag, 05.10.26 um 02:18 Uhr | 18 Kommentare
Das Rückspiel in Thessaloniki ähnelt dem 0:1 in Augsburg. Klopps zweiter Kader rennt unermüdlich an, die Griechen verteidigen im tiefen Block. Am Ende steht ein 0:0 – zu wenig.
Jürgen Klopp klatschte nach dem nächsten Griechen-Frust seine Spieler ab und klopfte Florian Wirtz ermutigend auf die Brust. Die Revanche ist missglückt – der neue Bundestrainer hat mit der Fußball-Nationalmannschaft nicht in die Erfolgsspur gefunden. Eine Woche nach dem 0:1 in Augsburg reichte es im schnellen Rückspiel in Thessaloniki nur zu einem torlosen Unentschieden.
Klopp aber zeigte sich hinterher „sehr zufrieden“ mit der Vorstellung der deutschen Nationalmannschaft. „Die Jungs haben ein unglaubliches Fußballspiel gemacht, das in allen Bereichen top war, richtig top war“, sagte der Bundestrainer bei RTL.
„Ich glaube, wir haben ziemlich viel Druck aufgebaut. Wir haben am Ende einfach das scheiß Tor nicht gemacht. Ist ärgerlich, trotzdem können wir zufrieden sein, wie wir gespielt haben“, sagte Kapitän Wirtz. „Es war sehr, sehr viel Gutes dabei. Es ist natürlich jetzt nicht alles schlecht.“
Klopp kommt damit bei seinem Vier-Spiele-Start in der Nations League nur auf fünf Punkte und rangiert in Gruppe 2 auf Platz drei hinter den Niederlanden und Griechenland. Das würde nicht zum Einzug ins Viertelfinale reichen.
Mitte November geht es für Klopp mit den Gruppenspielen in Serbien und zum Abschluss in Berlin gegen die Niederlande weiter. Dann wird der 59-Jährige nicht mehr mit zwei Kadern und etlichen Neulingen experimentieren, sondern mit einem A-Team um Kapitän Joshua Kimmich den Sechs-Punkte-Endspurt anstreben. Der in der Abschlusstabelle womöglich ausschlaggebende direkte Vergleich mit den Griechen bei Punktegleichheit ist schon verloren.
„Die erste Halbzeit war wie aus einem Guss, aber die ganz klaren Abschlüsse haben vielleicht ein bisschen gefehlt“, sagte Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus. Zu Klopps erster kleinen Bilanz als neuer Chefcoach meinte er: „Man hat gesehen, dass die Mannschaft auf jeden Fall will, dass sie Spaß und Freude auf dem Platz hat. Die Punkteausbeute – damit können wir nicht zufrieden sein.“
Urbigs starker Reflex als Weckruf
Pfiffe und Buhrufe bei der deutschen Nationalhymne setzten gleich eine aggressive Tonlage im Stadion von PAOK Saloniki, das sich allerdings danach nicht als Hexenkessel entpuppte. Die Marschroute von Klopps Elf diesmal nur auf drei Positionen veränderter Startelf ohne Länderspiel-Neuling war klar. Sie hieß: Anknüpfen an das dominante 2:0 gegen Serbien drei Tage zuvor in München.
Da hatte Jonas Urbig im Tor sein Debüt gegeben. Und Bayerns Nummer zwei durfte überraschend erneut ran – und stand dabei sofort im Fokus. Beim ersten griechischen Angriff über die linke Seite kam Giorgos Masouras völlig frei im Strafraum zum Kopfball. Urbig kratzte den Ball mit der Hand von der Linie – ein spektakulärer Reflex (2.). Es war ein Weckruf für Urbigs Vorderleute.
Außenverteidiger David Raum sowie die Angreifer Lennart Karl und Jonathan Burkardt waren Klopps Neue in der DFB-Elf, die danach das Kommando auf dem Rasen übernahm. Unverändert gelassen hatte der Bundestrainer das gegen die Serben so spielstarke und entscheidende Mittelfeld-Trio mit den beiden Torschützen Tom Bischof und Florian Wirtz sowie Aleksandar Pavlovic.
Kapitän Wirtz geht voran
Der 23-jährige Wirtz führte die DFB-Elf in seinem 48. Länderspiel erstmals als Kapitän an. Und der Spielgestalter des FC Liverpool hatte auch die erste gute Aktion. Sein Schuss wurde aber zur Ecke abgefälscht (8.).
Die Griechen, die im vierten Spiel innerhalb von zehn Tagen personell rotierten und unter anderem ohne den Dortmunder Konstantinos Karetsas begannen, verteidigten wieder tief und lauerten auf Konter. Beim 1:0 in Augsburg war die Taktik aufgegangen.
Klopp tigerte in seiner Coaching Zone umher und sah, wie sich seine unerfahrene Mannschaft abmühte, Löcher in den griechischen Abwehrblock zu fräsen. Eine Freistoßvariante mit einem wuchtigen Schuss von David Raum führte nicht zum Torerfolg (25.). Torwart Kostas Tzolakis riss die Fäuste hoch.
Burkardts Premieren-Tor kassiert der VAR
Sieben Minuten später jubelten Klopp und seine Spieler dann doch – aber nur kurz. Der klasse heraus gespielte erste Länderspieltreffer von Burkardt wurde nach Videobeweis einkassiert, weil Bischof im Mittelfeld vor seinem Pass auf den nicht nur in dieser Szene positiv auffallenden Linksaußen Derry Sherhant der Ball an die Hand gesprungen war.
