Abschied „Eine besondere Reise“
Dienstag, 20.10.26 um 04:27 Uhr | 19 Kommentare
Gut fünf Jahre lang war Markus Krösche als Sportvorstand für die personellen Geschicke bei Eintracht Frankfurt verantwortlich. Beim Abschied kämpft er mit seinen Emotionen.
Markus Krösche hat nach der Trennung von Eintracht Frankfurt einen stilvollen und hochemotionalen Abgang hingelegt. Der bisherige Sportvorstand des Fußball-Bundesligisten verabschiedete sich am Vormittag zunächst von der Mannschaft und dann am Abend bei der Mitgliederversammlung sichtlich bewegt von den Fans.
„Die letzten Tage waren nicht einfach für mich. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht mehr das Beste für Eintracht Frankfurt machen kann, weil mir die Durchschlagskraft fehlt. Es war nicht einfach, das auszusprechen, weil wir fünf extrem erfolgreiche Jahre hatten“, sagte der mit den Tränen kämpfende Krösche.
Eintracht eine „Marke in Europa
Danach rief er den mehr als 1.300 anwesenden Mitgliedern in der Frankfurter Jahrhunderthalle, die ihn mit stürmischem Applaus verabschiedeten, zu: „Ihr habt mir gezeigt, was es bedeutet, ein Traditionsverein zu sein. Es war eine besondere Reise. Dafür bin ich extrem dankbar. Ich werde immer ein Eintrachtler bleiben.“
Eintracht-Präsident und Aufsichtsratschef Matthias Beck würdigte Krösches Arbeit für die Hessen in den vergangenen fünf Jahren. „Mit deinem Namen für immer verbunden bleiben wird der Gewinn der Europa League 2022 und der Einzug in die Champions League als Höhepunkt von vier aufeinanderfolgenden Teilnahmen an internationalen Wettbewerben. Du hast die Eintracht zu einer Marke in Europa gemacht“, sagte Beck.
Geht Krösche nach Mailand?
Zu seinen Zukunftsplänen äußerte sich Krösche bei seinem Auftritt nicht. Laut italienischen Medien soll die AC Mailand ihre Bemühungen um den 46-Jährigen wieder intensiviert haben. Der Europa-League-Starter wollte den Top-Manager schon im Sommer als „Head of Football“ verpflichten. Damals entschied sich Krösche jedoch für einen Verbleib in Frankfurt.
Krösche sorgt für Assstiegsklausel
Sollte es jetzt klappen, würde auch die Eintracht davon profitieren. Denn auf Initiative von Krösche hat der Verein laut übereinstimmenden Medienberichten eine Ausstiegsklausel in die Freistellungsvereinbarung aufgenommen. Heißt im Klartext: Will ein Club Krösche vor Sommer 2027 verpflichten, wird eine Ablöse in Höhe von fünf bis sieben Millionen Euro fällig.
Eintracht sucht neuen Sportchef
Wer Krösche als Sportvorstand bei den Hessen beerbt, ist derzeit offen. Vorerst bekleidet Aufsichtsratschef Axel Hellmann interimsmäßig den Posten. Als Wunschlösung für das Amt gilt nach Informationen des Pay-TV-Senders Sky der frühere Eintracht-Profi Christoph Spycher (Young Boys Bern). Der 48-Jährige trug zwischen 2005 und 2010 insgesamt 149 Mal das Eintracht-Trikot.
Weitere Kandidaten sollen Joti Chatzialexiou vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg, Benjamin Weber (FC Augsburg), Fredi Bobic (Legia Warschau) und Pirmin Schwegler (VfL Wolfsburg) sein. Letztere arbeiteten in der Vergangenheit schon einmal für die Frankfurter.
Beck bleibt Präsident
Wie erwartet wurde bei der Versammlung Matthias Beck im Amt bestätigt. Beck, der seit Februar 2024 an der Spitze des Vereins steht, war der einzige Kandidat. Seit gut zwei Jahren ist er zudem Aufsichtsratschef der Eintracht Frankfurt Fußball AG.
Beck hatte vor gut 32 Monaten die Nachfolge des langjährigen Präsidenten Peter Fischer angetreten. „Es ist mir eine Ehre, diesen Verein für weitere vier Jahre zu führen. Ich übe dieses Amt mit großer Begeisterung aus und freue mich auf alles, was kommt“, sagte der Unternehmer nach seiner Wiederwahl.
