Klatsche in Sachsen „Müssen uns schämen“
Sonntag, 11.10.26 um 06:31 Uhr | 5 Kommentare
Wieder 0:6. Eintracht Frankfurt bekommt bei RB Leipzig erneute eine heftige Niederlage zugefügt. Danach sparen die Spieler nicht an gegenseitiger Kritik.
Fünf Spiele, fünf Punkte, satte 16 Gegentore: Den Start in die Fußball-Bundesliga hat Eintracht Frankfurt gründlich verpatzt – und nach dem 0:6-Debakel bei RB Leipzig folgten klare Worte. „Die Führungsspieler haben wieder versagt. Wir verlieren 6:0 und dann sind die Jungs gefragt, die den Laden zusammenhalten sollen. Das haben wir nicht geschafft. Das war hart“, sagte Nationalspieler Jonathan Burkhardt bei Sky.
Nach nicht einmal fünf Minuten lag die Eintracht bereits 0:2 zurück. „Wie wir in dieses Spiel reingehen, ist unterirdisch. Die Art und Weise wie man hier sechs Tore bekommt, geht ganz und gar nicht“, sagte Torwart Noah Atubolu. „Wir verlieren hier 6:0, wofür wir uns schämen müssen. So darf es nicht weitergehen.“
Koch als Sinnbild der Probleme
Doch wie soll es weitergehen? Personell hat Trainer-Rückkehrer Adi Hütter bereits alles ausprobiert, taktisch funktionierte in Leipzig defensiv weder die Dreier- noch die Viererkette. „Wir können uns nicht anlügen. Ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl, wir sind zwei Mann weniger“, meinte Atubolu.
Als deutliches Zeichen an die Mannschaft war die Herausnahme von Kapitän Robin Koch zur Halbzeit. Der 30-Jährige erwischte wie fast alle Frankfurter einen schwachen Tag, seine Formkurve zeigt seit Monaten nach unten.
Besonders die Gegentore fallen wie schon unter Hütters Vorgängern Dino Toppmöller und Albert Riera zahlreich. „Wir haben total sorglos verteidigt“, sagte Burkhardt. Statt sich nach dem 0:2 zurückzuziehen, habe jeder mit seinem eigenen Kopf gespielt. „Es fehlt an Verantwortung, die jeder Spieler für sich selbst übernimmt.“
Gegner mit Spott
Für Burkhardt hatte die Niederlage auch eine private Note. „Mir tut es leid für meine Eltern, die extra nach Leipzig gekommen sind und sich so eine Scheiße angucken müssen“, sagte der Stürmer. Das tue echt weh.
Am Ende machte sich sogar der Gegner über die Eintracht lustig. Weil die Frankfurter bereits in der vergangenen Saison 0:6 in Leipzig verloren, fragte der bei Fußball-Traditionalisten unbeliebte sächsische Club ausgerechnet bei der auch von der Eintracht fleißig bespielten Plattform X, ob dieses Ergebnis nun schon Tradition sei.
Krösche mit Allgemeinplätzen
Unterdessen versuchte sich Markus Krösche, der den Kader zu verantworten hat, an Erklärungen. „Wir haben nicht gut verteidigt, individuell und als Mannschaft – deshalb haben wir gegen eine sehr effiziente Leipziger Mannschaft verdient verloren. Wir waren nicht aggressiv genug, zu weit auseinander, zu isoliert,“ so der Sportvorstand. Um am Ende ein beinahe ratloses Statement abzugeben: „Alle sind gefragt. Man verteidigt zusammen, man greift zusammen an.“
Hütter: „Nicht bundesliagatauglich“
Auch Adi Hütter zeigte sich nach der Partie einigermaßen ratlos: „Natürlich ist es eine deftige Niederlage. Wenn man so ins Spiel startet wie wir, obwohl wir uns in der Woche gut vorbereitet haben, ist alles über den Haufen geworfen. Die Gegentore fallen zu einfach. Zwischendurch haben wir sogar guten Fußball gespielt, aber wenn man in Summe so verteidigt und in Leipzig so in Konter rennt, ist das nicht bundesligatauglich. Egal ob Dreier- oder Viererkette, wir müssen als Mannschaft besser verteidigen.“
Immerhin – an Kritik sparte der Österreicher also nicht. Die Probleme der Eintracht sind allerdings nicht neu, und auch Hütter ist bislang wenig eingefallen, wie man sie abstellen könnte. Im Moment bleibt bleibt zu konstatieren, dass Eintracht Frankfurt mit einer Defensive in dieser Verfassung zu den Abstiegskandidaten gehören dürfte. (dpa/red)
Menschen machen Fehler.
Es braucht starke Menschen die auch das nötige Glück haben bei ihren Entscheidungen. Das haben wir jahrelang gehabt. Plus die Ausnahmespieler die erst bei uns performt haben.
Jedem war klar das dies nicht ewig so weiter gehen konnte. Jedem.
Der Kader ist so wie er ist Punkt
Da braucht es einen starken Trainer, der das beste aus diesem Kader rausholen muss.
Also, der Trainer ist der wichtigste Mann bei der Eintracht. Hütter ist der richtige Mann am richtigen Platz. Darf jetzt ruhig beweisen daß er hier richtig ist.
Hat ja noch was gut zu machen …
Unsere Probleme dürften sich jedenfalls nicht kurzfristig lösen lassen. Die Mannschaft ist weiterhin zu wenig resilient und bricht bei Rückschlägen regelrecht ein. Nach dem 1:4 gegen Augsburg war das gestern bereits der zweite Systemabsturz im fünften Ligaspiel. Das dürfte ohne Koch leider ähnlich aussehen.
Der Kader passte letzte Saison schon nicht zusammen, Krösche wollte ihn in der Sommerpause entsprechend anpassen, und das ist nicht gelungen. Die Defensive ist nur bedingt ligatauglich, der ewig umworbene Onyedika bislang keine Verstärkung (da könnte genausogut Höjlund oder sonstwer spielen), Atubolu war so überhaupt nicht geplant und geht inzwischen in der allgemeinen Verunsicherung bereits mit unter.
Klar kann man Krösche irgendwann freistellen oder Koch auf die Bank setzen. Dürfte beides halt kurzfristig die Probleme kaum lösen.
Ein schöner Scherbenhaufen ist das. Mit Europa haben wir in der Form rein gar nichts zu tun und falls gegen Köln nicht gewonnen wird, steckt die Eintracht dann vorerst im Tabellenkeller fest. Bin sehr gespannt, wie sich das Team am Freitag präsentieren wird.
Guten Morgen, stimme Franko zu und habe Vertrauen in Adi. Den Kapitän in der HZ rauszunehmen… mutig und vollkommen korrekt. Knauff und Collins hat am wenigsten funktioniert auf der Seite. Bis zur Winterpause durchwurschteln, dann ne Kante verpflichten oder besser 2 fuer hinten. Koeln wird sehr sehr wichtig.
Meine zwei Cent:
https://maintracht.blog/2026/1.....-am-spiel/
PS: Habe erst eben beim Nachlesen von gestern gesehen, dass Dr.Duc den gleichen Gedanken hatte wie ich.
OT: Immerhin habe ich wohl gestern Abend die beiden direkten Aufsteiger aus Liga zwei gesehen…