Auch ein Volley-Abschluss von Wirtz trudelte in der Nachspielzeit am Tor vorbei. 13:1 Torschüsse für Deutschland hieß es zur Pause – das Ergebnis hieß aber 0:0.
Die Griechen kehrten mit BVB-Jungstar Kartetsas aus der Kabine zurück. Die Situation war unverändert. Ein Tor musste her. Wirtz blieb der Hauptinitiator. Aber es fehlte die Klarheit und auch die Coolness beim Abschluss wie beim Freiburger Scherhant (65.). Klopp brachte Nick Woltemade und Said El Mala als neue Offensiv-Optionen – die erhoffte Wirkung trat aber nicht ein.
Es drohte zudem stets der griechische Gegenschlag und Lucky Punch wie im Hinspiel. Urbig strahlte im Tor Sicherheit aus. Wird der 23-Jährige schnell zum Nummer-1-Kandidaten? Die Angst vorm Déjà-vu war beim DFB-Team jedenfalls spürbar. Die Angriffsaktionen der Gastgeber wirkten zielstrebiger, die Abwehr um den Dortmunder Waldemar Anton und Malick Thiaw von Newcastle United war intensiv gefordert. Im Vorwärtsgang verpuffte der deutsche Ballbesitz ohne zwingende Chancen. Philipp Treu schoss aus kurzer Distanz drüber (87.)
(Klaus Bergmann, Arne Richter und Ulrike John, dpa)

Hab schon schlechtere Kicks gesehen. Moin.
Schleierhaft, warum das Tor aberkannt wurde.
KI sagt: „Keine Unmittelbarkeit: Liegt zwischen dem unabsichtlichen Handspiel und dem Torerfolg eine größere Zeitspanne, mehrere komplexe Aktionen, ein Positionswechsel oder ein ganz normaler weiter Pass (ohne unmittelbaren Torbezug), läuft das Spiel weiter und das Tor zählt.“
Zumal strittig ist, ob man die Szene überhaupt als Handspiel pfeifen muss. Der Ball wird dem von oben auf den nur leicht abgespreizten Arm geköpft.
Merse, Du als erfahrener Meat Proxy, wie funktioniert das mit dieser Videotext-KI?
#duckunwech
Franzose…. Weißte Bescheid.
Der Schiri hat die Regel nicht gemacht.
Die Regel ist: „Ein Tor wird nach den offiziellen Fußballregeln nur dann wegen eines Handspiels im Vorfeld aberkannt, wenn der Torschütze selbst direkt mit der Hand/dem Arm trifft oder das Handspiel unmittelbar vor der Torerzielung durch den Torschützen oder einen Mitspieler erfolgt.
Beim Tor gab es halt keine „größere Zeitspanne“ und auch nicht „mehrere komplexe Aktionen“. Die Griechen waren nicht am Ball zwischen Ballgewinn und Torschuss. Daher kann man das Handspiel schon geben.
Das ist nicht ganz richtig. Wenn ein attackierender Spieler den Ball unmittelbar vor dem Tor mit der Hand berührt, egal ob es absichtlich oder nicht, zählt ein Tor nie.
Hier geht es aber um ein strafbares Vergehen, ähnlich Foulspiel, und da darf der VAR bis zum Beginn des Angriffs zurückgehen:
„ For decisions/incidents relating to goals, penalty/no penalty and red cards for denying an obvious goal-scoring opportunity (DOGSO), it may be necessary to review the attacking phase of play which led directly to the decision/incident; this may include how the attacking team gained possession of the ball in open play“
https://www.theifab.com/laws/2.....pen%20play
Die Regel ist trotzdem Mist, weil bei der WM diese „Angriffsphase“ komplett willkürlich ausgelegt wurde. Würde auch bezweifeln, dass das gestern ein strafbares Handspiel war, da es aus kürzester Entfernung passierte. Schade, hätte Jonny das Tor gegönnt.
Ermessensspielraum….
Ich fand den Anton gestern wirklich gut, wie er den Laden zusammengehalten hat. Und ich freue mich grundsätzlich, dass das Guardiolagekicke so langsam aber sicher als Grundform bei uns dahinschwindet.
Morche
das war kein Hände. Deer Ball fällt dem doch aus dem Gewühl an den Arm.
Außerdem, wenn man zu der Szene zurück geht, war das Foul von dem Griechen, der wie irre in die Leute reinspringt. Nur dadurch kamm es überhaupt dazu, dass der Ball an die Hand kam.
Unserm Johnny das Tor geklaut haben die!
Die Stimmung ist jedenfalls besser als die Ergebnisse. Muss man auch erst mal schaffen. Da kann sich die Politik eine Scheibe von abschneiden.
Bei uns ist die Stimmung auch besser als fünf Punkte nach vier Spielen erwarten ließen.
Es gibt Trainer, denen man die Zuversicht glaubt. Wobei sich das bei Kloppo, der nur noch zwei Spiele hat, um das Minimalziel zu erreichen, schneller erledigen kann als bei Hütter, der noch länger Zeit hat und zusätzlich in zwei Wettbewerben vertreten ist.
Hat in Susen letzten beiden Spielen jemand Kimmich vermisst?
Ich habe den dynamischen, nach vorn agierenden Kimmich der früheren Jahre vermisst. Aber das nicht erst seit den letzten zwei Spielen.
Als Fußballer ist Kimmich unvollendet geblieben. Die gtroßen Bayernspieler hatten nach den Phasen als junge Hochtelantierte und etablierte Stars ihre große Zeit als überragende Könner. Das letzte ist bei ihm ausgeblieben.