Heimpleite „Teil des Prozesses“

Foto: Tom Weller/dpa
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Jürgen Klopp bedauert die enttäuschte Euphorie der Fans, sieht aber im Nations-League-Fehlstart einen wichtigen Schritt im Entwicklungsprozess der DFB-Elf.

Bundestrainer Klopp hat nach seinem verlorenen Heimdebüt die Verantwortung für die 0:1-Niederlage gegen Griechenland auf sich genommen. „Es ist Teil des Prozesses, absolut. Die Aufstellung, die Zusammensetzung, die vielen Wechsel – das geht alles zu 100 Prozent auf meine Kappe“, sagte der 59-Jährige nach dem Nations-League-Spiel in einem ARD-Interview.

Das Zustandekommen dieser überraschenden Niederlage relativierte Klopp jedoch. „Wir sind eine Woche zusammen. Treffen auf einen defensiven Gegner. Sind eine neu zusammengewürfelte Truppe. Und dann müssen wir Abläufe haben“, sagte der Bundestrainer. „Dass wir jetzt hier einen tiefstehenden griechischen Gegner nicht komplett auseinandernehmen, das war klar. Das Spiel heute nicht hoch zu gewinnen oder nicht zu gewinnen, damit hätte ich wirklich leicht leben können. Verlieren darfst du es nicht.“

Klopp tut es leid um die Euphorie

Nach zwei Spielen mit dem neuen Hoffnungsträger des deutschen Fußballs steht die deutsche Nationalmannschaft mit nur einem Punkt lediglich auf Platz drei der Nations-League-Gruppe 2. Nächste Gegner sind Serbien (Donnerstag, 20.45 Uhr) und danach am Sonntag schon wieder die Griechen – diesmal nur auswärts.

Um die Euphorie unter den deutschen Fans tue es ihm „total leid“, sagte Klopp. Aber: „Für mich ist das kein Problem. Ich hab‘ in meinem Leben viel mehr Spiele verloren, als ich wollte. Solange du die richtigen Schlüsse daraus ziehst, ist das am Ende auch nur eine Information wie ein Sieg. Entwicklung versteht jeder. Nur sollten die Schritte größer und schneller vonstattengehen.“

Das DFB-Team in der Einzelkritik

Im zweiten Spiel unter dem neuen Bundestrainer wird Kapitän Joshua Kimmich zum Pechvogel. Im Angriff wirbelt gegen Griechenland Karim Adeyemi, bleibt aber wieder ohne Torglück.

Nübel: Im vierten Länderspiel lange nur mit dem Fuß gefordert. Beim Gegentor machtlos. Muss jetzt bei Besiktas Istanbul in Klopps Blickfeld bleiben.

Vagnoman: Bestätigte seine VfB-Form. Aufmerksam und mit gutem Timing in den Tacklings. Nach Treu die zweite gute Option hinten rechts für Klopp.

Bisseck: Ein Brocken. Bei Inter ist er zu einem Topverteidiger gereift. Ließ sich auch von der frühen Verwarnung (17.) im Dauerduell mit Tetteh nicht beirren.

Tah: Auf den Abwehrchef war Verlass. Organisierte die Defensivkette und ließ sich von Pavlidis nicht überrumpeln. Er ist eine Fixgröße beim Neuaufbau.

Brown: Der Neu-Münchner wurde auf der linken Außenbahn vom Dortmunder Karetsas enorm gefordert. Das ging auf Kosten der Offensivaktionen.

Kimmich: Der Kapitän war Dreh- und Angelpunkt. Guter Freistoß (53.), aber dann ein krasser Fehlpass (67.) und der Pechvogel beim Gegentor.

Nmecha: Seine Physis ist ein Plus. Öffnete immer wieder Räume für das Angriffsspiel. Konnte in der Schlussphase aber auch nicht mehr zusetzen.

Conté: Ein Debüt ohne jede Nervosität. Suchte den Abschluss (2./49.). Zeigte, warum Klopp seine „Ballklau-Mentalität“ zwischen den Linien schätzt.

Adeyemi: Wieder kein Tor, aber viele gute Szenen. Hätte seinen Sprint über 70 Meter (27.) krönen müssen. Kam über die linke Seite gefährlicher ins Spiel.

Ebnoutalib: Der Frankfurter war im Sturmzentrum vom Spiel abgeschnitten. Zwischen den griechischen Abwehrhünen fand er keinen Raum.

Schade: Das Tempo ist enorm, der Einsatz vorbildlich. Aber der Ertrag stimmt noch nicht. Seine Aktionen enden im Nichts. Schade.

Burkardt: Bildete in der Schlussphase mit Ebnoutalib eine Eintracht-Doppelspitze. Torgefahr zeigte er nicht.

Wirtz: Nach einer Trainingseinheit als 25-Minuten-Joker aufgeboten. Ein Schuss ging weit drüber. Seinen Zauber muss er in den nächsten Spielen zeigen.

Gnabry: Der Münchner füllt sein Minuten-Konto als Joker in der Schlussphase weiter auf. Die Niederlage konnte auch er nicht mehr abwenden.

Stach: Der Leeds-Profi bekam von Klopp wieder einen Kurzeinsatz. Die Konkurrenz auf seiner Position im Mittelfeld ist aber sehr groß.

Behrens: Debüt vor Heimpublikum. Der Augsburger durfte als fünfter Klopp-Neuling für ein paar Minuten aus Außenverteidiger vorspielen.

(Arne Richter, Klaus Bergmann, Sebastian Stiekel/dpa)

Ein Kommentar
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  1. Broncos win! Yes !!!!

 

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