Heimsieg Wie im Pokal

Foto: Florian Wiegand/dpa
Foto: Florian Wiegand/dpa

Eintracht Frankfurt gelingt gegen den stark ersatzgeschwächten Hamburger SV der zweite Sieg innerhalb von fünf Tagen. Ein gelungener Wochenabschluss der Hessen, die am Vortag eine wichtige Personalie klären.

Nach dem Transfer-Coup auf der Führungsebene hat Eintracht Frankfurt auch sportlich einen wichtigen Erfolg gelandet. Die Hessen besiegten zum Abschluss des 8. Spieltages der Fußball-Bundesliga den Hamburger SV mit 3:1 (1:1) und schoben sich in der Tabelle mit elf Punkten am Rivalen vorbei auf Rang acht.

Garniert wurde der Sieg durch das Debüt von Niko Ilicevic, der mit 16 Jahren und einem Tag jetzt der jüngste Bundesligaprofi der Historie ist.

Vor 59.600 Zuschauern trafen Warmed Omari per Eigentor (10. Minute), Raphael Onyedika (47.) und Younes Ebnoutalib (69.) für die Eintracht, die am Vortag Joti Chatzialexiou als neuen Sportvorstand ab dem 1. Februar 2027 verpflichtet hatte. Terem Moffi (14.) gelang für die Hamburger (9), die Tabellen-15. sind, nur der zwischenzeitliche Ausgleich.

Furioser Eintracht-Beginn

Trotz des siegreichen Pokal-Auftritts vor fünf Tagen beim 3:1 in Hamburg veränderte Eintracht-Trainer Adi Hütter seine Startelf gleich auf vier Positionen. Unter anderem mussten Routinier Mario Götze und Stürmer Jonathan Burkardt auf die Bank. Beim seit Wochen personell arg gebeutelten HSV gab es drei Wechsel in der Anfangsformation.

Die Eintracht startete furios und kam früh zu ersten Chancen. Zunächst verfehlte Can Uzun im Anschluss an einen Eckball mit einem Schuss von der Strafraumgrenze nur knapp das Tor. Kurz darauf scheiterte Ebnoutalib am glänzend reagierenden HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes.

Beim dritten verheißungsvollen Angriff der Hausherren konnte dann aber auch der 33-Jährige nichts mehr retten. Nach einer flachen Hereingabe von Fares Chaibi bugsierte Omari den Ball beim Rettungsversuch vor dem einschussbereiten Ebnoutalib ins eigene Tor.

HSV mit schneller Antwort

Das Gegentor war ein Weckruf für die Gäste, die nun auch am Spiel teilnahmen und nur vier Minuten später die passende Antwort fanden. Nach einer missglückten Abwehraktion von Lilian Brassier passte Albert Grönbaek den Ball in die Mitte, wo Moffi völlig frei stehend aus Nahdistanz vollendete.

Die Norddeutschen agierten in der Folge mutiger nach vorn, ohne dabei aber große Gefahr auszustrahlen. Dafür stand die Defensive besser als zu Beginn und ließ bis zur Pause keine nennenswerte Möglichkeit für die mit zunehmender Spielzeit immer harmloser agierende Eintracht zu.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste – mit stürmischen Gastgebern, die nur 90 Sekunden nach Wiederbeginn jubeln durften. Einen Kopfball von Brassier boxte Heuer Fernandes direkt vor die Füße von Onyedika, der ohne Mühe zur erneuten Führung traf.

Und dieses Mal ließen die Hausherren nicht locker. Ein Treffer von Chaibi fand wegen einer vorherigen Abseitsposition von Vorlagengeber Ansgar Knauff zwar keine Anerkennung, beim sechsten Saisontor von Ebnoutalib war dann aber alles regelkonform. Wenig später lenkte Heuer Fernandes einen Schuss von Chaibi an die Latte und verhinderte damit ein weiteres Gegentor.

Frankfurt klärt wichtige Personalie

Mit dem Sieg rundete die Eintracht eine gelungene Woche mit dem Einzug ins Pokal-Achtelfinale und der Verpflichtung von Chatzialexiou als Nachfolger von Markus Krösche ab. Der 50-Jährige kommt vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg. „Es ist nicht eine Entscheidung gegen den Club, sondern für meine Familie, für meinen Heimatverein, da wo ich groß geworden bin“, sagte Chatzialexiou in einem Sky-Interview zu seinem Wechsel.

