Remis Stille nach Notarzteinsatz
Sonntag, 08.11.26 um 04:30 Uhr | 17 Kommentare
Burkardts Hacke rettet Frankfurt: Frankfurt trifft spät und spektakulär in Paderborn. Das Spiel wird jedoch von einem Notarzt-Einsatz im Fanblock überlagert.
Ein Hackentor von Jonathan Burkardt hat Eintracht Frankfurt noch einen späten Auswärtspunkt in der Fußball-Bundesliga beschert. Der Stürmer traf in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 2:2 (1:1) beim SC Paderborn. Die Vorlage gab der eigene Torwart Noah Atubolu. Die Eintracht spielte zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl, weil Elias Baum zuvor Gelb-Rot gesehen hatte (75.).
Die Partie wurde von einem medizinischen Notfall im Frankfurter Gästeblock überlagert. Beide Fangruppen verzichteten 90 Minuten lang auf eine lautstarke Unterstützung ihrer Teams.
Burkardt hatte die Eintracht schon in der 23. Minute in Führung gebracht. Raphael Obermair (45.) und Marvin Pieringer per Foulelfmeter (73.) trafen für den starken Aufsteiger.
Das Pikante an dem Doppel-Torschützen der Eintracht war: Burkardt erhielt am Vortag keine Einladung zur deutschen Nationalmannschaft – und traf. Vorgezogen wurde ihm von Bundestrainer Jürgen Klopp ausgerechnet sein Frankfurter Sturmkollege Younes Ebnoutalib. Der saß in Paderborn aber nur auf der Bank.
Frankfurt-Fan im Krankenhaus
15.000 Zuschauer in der Home Deluxe Arena blieben zeitweise völlig still. Auslöser für den Notarzteinsatz war ein Anhänger der Eintracht, der im Gästeblock nach unten stürzte, sich am Kopf verletzte und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Der Paderborner Stadionsprecher bat darum, „den Stimmungsbogen heute gesenkt zu lassen. Wir hoffen das Beste für den Frankfurter Fan.“
Paderborner Fans hängten noch in der Halbzeitpause ein Plakat mit der Aufschrift „Gute Besserung“ im Stadion auf.
Hütter: „Gedanken sind bei unserem Fan“
Frankfurts Trainer Adi Hütter bedankte sich ausdrücklich für das Verhalten und die Solidarität der Gastgeber. „Ich fand das großartig“, sagte er. „Für mich ist der Sport und das Ergebnis heute etwas in den Hintergrund geraten. Unsere Gedanken sind bei unserem Fan.“
Eintracht-Kapitän Robin Koch wünschte dem Fan „von der ganzen Mannschaft gute Genesung und dass er ganz schnell wieder auf die Beine kommt.“ Die Atmosphäre aus der Sicht der Spieler beschrieb der Innenverteidiger so: „Du weißt nicht, was passiert ist. Aber du merkst, dass irgendwas nicht stimmt. Da merkt man dann wieder, dass es wichtigere Dinge als das Spiel und den Fußball gibt.“
Wechselnde Phasen
So gedrückt die Stimmung auch war: Das Spiel verlief von Beginn an sehr munter – und das mit wechselnden Drangphasen.
Frankfurt begann stark und hatte durch Lilian Brassier (5.) und Ritsu Doan (6.) die ersten Chancen. Paderborn setzte der Eintracht mit griffiger Spielweise und starkem Pressing aber immer mehr zu.
In der 13. Minute musste Frankfurts Torwart Atubolu einen schönen Schlenzer von Gabriel Vidovic parieren. Auch der zu diesem Zeitpunkt überraschende Rückstand brachte Paderborn nicht aus dem Konzept. Stefano Marino traf nur fünf Minuten später die Latte (28.).
Großchancen auf beiden Seiten
Frankfurt hatte durch Doan (27.) und Fares Chaibi (37.) noch zwei gute Möglichkeiten zum 2:0. Der Ausgleich durch den völlig allein gelassenen Obermair war jedoch verdient – und das Paderborner 2:1 gleich nach der Pause ganz nah: Aus nur drei Metern Torentfernung grätschte Ruben Müller den Ball am Tor der Eintracht vorbei (51.).
Doch in einem blieb sich dieses Spiel treu: Wieder wechselte danach gleich zweimal das Momentum. Chaibi traf für die Eintracht nur den Pfosten (55.). Auch Burkhardt hatte noch eine gute Chance zum 2:1 (61.).
In der 64. Minute wechselte Trainer Adi Hütter auch noch beide Frankfurter Fanlieblinge ein: Nationalstürmer Ebnoutalib und Toptalent Niko Ilicevic. Der 16-Jährige hatte erst am vergangenen Wochenende sein Bundesliga-Debüt gefeiert.
