Foto: Stefan Krieger Es ist zum aus der Haut fahren — ich kann einfach nicht aus meiner Haut raus. Das schießt Eintracht Frankfurt in der 96. Minute noch glücklich den Ausgleich, am nächsten Tag verliert ein Konkurrent um den Aufstieg völlig unerwartet ein Heimspiel gegen Braunschweig mit 1:3, und ich, der ich nicht aus meiner Haut kann, freue mich nicht, sondern denke: Scheiße.
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Ich wäre gern ein wenig optimistischer. Und ja, ich neige dazu, wenn es schlecht läuft, in Sarkasmus zu verfallen. Sicher ist man, wenn man sarkastisch wird, auch ab und zu ungerecht. Aber es hilft. Vielleicht nicht Eintracht Frankfurt, auch wenn ich nicht wüsste, welchen Schaden Eintracht Frankfurt in der aktuellen Situation durch Sarkasmus erleiden könnte. Wichtig für mich ist: es hilft mir. Mir ganz persönlich. Wenn mir jemand sagen würde, wie ich mit meinen mir zur Verfügung stehenden Mitteln Eintracht Frankfurt darin unterstützen könnte aus dieser Situation raus zu kommen, würde ich es tun. Wenn mir jemand versprechen würde, Eintracht Frankfurt würde das Spiel am Samstag gewinnen, wenn ich mich nur etwas zurück halten würde - ich wäre dabei. Wenn mir irgendjemand schlüssig belegen würde, dass ein “weiter wie bisher” zum Erfolg führt, wäre ich bedeutend optimistischer. Wenn mir jemand anhand auch nur kleinster Indizien ein wenig Hoffnung gibt, dass der Rest der Rückrunde besser läuft als der Start … gekauft.
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Nun ja, nicht wirklich. Aber ich hatte die Wahl: Ein weiteres Auswärtsspiel, nach dem persönlichen Desaster von Stuttgart, oder die Möglichkeit, die DTM auf dem Hockenheimring zu fotografieren. Und da Hockenheim näher an Sinsheim liegt, habe ich mich für Hockenheim entschieden. Schließlich habe ich Urlaub. Das alles soll aber niemanden davon abhalten, sich hier zur Eintracht zu äußern. Oder auch zu Kaiserslautern. Aber das alles ist ja erst am Sonntag. Und jetzt fahre ich mal ein paar Tage weg. Mit iDing. Ihr braucht also nicht zu denken, ich würde hier alles verkommen lassen.
Mich wundert dass ich so unzufrieden bin. Eintracht Frankfurt, zur Zeit in der Erholungsphase, steht nämlich mehr oder weniger da, wo ich es noch vor Beginn der Saison erwartet hatte. Und trotzdem will bei mir persönlich keine rechte Stimmung in dieser Spielzeit aufkommen. Vielleicht sogar deshalb. Und so erscheint es fast logisch, dass mein Lieblingsstatement aus den vergangenen Tagen eines ist, was meine Skepsis auch nach zwei siegreichen Spielen am Stück sehr gut ausdrückt:
“Mir gefällt das Gekicke nicht. Auf die Dauer kommen wir mit ner ner Mischung aus Dreiviertelstunde Geklicker und Dreiviertel Stunde Hühnerhaufen nirgendwo hin. Spätestens dann nicht, wenn Gekas Schnupfen hat.
(”schusch” am Montag um 21:04 Uhr.)
Wahrscheinlich bin ich so unzufrieden, weil ich der Meinung bin, das Ende ist noch lange nicht in Sicht. Ich weiß es einfach nicht. Noch 41 Punkte bis zum Erreichen des Saisonziels, noch 12 Punkte hinter Mainz. Und wir erholen uns.
Ich habe mal wieder Lust was verrücktes zu tun. So richtig abgefahren und ganz total crazy. Nein — nicht so was wildes wie etwa Theofanis Gekas zu einem Interview zu bitten. Auch lasse ich mir nur ungern ganz tief in die Seele schauen und verrate auch nicht, wann ich mich rasiere. Zugeben würde ich allerdings, dass auch ich gerne in den Zoo gehe. Ja ok, wie so eine Zeitung gemacht wird, dass finde ich auch ganz toll spannend. Mathe hingegen war nie so mein Ding, eher Englisch und auch die Kochkurse, die angeboten wurden. Italienisch halt, so Nudeln mit Soße. Pizza haben wir nie gemacht in der Schule. Gestern habe ich gespült, ich helfe schon ab und zu im Haushalt. Könnte mehr sein, klar, aber wer ist schon perfekt? Nach fast fünfzig Jahren kenne ich inzwischen Frankfurt auch ganz gut.
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Matchday. Immer wenn ich “Matchday” schreibe, muss ich an das Lied “Flag Day” denken. Das geht mir dann nicht aus dem Kopf, bis ich im Stadion “Im Herzen von Europa” höre. “Too many Florence Nightingales, not enough Robin Hoods. Too many halos not enough heroes coming up with the goods. It’s a waste of time if you know what they mean, try shaking a box in front of the Queen. ‘Cause her purse is fat and bursting at the seams.”. Und immer, wenn es gegen Nürnberg, Kaiserslautern oder Köln geht denke ich, dass das schon komisch ist. Ich kenne keinen Verein, der sich 2. FC Irgendwas nennen würde. Immer ist es der erste Fußballclub. Die erste Eintracht hingegen gibt es nicht, soweit ich weiß. Solche Sachen gehen mir am Spieltag durch den Kopf.
Ich wurde da praktisch via Internet dazu aufgefordert. Zu einem Zeitpunkt, zu dem ich, ich habe es überprüft, tatsächlich einmal geschlafen habe. Der via Internet praktisch sozusagen erfolgten Aufforderung komme ich hiermit nach, auch wenn es der Autor vielleicht gar nicht als Aufforderung sieht, sondern er, ähnlich wie ich, einfach mal was reinschreiben wollte, in dieses Internet. Natürlich weiß ich schon lange
und neuerdings tue ich es auch wieder exponiert kund. Aber nur, weil man mich dazu aufgefordert hat. Oder herausgefordert. Oder was auch immer.
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