Doping-Tests Noch mehr Schweigen
Samstag, 06.06.26 um 06:00 Uhr | 21 Kommentare
Fußball-Nationalspielerin Laura Freigang steht wegen verpasster Doping-Tests vor einer empfindlichen Sperre. Bundestrainer und DFB halten sich vorerst bedeckt.
Der Deutsche Fußball-Bund und Bundestrainer Christian Wück halten sich im brisanten Fall Laura Freigang vorerst bedeckt. „Werde ich mich nicht zu äußern“, antwortete Wück auf eine entsprechende Frage im Anschluss an das 2:0 gegen Norwegen und die damit verbundene WM-Qualifikation. „Die Mitteilung der NADA ist eingegangen, mehr können wir dazu aktuell nicht sagen“, ergänzte eine DFB-Sprecherin.
Die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) hatte zuvor mitgeteilt, dass die 44-malige Nationalspielerin von Eintracht Frankfurt gegen die Aufenthaltsbestimmungen des Anti-Doping-Gesetzes verstoßen habe. Der Fall liegt nun beim DFB, der für das Disziplinarverfahren gegen die Sportlerin verantwortlich ist.
Wück: „Habe den großen Vorteil, dass ich nie so gut war“
Für Wück wird dies vorerst kein Thema sein. „Ich habe den großen Vorteil, dass ich nie so gut war, dass ich bei der NADA eben diese Daten abgeben musste“, erklärte der 52 Jahre alte Ex-Profi. „Ich war U21-Nationalspieler, da gab es das damals noch nicht. Aber ich war nie Nationalspieler, ich musste das nie abgeben, von daher kann ich dazu gar nichts sagen.“
Innerhalb von zwölf Monaten soll die 28 Jahre alte Freigang laut NADA-Angaben dreimal für eine Kontrolle nicht an dem von ihr angegebenen Ort gewesen sein. Wegen der drei verpassten Dopingtests droht der Offensivspielerin eine lange Sperre.
Diese sogenannten Strikes sind ein Verstoß gegen die Meldepflicht, der laut NADA in der Regel zu einer Sperre von zwei Jahren führt. Unter Dopingverdacht steht Freigang nicht. Laut Medien sollen alle bisherigen Proben negativ ausgefallen sein.
Hat Freigang eine Erklärung?
Die NADA leitete den Fall an den DFB weiter. Sollte der DFB ebenfalls einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen feststellen, landet der Fall vor dem Kontrollausschuss und Sportgericht. Dort kann Freigang die Umstände erklären und die Verstöße überprüfen lassen. Ein Strike kann auch wieder aufgehoben werden. Im schlimmsten Fall aber droht ihr für ihre Nachlässigkeit eine empfindliche Strafe.
Für die beiden WM-Qualifikationsspiele gegen Norwegen sowie am kommenden Dienstag in Slowenien hatte Wück überraschend auf eine Nominierung Freigangs verzichtet. Dass die Frankfurterin nicht berücksichtigt worden war, soll aber nicht mit den möglichen Verstößen gegen die Anti-Doping-Auflagen zusammenhängen. (dpa)

„Im schlimmsten Fall aber droht ihr für ihre Nachlässigkeit eine empfindliche Strafe.“
Drei Strikes sind viel mehr als eine Nachlässigkeit.
„… in Slowenien hatte Wück überraschend auf eine Nominierung Freigangs verzichtet. Dass die Frankfurterin nicht berücksichtigt worden war, soll aber nicht mit den möglichen Verstößen gegen die Anti-Doping-Auflagen zusammenhängen.“
Wer‘s glaubt.
Wie immer bei solchen unangenehmen Dingen – Deutdchland ein Vorbild an mangelnder Souveränität und Klarheit.
Was hat Laura Freigang dazu beigetragen das aufzuklären ?
Was wäre denn hier souveränes und klares Handeln? Wartet man heutzutage nicht mehr, bis Dinge vollständig geklärt sind? Und hält man nicht dennoch mögliche Unruhe von der Mannschaft fern? Soll man sich nicht zurückhalten mit irgendwelchen Kommentaren in der Öffentlichkeit?
ZITAT:
„Was hat Laura Freigang dazu beigetragen das aufzuklären ?“
Finde auch, dass das – wenn – Laura selbst ist, die für Klarheit sorgen könnte bzw. müsste, nicht Deutschland.
„Soll man sich nicht zurückhalten mit irgendwelchen Kommentaren in der Öffentlichkeit?“
Geh doch mit gutem Beispiel voran.
Heute abend DFB-Pokalauslosung, in der Sportschau.
ZITAT:
„Geh doch mit gutem Beispiel voran.“
Habe ich den Fall kommentiert?