Der frühere DFB-Funktionär, der in Frankfurt geboren wurde, unterschrieb bei der Eintracht einen Vertrag bis zum 30. Juni 2030. „Mit Joti Chatzialexiou gewinnen wir eine Persönlichkeit, die fachlich und menschlich hervorragend zu unserem Club passt“, begründete Frankfurts Präsident und Aufsichtsratschef Mathias Beck die Wahl.

Pokal-Hit: Eintracht empfängt Borussia Dortmund

Noch während die Partie im Stadtwald lief, hat Eintracht Frankfurt für die nächste Runde des DFB-Pokals ein hochkarätiges Los erwischt. Die Mannschaft spielt gegen den Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund. Dies ergab die Auslosung durch Markus Gaugisch, dem Bundestrainer der deutschen Handball-Frauen, im Fußballmuseum von Dortmund. Zweitligist SV Darmstadt 98 muss zu Borussia Mönchengladbach.

Die Partien finden am 1. und 2. Dezember statt, die genaue Ansetzung wird noch bekanntgegeben.

Fußballerinnen erreichen Pokal-Viertelfinale

Auch Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt waren im Pokal erfolgreich und stehen jetzt im Viertelfinale. Beim Bundesligakonkurrenten 1. FC Nürnberg setzte sich das Team von Trainer Niko Arnautis allerdings erst im Elfmeterschießen mit 4:2 (0:0, 0:0) durch. Danique Tolhoek, Amanda Ilestedt, Ainhoa Alguacil und Hanna Bennison sorgten für die entscheidenden Treffer.

Vor 949 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion war die robust geführte Partie zwischen den beiden Bundesliga-Kontrahenten lange Zeit ereignisarm geblieben. Die Frankfurterinnen ließen die Konsequenz und Effizienz vermissen, mit der sie am Mittwoch schon früh den 2:0-Hinspielsieg im Europa Cup bei der PSV Eindhoven klargemacht hatten. Die Nürnbergerinnen standen solide und waren vor allem auf Konter aus.

Eintracht-Trainer Niko Arnautis hatte zum zweiten Mal in einem Profispiel Sophia Winkler ins Tor beordert. Die Nationalkeeperin hatte sich im Februar 2025 schwer am Knie verletzt und eineinhalb Jahre lang pausiert. Stammtorhüterin Lina Altenburg war zu Hause geblieben, um in den intensiven Wochen die Belastung zu reduzieren. (Eric Dobias, dpa/red)

20 Kommentare
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  1. Re: @327

    Pokal dürfte sich somit auch erledigt haben.

    Sowas schreiben nur BVB-Fans, vor allem am 1 oder 2 Dez😎

  2. Der Kicker berichtet von einer internen Lösung beim 1. FC Nürnberg für den Chatzialexiou-Nachfolger. Das könnte bedeuten, dass Chatzialexiou evtl. sogar früher kommt, weil sein Nachfolger nicht bei einem anderen Klub losgeeist werden muss.

    Beste Chancen hat NLZ-Leiter Dieter Frey, der 54-jährige Ex-Profi. Er, der sich im NLZ Zug um Zug nach oben arbeitete, besitzt großen Sachverstand und wäre auch von seiner zurückhaltend-sympathischen, aber zugleich bestimmten Art her eine 1a-Lösung.

    https://www.kicker.de/fcn-best.....19/artikel

  3. ZITAT:
    „Das könnte bedeuten, dass Chatzialexiou evtl. sogar früher kommt, weil sein Nachfolger nicht bei einem anderen Klub losgeeist werden muss.“

    Halte ich trotz allem für unwahrscheinlich, da Chatzialexiou zugesagt hat, seinen Nachfolger einzuarbeiten und er dieses Wort sicher nicht brechen will.

  4. Auswärtssieg in Paderborn bitte und warum Jupp gestern nicht für den unauffälligen Doan nach spätestens 75 Minuten kam, verstehe ich nicht wirklich.

  5. Re: @6

    Weil der Trainer vermutlich den Doan genau wie ich such nicht so schlecht gesehen hat, der ist ein paar mal nur ganz knapp hängen geblieben und hätte kurz vor Schluss fast noch ein Kopfballtor gemacht. Außerdem hat er defensiv sehr gut mitgearbeitet und diese defensive Stabilität wollte Hütter wohl nicht opfern, da ist der Amaimouni noch nicht so weit. Zudem wollte Hütter sich ja auch noch den Wechselplatz für unseren neuen Balkan-Messi offenhalten, und da dann zwei so Fuddler drauf zu haben wäre vielleicht etwas übertrieben gewesen.