Das erste Tor der zweiten Halbzeit fiel aber auf der anderen Seite: Der ständige Unsicherheitsfaktor Brassier stellte Pieringer im Strafraum ein Bein. Und der gefoulte Stürmer verwandelte den Strafstoß selbst. In Unterzahl drängte die Eintracht noch einmal auf den Ausgleich – und der fiel nach einem Eckball. Torwart Atubolu gab die Kopfball-Vorlage, Burkardt hielt die Hacke hin. (Sebastian Stiekel, dpa)
Sachma …
Guten Morgen aus Wien. Unser defensives Mittelfeld bleibt skhiriesk und ich würde mir Maluze öfters mal neben Koch wünschen. Ansonsten: Danke, Jonny. Du bist der Beste.
Ach und Päuschen für Doan, dafür dann gerne Doppelspitze.
Jetzt ist ja glücklicherweise erstmal Pause für alle.
Mittelfeld hatte mit dem 2. Gegentor nicht so viel zu tun. Brassier foult völlig unnötig im Strafraum.
1. Gegentor fiel durch Knauff verursacht. Der war gestern ziemlich neben der Spur….
Gewürge
https://maintracht.blog/2026/1.....errumpelt/
ZITAT:
„Brassier foult völlig unnötig im Strafraum.“
Schau es Dir einfach nochmal an. Ilicevic verliert den Ball unnötig in der generischen Hälfte, dann kommt über das halbe Feld bis in den Strafraum keiner in den Zweikampf und dann kommt Brassier zu spät und rutscht in den Mann. Er hatte nie die Absicht zu foulen, er kam zu spät. Die entscheidenden Fehler geschahen viel weiter vorn.
Dass wir nach Ballverlusten insgesamt offen wie ein Scheunentor sind, ist ja mittlerweile leider ein bekanntes Muster. Ich denke nicht, dass das an Einzelpersonen liegt.
Morsche, erstaunlich dass die Paderborner den Intensitätslevel für ihr aggressives Dauerpressing bis zur (Gott sei Dank nur vor-)letzten Minute durchhalten konnten, was für Duracell Aggrohasen.
Beim Thema Entscheidungsschnelligkeit und Passpräzision unter Druck ist schon noch ein bisschen Luft nach oben – wenn man dort hin will.
Schon erstaunlich dass der Aufsteiger eine bessere Passquote (80%) als die Unseren hatte (77%), deren Laufleistung war ebenfalls höher. Alte Binse, ohne die berühmten 100% geht normalerweise nix, insofern müssen und können wir mit diesem Punkt wohl ziemlich zufrieden sein.
It’s a long way to the top..,.
Von der heitereren Seite betrachtet war es immerhin das erste Mal überhaupt in der Geschichtsschreibung dass wir wenigstens einen Punkt von dem Paderborner Kryptonitacker mitnehmen konnten, hossa ;)
Und so ein Ausgleichstor in der allerletzten Minute ist dann letztendlich doch schon ein ganz annehmbarer Stimmungsaufheller.
Jetzt muss man nur intensiv die Daumen drücken dass Nnamdis Formkurve weiter nach oben zeigt, zuletzt immerhin von „katastrophal“ nach „naja geht so“, sonst wird es gegen die Hoppenheimer ganz ganz schwer.
„durch Knauff verursacht“
Klar, die Ecke war saublöd, wie so vieles gestern (hab’s grad nochmal gesehen und mich gleich wieder geärgert). Aber danach kam noch ein „Befreiungsschlag“ direkt zum freistehenden Gegner. Abgesehen davon dass im Umkreis von 10 m um den Torschützen kein Frankfurter mehr war.
Dringender Wunsch an den Weihnachtsmann: ich hätte gerne einen bissigen Rechtsverteidiger unterm Weihnachtsbaum, vielleicht hat der Adi da einen von wenigstens Brassierformat auf dem Radar.
Den Baumi darf man ruhig auf der linken Seite machen lassen, trotz des gestrigen jugendlichen Leichtsinnsfehlers.
@11
Das wäre auch Knauffis Aufgabe gewesen, wäre wohl viel besser man hätte ihn gleich nach seinem Schläfentreffer ausgewechselt.
Naja, hinterher ist man natürlich immer schlauer.
„… was für Duracell Aggrohasen.“
Den Athletiktrainer der Paderborner sollte man mal im Auge behalten. (Gibt es eigentlich auch Zweikampftrainer?)
Natürlich macht Ilicevic den Fehler im Mittelfeld. War aber auch so, dass die Mitspieler in der Vorwärtsbewegung waren und nicht gedankenschnell wieder zurück kamen. Trotzdem war Brassier der letzte Spieler, der das Tor hätte verhindern können. Stell dir mal vor, dass es jedesmal einen Elfer oder einen Gegentreffer gibt, wenn im Mittelfeld der Ball verloren wird..
Für mich hat Hütter auch seinen Anteil daran, dass es an allen Ecken und Enden klemmt. Stellungsspiel, Passgenauigkeit, Umschaltspiel….hier hapert es an allen Ecken und Enden.
Sorry doppelt