Die Tatsachen sind bekannt. Die Spielerin hat über einen längeren Zeitraum mehrere Dopingtests verpasst. Das zieht eine Sperre nach sich. Punkt.
ZITAT:
„ZITAT:
„Geh doch mit gutem Beispiel voran.“
Habe ich den Fall kommentiert?“
Finde schon.
Du sagst: „Und hält man nicht dennoch mögliche Unruhe von der Mannschaft fern?“
Da oben steht aber, dass Lauras Nichtberücksichtigung nichts mit ihren angeblichen Verstößen zu tun hat.
Du gehst also auch davon aus, dass Unruhe fern gehalten werden soll, was ich mit „Wer‘s glaubt.“ ausdrücken wollte.
Und bei drei Verstößen, die im Raume stehen, kann man nicht von Nachlässigkeit reden, egal wer letztlich Mist gebaut hat.
ZITAT:
„Finde schon.“
Genau genommen habe ich Deinen Kommentar kommentiert. Zum einen steht oben (auch wen ich es natürlich nicht gelesen habe), dass der Fall beim DFB liegt. Das würde ich so verstehen, dass er noch nicht abgeschlossen ist. Da steht weiter, dass der DFB den Fall überprüft und ggfs. weitere Verfahrten eingeleitet werden, in denen sich die Spielerin dann erklären könne.
D.h., a) gibt es ein laufendes Verfahren und b) hat sich die Spielerin noch nicht dazu erklärt. Daher war meine Frage an Uli, was den hier ein souveränes und klares Handeln gewesen wäre. Mal abgesehen davon, dass von Dir unterstellt wird, die Erklärung, die Nicht-Nominierung habe nichts damit zu tun, sei gelogen.
Also Verschwörungsgeraune mit pauschalem Gemecker ohne zu sagen, was man jetzt eigentlich gerne hätte. Dazu eine Vorverurteilung einer Spielerin, die sich noch noch nicht zu den Umständen geäußert hat. Finde ich nicht richtig und daher erlaube ich mir, das entsprechend zu kommentieren. (Oder weisst Du, wie dieses Meldesystem funktioniert und was da alles schief gehen kann und was nicht? Scheint ja nicht ganz so trivial zu sein, wenn der Verband jetzt erstmal bestimmte Dinge prüfen muss.)
Gehen wir mal von einem schwebenden Verfahren aus. Drei verpasste Proben sind auch nicht nur mit Schusseligkeit zu erklären.
Ergo ist es doch am Besten, alle Beteiligten halten die Klappe in der Öffentlichkeit und äußern sich nur im Rahmen des anhängigen Verfahrens.
Wo ist das Problem?
Dass der Bundestrainer und der Verband keine Stellungnahme abgeben, ist doch auch völlig verständlich.
Jungs, könnt ihr Euch nicht ein Zimmer nehmen und Eure persönlichen Probleme miteinander klären? 😜
„Oder weisst Du, wie dieses Meldesystem funktioniert und was da alles schief gehen kann und was nicht? Scheint ja nicht ganz so trivial zu sein, wenn der Verband jetzt erstmal bestimmte Dinge prüfen muss.“
Ich sagte ja: „egal wer letztlich Mist gebaut hat“, sind drei Strikes keine Nachlässigkeit. Und das schließt die NADA mit ein.
Re: @13
Warum? Ist doch ein „normaler“ Austausch von Meinungen, Sichtweisen etc. – ohne persönliche Beleidigungen oder jemanden in die Ecke zu stellen – finde ich bereichernd, wenn es um die Sache geht 😊
ZITAT:
„Die Tatsachen sind bekannt. Die Spielerin hat über einen längeren Zeitraum mehrere Dopingtests verpasst. Das zieht eine Sperre nach sich. Punkt.“
Die NADA selber spricht von einem „möglichen Verstoß“. So klar ist das eben nicht.
ZITAT:
„Jungs, könnt ihr Euch nicht ein Zimmer nehmen und Eure persönlichen Probleme miteinander klären? 😜“
Schon von anderen belegt, die an ihrer Aussendarstellung arbeiten ;-)
Nach zwei verpassten Kontrollen achtet man doch eigentlich darauf, die dritte nicht zu verspassen. Also ich jedenfalls würde das machen.
Man hatte sich ja schon gewundert, dass Freigang nicht nominiert wurde. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ihre Nicht-Nominierung nichts mit diesem Fall zu tun gehabt haben soll.
Ob sie im Falle einer Gefängnisstrafe Freigang erhält? Kalauer….
Ich finde Laura Freigangs drei „Strikes“ auch einigermaßen seltsam. Sie gehört ja eher zu den klügeren Zeitgenossen. Ihr muss also klar gewesen sein, welches Risiko sie eingeht, wenn sie sich wiederholt nicht an dem Ort aufhält, den sie der NADA angegeben hat.