Redline Day Ebnoutalib beendet Leidenszeit

Foto: IMAGO/Jan Hübner
Foto: IMAGO/Jan Hübner

Gerüchte um Sportvorstand Markus Krösche, ein gefeierter Stürmer und eine wackelige, junge Abwehr: Eintracht Frankfurt erlebt einen turbulenten Saisonstart in der Fußball-Bundesliga.

Der Name Bernd Nickel sagte Younes Ebnoutalib erst einmal nichts. „Ich bin nicht so gut im Namen merken“, räumte der Dreifach-Torschütze von Eintracht Frankfurt ein. Ansonsten hätte der Stürmer wohl gewusst, dass es sich hierbei um eine Vereinslegende handelt, die 1977 ebenfalls am 1. Bundesliga-Spieltag drei Tore erzielte.

Damals hieß der Gegner 1. FC Saarbrücken und das Spiel endete 4:0. Diesmal traten die Hessen beim 1. FC Union Berlin an und mussten sich nach zwei späten Gegentoren noch mit einem 3:3 zufriedengeben. „Natürlich freue ich mich über meine drei Tore, aber schöner wäre es gewesen, wenn wir am Ende noch gewonnen hätten“, sagte Ebnoutalib.

Der 22-Jährige dürfte vom temporeichen Power-Fußball profitieren, den Trainer-Rückkehrer Adi Hütter durchsetzen will.

Deutlich stabiler muss hingegen die Defensive werden. Schon in der Vorsaison wackelte die Abwehr gewaltig. Gegen Union war Kapitän Robin Koch (30) der einzig erfahrene Akteur in der Viererkette – und gut zehn Jahre älter als Keita Kosugi (20), Jeremiaha Maluze (21) und Elias Baum (20). Torhüter Noah Atubolu war bei seinem Debüt im Eintracht-Trikot bei allen drei Gegentoren chancenlos. Lilian Brassier könnte die löchrige Abwehr stabilisieren – der Profi von Stade Rennes soll kurz vor Unterschrift in Frankfurt stehen.

Krösche zu den Trennungsgerüchten

Gut möglich, dass das nicht der einzige Transfer bis zum Ende der Wechselperiode bleibt. „In den letzten Tagen passiert ja immer bisschen was“, kündigte Sportvorstand Markus Krösche an, ohne Details zu nennen. Der 45-Jährige sprach freilich über neue Spieler, dabei ist er es, um den es momentan die lautesten Gerüchte gibt.

Wie verschiedene Medien berichten, könnte Krösches Ära bei den Hessen schon im September enden. Dabei werden nicht nur die verkorkste Vorsaison, sondern auch angebliche Unstimmigkeiten mit Hütter und der Flirt mit AC Mailand als mögliche Gründe angeführt.

Hütter: „Sehr ordentliches“ Verhältnis mit Krösche

„Wir sprechen über Fußball“, antwortete Krösche ausweichend auf Fragen der Journalisten nach dem Spiel bei Union. Auch Hütter wollte die Berichte nicht groß kommentieren, beschrieb das Verhältnis als „sehr ordentlich“. Immerhin äußerte sich Frankfurts Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender Mathias Beck gegenüber dem „Kicker“ etwas deutlicher.

„Fakt ist, er hat einen laufenden Vertrag, sich vor zwei Monaten klar zu Eintracht Frankfurt bekannt und befindet sich mit seinem Team auf der Zielgeraden des Transferfensters. Es besteht also kein Anlass, über die Zukunft von Markus Krösche zu spekulieren“, stellte Beck klar. Am Mittwoch steht eine turnusmäßige Aufsichtsratssitzung an. „Selbstverständlich wird es um alle Themen des Sommers, auch um die sportlichen gehen“, erklärte Beck weiter.

Ebnoutalib sucht den Spielball

Klingt erst einmal nicht nach einem Abschied. Und doch ließ Krösches ausweichende Antwort viel Raum für Spekulationen. Ist der 45-Jährige vielleicht kein Frankfurter mehr, wenn Ebnoutalib in den nächsten Wochen weiter auf Torejagd geht?

Für Ebnoutalib war der Dreierpack gegen Union jedenfalls ein wichtiger Schritt nach einer schwierigen Zeit. Der Stürmer war im Januar von der SV Elversberg zu seinem Heimatverein nach Frankfurt gewechselt und traf gleich in seinem ersten Spiel gegen Dortmund. Eine Woche später zog er sich einen Innenbandriss zu. Als der 22-Jährige im März wieder fit war, kam er unter dem damaligen Trainer Albert Riera nicht zum Einsatz.

Der gelungene Auftakt war für Ebnoutalib daher auch mental wichtig. „Es gibt einem Selbstbewusstsein. Trotzdem weiter Gas geben. Nicht darauf ausruhen“, formulierte der Offensivspieler sein Saisonziel. Zunächst wollte er den besonderen Moment aber genießen – und den Spielball mitnehmen. „Ich habe nachgefragt. Ich weiß gerade nicht, wo er ist“, sagte Ebnoutalib und suchte.

Eintracht verleiht Theate

Kurz vor Ende der Transferphase hat die Eintracht ihren Kader weiter verschlankt. Die Hessen verleihen den belgischen Nationalspieler Arthur Theate an den FC Bologna. Der italienische Erstligist, für den Theate bereits in der Saison 2021/22 spielte, sicherte sich zudem eine Kaufoption.

Der 26 Jahre alte Abwehrspieler kam 2024 von Stade Rennes zur Eintracht, für die er 75 Pflichtspiele absolvierte. Im Sommer spielte er mit Belgien auch bei der WM. In den Planungen von Eintracht-Trainer Adi Hütter spielte Theate in dieser Saison aber keine Rolle mehr.

„Wir bedanken uns bei Arthur für die vergangenen beiden Jahre und seinen Einsatz im Trikot von Eintracht Frankfurt. Er hat sich schnell zu einem wichtigen Bestandteil unserer Mannschaft entwickelt. Wir wünschen ihm eine erfolgreiche Saison in Bologna“, wird Sportdirektor Timmo Hardung in einer Mitteilung des Clubs zitiert. (Jordan Raza, dpa/red)

Schlagworte: , ,

9 Kommentare
KOMMENTIEREN »

  1. JG555Pflichtspiele

    D-Day SGE ! Auf jetzt.

  2. Der ist doch erst morgen, oder?

  3. Da können ja noch ein paar Spieler Good Bye sagen….

  4. https://www.sport.de/news/ne17.....-geplatzt/

    19 Mio!!! Das wird ja immer absurder mit der Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

  5. Wurde bereits gestern thematisiert, Tim.

  6. Morsche.
    Gestern Abend ging es ja um die stillen Mitleser.
    Auf der gestrigen Heimfahrt sprach mich im ICE mein ruckwärtiger Sitznachbarn an. Er schaute wohl auf mein Handy und sagte, „Blog-g, da schaue ich auch immer rein!“

  7. Wir sind berühmt :-)

  8. Ich befürchte Larsson wird uns noch verlassen, was ich sehr schade finde. Nach wie vor fehlt ein IV, ein LIV und ein Stürmer. Dafür muss wohl Geld reinkommen.

 

KOMMENTIEREN

Bitte beachten Sie unbedingt die Regeln