Erfolgreiche Arbeit soll fortgesetzt werden
Unter Becks Führung ist die Mitgliederzahl um gut 20.000 auf mehr als 160.000 gestiegen. Auch finanziell steht die Eintracht gut da. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 stiegen die Gesamterträge des Vereins außerhalb des Fußballs um knapp 8,5 Millionen Euro auf 27,7 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern betrug rund 2,67 Millionen Euro.
Beck kündigte an, sich dafür einsetzen zu wollen, künftig „noch mehr Menschen für den aktiven Sport zu gewinnen“. Vorrangige Zielgruppen seien dabei Kinder und Senioren. Zugleich kündigte der Eintracht-Präsident den kontinuierlichen Anstieg von Investitionen für Trainerstellen sowie die Sanierung und Neuerrichtung von Sportstätten an.
Hellmann zum Stadion
Eintracht Frankfurt plant eine deutliche Erhöhung der Zuschauerkapazität in der heimischen Arena. „Es ist das entscheidende Zukunftsprojekt in den nächsten zehn Jahren. Die Frage lautet: Neubau oder Erweiterung“, sagte Frankfurts Vorstandsvorsitzender Axel Hellmann.
Derzeit finden gut 60.000 Fans in der Frankfurter Arena Platz. „Wir haben momentan das acht-erfolgreichste Stadion der Welt im Hinblick auf Veranstaltungen und das Gesamt-Zuschaueraufkommen. Das muss auch unser Anspruch für die Zukunft bleiben“, sagte Hellmann.
Mehr Stehplätze
Ob man die Kapazität auf 70.000, 75.000 oder gar 80.000 steigere, sei eine „Frage der Technik“. Das Potenzial habe der Verein „zweifelsfrei“, sagte der Vorstandsboss, der zugleich eine höhere Zahl an Stehplätzen versprach.
Erste Pläne liegen schon vor
Nach Ansicht der Eintracht-Führung ist eine Erhöhung der Stadionkapazität alternativlos. „Und wir müssen uns jetzt mit der Frage beschäftigen, wie wird das realisiert. Wenn wir das nicht tun, werden wir 2035, 2036 oder 2037 kein neues Stadion haben“, mahnte Hellmann. Die aktuelle Situation des Clubs – sowohl sportlich als auch wirtschaftlich – dürfe bei dieser Entscheidung keine Rolle spielen.
Pläne schon bald öffentlich
Die ersten Planungen wolle der Verein der Stadt bereits Ende dieses Jahres vorstellen, kündigte Hellmann an. Die Öffentlichkeit soll dann im ersten Quartal 2027 informiert werden. „Danach beginnt die eigentliche Arbeit, denn wir müssen die baulichen, finanziellen und verkehrstechnischen Rahmenbedingungen sicherstellen“, sagte der 55-Jährige. (Eric Dobias, dpa)
Grazie mille, Markus!
Arrivederci!
@Merseburger – Monday Night Game – Football, wurde zum Schluss aber doch noch interessant.
Pipi in den Augen.
Auf die Ohren.
https://maintracht.blog/2026/1.....more-12045
Kann jemand etwas Genaueres zu den vorgelegten Finanzkennzahlen sagen?
ZITAT:
„@Merseburger – Monday Night Game – Football, wurde zum Schluss aber doch noch interessant.“
Ah ja. Nie gehört. Hätt‘ ich mir aber denken können, dass es mit AF zu tun hat. Beim AA :-).
Alles wie erwartet gestern, die Emotionalität Krösches ein weinig überraschend, kam aber nicht gestellt rüber. War auch für ihn eine intensive und lange Zeit. Abschließendes Urteil wird noch etwas warten müssen, aber so oder so hatte er große Erfolge.
Ansonsten war Beck etwas nervös, als der Antrag respektive der Änderungsantrag so ewig gebraucht hat – wollte sicher keine nervige Störung vor seiner Wahl. Schon verwunderlich, dass niemand von den Befürwortern in der Lage war den Änderungsantrag auf den Weg zu bringen. Und der halbe Saal samt Veranstaltungsleiter hat sich gedacht „Gute Güte, Beck – halt doch einfach die Klappe und lass uns schlicht die Stimmkarten heben“ weil praktisch alle im Saal kein Problem mit dem Antrag hatten. Auch das Vereinsmitglied Axel H. versuchte eine Brücke zu bauen, als er anmerkte der Antrag passt so für ihn.
Der Antrag hat eh nur Symbolwirkung, wie selbst der Antragsteller in seiner mündlichen Begründung anmerkte. Am Ende wurde ein Zusatz aufgenommen, der die Sache eher unkonkreter machte – naja, egal.