  6. Tausche ein s gegen ein a.

  7. Das mit der defensiven Arbeit lass ich bei Doan gerne gelten, aber seine offensive Wirkung ging doch eher gegen null. Leider. Wie drüben geschrieben fehlt ihm mMn jegliches Selbstbewusstsein um seine Stärken auszuspielen.

  8. Gegen den BVB im Pokal dieses Mal mit Viedeobeweis. Ob uns das hilft?…

  9. Re: @9

    Uli, auch die offensive Wirkung messe ich nicht nur nach dem reinen Ergebnis oder den Scorerpunkten. Doan hat viele Bälle festgemacht und allein durch die Drohung mit seinen ja durchaus vorhandenen Eins-gegen-Eins-Qualitäten hat er immer zwei Gegenspieler gebunden. Dadurch hat er jede Menge Platz für die auch dadurch starken Chaibi und Uzun geschaffen und damit sehr wohl eine offensive Wirkung gehabt. Außerdem war er immer anspielbar.

  10. Rasender Falkenmayer

    Morsche
    vielleicht hat der Jupp ja micht so gut trainiert.

  11. Für mich war übrigens Chaibi „Spieler des Spiels“.
    Hatte bei fast allen gefährlichen Angriffen die Füße im Spiel, man stelle sich vor, sein zum Pfosten abgelenkter Ball wäre reingegangen und Knauff wäre nicht 20cm im Abseits gestanden. Dann hätte Chaibi 2 Tore zu seiner guten Leistung erzielt und es gäbe keine Diskussion. Dass die Tore nicht fielen bzw. aberkannt würden, war nicht seine Schuld…

    Und was der Dr. Exner am Ende zusammengepfiffen hat, ist mir ein Rätsel.
    Schnix?

  12. Hütter wird seine Gründe gehabt haben, Doan nicht aiszuwechseln. Ich fand/finde Doan halt weiterhin recht schwach. Da sehe ich noch keinen Hütter-Booster. Der wollte ihn ja unbedingt behalten und Doan darf auf seiner angestammten Position ran. Er ist gegenüber der letzten Saison leicht verbessert, aber noch deutlich unter dem, was er in Freiburg gezeigt hat.

  13. so wie ich Doan wahrnehme, greift er sehr verhalten den Gegenspieler an, er deckt eher den Raum – hat Doan Freiraum, ist er eher suchend, was zu tun ist und verlangsamt das Spiel – der absolute Knaller ist für mich Baum mit seiner Mentalität, Kampfkraft, Schnelligkeit, Selbstbewusstsein: eben 069 in Tradition zu Ochs und Jung, aber hoffentlich mit langem Aufenthalt in Frankfurt – hat das Zeug zu Mr. Eintracht mMn

  14. Re: @13

    Zitat:
    „Und was der Dr. Exner am Ende zusammengepfiffen hat, ist mir ein Rätsel.
    Schnix?“

    Hier. Das war unterirdisch. Grrrrr!

    Ja, und Chaibi war bärenstark, auch ohne Tore, die ich ihm als Belohnung sehr gegönnt hätte. Aber da sieht man, welchen Input ein Spieler auch ohne Tor haben kann. Offensiv und defensiv top. Und übel getreten wurde er auch. Grrrrrr!

  15. Rasender Falkenmayer

    Der Jaybie… wieso gibt es Spieler, die einfach das Tor nicht treffen?

  16. @10: Als ob der VAR nicht auch Fehlentscheidungen treffen kann. Außer beim Abseits, hilft der 0.

    Wäre halt schön, wenn da mal einen glasklare Fehlentscheidung für uns zum Weiterkommen hilft. Wäre mal angebracht.

  17. Warum wird Moukoko eigentlich immer noch als jüngster Spieler der Bundesliga geführt, wo doch schon bewiesen ist, dass er bei seinem Debüt bereits 20 und nicht 16Jahre war?

  18. @19: Die Frage kann man durchaus stellen. Mir persönlich ist das eher egal, wer nun jüngster Spieler ist.
    Ob das insgesamt bewiesen ist oder nur hier bewiesen wurde, ist allerdings die Frage.
    Zumindest wenn ich diesen Sportschau-Artikel lese, auf den vermutlich auch kürzlich hier verwiesen wurde, lese.
    https://www.sportschau.de/fuss.....-1484.html
    Zu weiteren Ermittlungen oder gar einer Anklage wegen falscher EV habe ich auf die Stelle nichts gefunden

 

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