Nur ein Antrag, nur eine Wahl – man war um 22 Uhr durch, sauber.
Mal wieder bemerkenswert, gefühlt die Hälfte der aktiven Fanszene ist laut quatschend raus, als der Bericht des Verwaltungsrates begonnen hatte. Weil man sich am Ende halt einen Scheiß für den Verein als Ganzes interessiert, egal was man erzählt. Frech…aber natürlich hat man nichts gesagt vom Präsidium, die Wahl Becks stand ja noch an.
Konkret wurde es im Bericht der AG natürlich nicht. Soll nicht heißen dass Hellmann eine schlechte Rede gehalten hat, reden kann er. Aber es war jetzt auch nicht wirklich etwas erklärendes dabei. Bei ihm bin ich, wenn er erklärt dass man Leverkusen etc. leider Zeit geben muss, um die Sache mit 50+1 zu berichtigen. Wobei ich vermute man wird es ewig verschleppen und am Ende verwässern, so meine Befürchtung.
„Kann jemand etwas Genaueres zu den vorgelegten Finanzkennzahlen sagen?“
Bezüglich der AG?
Es wurden keine Zahlen vorgelegt.
Danke, @Laie
Morsche
mir gefällt, dass der Umgang miteinander bei allen inhaltlichen Holprigkeiten stets fair undrespektvoll geblieben ist. Bis zum Schluss bei der Verabschiedung offenbar. Das isrt nicht nur für das Innenklima wichtig, sondern sendet auch ein positives Signal nach Außen.
Unser Standing bei Ehemaligen scheint mir ausgesprochen gut. Das spricht für ein gutes Arbeitsklima.
Also: eine Ausnahme natürlich. Aber wenn ein Quertreiber wie Riera nicht reinpasst, hat man vielleicht auch was richtig gemacht.
Morsche.
Und ein Ergebnis von +2 Mio. wurde genannt. Nicht üppig, aber immerhin ein positives Ergebnis.
DUR hat in seinem heutigen Artikel gleichwohl auf die Notwendigkeit einer Verschlankung des Apparats Eintracht Frankfurt hingewiesen, der einfach zu hohe Kosten verschlingt.
Back-to-the-roots, sonst könnte es uns schnell wie Gladbach ergehen – war sein Credo.
ZITAT:
„DUR hat in seinem heutigen Artikel gleichwohl auf die Notwendigkeit einer Verschlankung des Apparats Eintracht Frankfurt hingewiesen, der einfach zu hohe Kosten verschlingt.“
Schon geil. Da werden zum kostenintensiven Teil, sprich AG, keine Zahlen vorgelegt, aber Durstewitz weiß, dass man verschlanken muss.
MNG=Monday Night Game
vrmtl.
Obschon das Eintracht Frankfurt seine Strukturen spürbar verschlanken muss, darf gleichwohl nicht an der sportlichen Qualität gespart werden.
Und zurück zum Tagesgeschäft: Stuggi erlebt, wie schwierig es ist, sich oben festzubeissen. Alle, die dachten, die sind an uns vorbeigetrieben, seien daran erinnert, wie schnell etwas anders gehen kann.
https://www.n-tv.de/sport/fuss.....33163.html
„Run-and-Gun“-Spiel muss ich mir merken.
Wo Glattbach war und wo sie jetzt sind, muss eine Warnung sein.
Sind wir schon wieder so am Arsch, dass Bobic ne Jugo Truppe zusammenleihen muss?
Dann brauchen wir auch einen Trainer vom Balkan. When the going gets tough, the tough get going.
ZITAT:
„… Wo Glattbach war und wo sie jetzt sind, muss eine Warnung sein.“
Glattbach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg?… ;-)
Schalke ist auch ein gutes Negativbeispiel…. Aber im Gegensatz zu den genannten Vereinen steht Frankfurt finanziell besser da.
ZITAT:
„DUR hat in seinem heutigen Artikel gleichwohl auf die Notwendigkeit einer Verschlankung des Apparats Eintracht Frankfurt hingewiesen, der einfach zu hohe Kosten verschlingt.
Back-to-the-roots, sonst könnte es uns schnell wie Gladbach ergehen – war sein Credo.“
Gibt’s da einen Link? Den Artikel finde ich irgendwie nicht…
ZITAT:
„Gibt’s da einen Link? Den Artikel finde ich irgendwie nicht…“
Ah. Bin ich nicht der Einzige, der manchmal das Gefühl hat, dass andere anderes bei der FR sehen… bekommt man da auch schon Inhalte nach Vorlieben angezeigt?